Donnerstag, 13. August 2009

Die Medien und kein Ende



I DON'T WISH TO NOW THAT!


(The Goonshow)

"Where is the wisdom we lost in knowledge, and where is the knowledge we lost in information?"

(T. S. Eliot)

"Where is the information we lost in communication?"

(Thomas Hoof)


Der Schutz vor Information wird richtig teuer.


-----


Doch es gibt auch noch Vernünftiges zu hören.
Der alte unbestechliche Marcel Reich-Ranicki
tobt:

Dath Fernthehen theigt Blödthinn!


Und Recht hat er!

Haben Thie Marthel "Jopi II" Reich-Ranicki und Thomath "Tommy" Gottthchalk im ThetDF gethehen? Ja, dath war der Beweith: Bücher füllen den Geitht, auch noch mit Ende 80, dath Fernthehen aber lutthch auth und hinterlätht bei Thuthchauern UND Machern leere, authgebrannte Thombie-Hüllen, die in einer Art Bulimie, Würgereflex - oder wie thie bei der Bundethwehr thagten, Kackreith - konvulthiv verthuchen, ihren Mitht irgendwie loththuwerden und mit Preithen thu parfümieren.

Nicht nur, wie MRR leider völlig unbemerkt bemerkte, mit völlig beliebigen Begründungen, thondern, wie TG vorführte, mit einer Hartnäckigkeit, die an windige Bankverkäufer erinnert - und dath wohl auth dem gleichen Grund: er muth alle "Preithe" (erinnert thtark an die "Preithe" in unseren Briefkathten, im Internet oder am Telefon: "Gratuliere! Thie haben gewonnen! Kein Thcherth!") an den Mann bringen, thontht geht ihm die Prämie verloren. Mindethten drei- oder viermal hat TG verthucht, irgend einen Dreh thu finden, MRR irgendwie dathu thu bringen, den thoeben erfundenen Plathtik-"Preith" doch noch anthunehmen: Er legte noch dath drauf, dann noch dath, dann noch dath, dann noch dath dathu. Alleth muth rauth! Nichtth thu machen mit MRR. Verthweiflung. Wath nun? Wir müththen doch immer neue Preithe, "Produkte" erfinden, um thie dem Volk aufthudrücken, denn wir leben doch davon, dath wir unth thtändig gegentheitig auf immer neuen "Eventth" feiern! Man hat gemerkt: Dath Fernthehen hat gar keinen Platth für nicht aktheptierte Preithe. Thie thtören. Theit itht Geld!

Für den, der's verpatht hat: Hier auf dem neuen Dienst YouTube

Und wer's nachlesen will: Beschrieben schon 1958 für das Radio von Heinrich Böll in "Doktor Murkes gesammeltes Schweigen"

Übrigens, noch zu MRR: das sollte keine Beleidigung sein. Alles lispelt neuerdings. Wie die Geschichte zeigt, fängt jede - zumindest jede europäische - Gesellschaft auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung an zu lispeln und hört damit bis zum Untergang nicht mehr auf. Das galt für Spanien und England und selbstverständlich auch für das Römische Reich. Womit geklärt wäre, das "Cicero" wahrscheinlich weder "Zizero" noch "Kikero" ausgesprochen wurde, sondern wahrscheinlich "Thithero".

Hinzu kommt ein Lispeln durch Kompression und elektronische Verstärkung.

Neben einer, und jetzt kommt die Beleidigung mit Absicht, völligen Veralberung der Sprache. Was haben wir uns über des postfeudalistische Theater in Japan lustig gemacht, mein Herrscher und ich, und nun trifft es uns selbst...

Durch die affektierte Sprache und Betonung - das Satzende wird sprachlich; abgetrennt - wird das; nebensächliche, die; Eigenschaft oder das Verb; betont. Das Hauptwort, die Sache, um die es eigentlich geht, die eigentlich im Gedächtnis bleiben sollte, wird; vernachlässigt. Das lehren die auf irgendwelchen; Seminaren. Früher hätte es geheißen: Der Minister hat das Wort ergriffen. Jetzt heißt es:  

Der Minister hat das Wort; ergriffen. Das! Sind die Themen das Tages. Als der Kran-- umkippte, fiel er; um.

Was soll der Hörer daraus schließen?



Und in der Werbung? Dort wird alles günsti- gahhh statt günstiger: Der Minister hat das Wort ergriffhääähhhn. Künstliche Spannung ist wie Kunstdünger: sie bläht Wertloses künstlich auf. Und wahrscheinlich muß unsereins in beiden Fällen darauf warten, daß das Öl teuerer wird, damit dieser Unsinn endlich aufhört. Wuff. Denn wenn erst einmal wieder wichtige Nachrichten im Umlauf sind, werden die Menschen solche Sprecher steinigen - wegen der Verschwendung ihrer nun wieder wertvoll gewordenen Zeit.

Seht ihr, da gehört es hin.

Das ist auch so eine Kreditblase: Es wird bei künstlicher Spannung wie bei Kunstdünger mehr versprochen als gehalten werden kann.

Oberschichts-Fernsehen?


Es heißt "Unterschichts-Fernsehen", weil die Oberschicht nicht fern sieht. Das hat sie nicht nötig. Sie sieht ja nah. Fernsehen tut nur die konsumierende Unterschicht. Dafür ist es ja da. Das Fernsehen. Um den Konsum anzuregen und, falls nötig, die Geldausgaben umzulenken und zu steuern. Mehr nicht. Die Oberschicht informiert sich auch nicht aus dem Fernsehen, das hat sie ebenfalls nicht nötig. Sie hat andere Informationsquellen -nein, nicht das Internet, Wuff kicher; sondern sich selbst. Die Eliten erkennt man am Fernseh-Verbot für ihre Kinder und deren Betreuung rund um die Uhr.

Denn was dort und im Radio gesendet wird, grenzt manchmal an Gehirnwäsche. Schnitzeljagden und Gewinnspiele für die Verlierer der Gesellschaft, damit sie sich auch mal wichtig fühlen. (Kann ich lesen? Nein.)

Kindisch und trivial, wird gleichzeitig für den Kindergarten (schnelle und zappelige, mit schrillem Lärm unterlegte Wiederholungen) und das Altersheim produziert (langsame, wiederholte Erklärungen dessen, was da zu sehen und zu hören ist). Beides soll die Zielgruppe am Denken hindern, in dem man ihnen das netterweise abnimmt.

Und so billig...

Zwar werden ständig und überall randomisiert Meinungen abgefragt, aber nur, um die Wirksamkeit der Gehirnwäsche zu überprüfen. Fakten gibt es wenige, Meinungen viel, umsonst und gelten tun sie auch immer. Da kann man nicht sehr viel falsch machen. Was für eine Faulheit! Aber die Menge macht's.

Erst versuchen die Menschen über die Medien andere Menschen durch hysterische Berichterstattung hysterisch zu machen, dann berichten sie darüber, wie diese Menschen durch hysterische Berichterstattung hysterisch gemacht wurden. Und schon ist es eien Nachricht, eien Information, wovon es gar nciht genug geben kann. Ein Kasperlespiel mit echten Waffen. Und dann beschweren sie sich darüber, zu recht, daß ihre Arbeit immer mehr eingeschränkt wird. Ihre Arbeit klärt ja kaum noch auf, sondern lähmt und macht verrückt. Sie arbeiten eben nicht mehr an der Berichterstattung von Ereignissen, sondern an deren Erzeugung. Das macht es leichter, sie zu verbieten... Skandalisieren statt Aufklären.

Vielleicht kommt nach dem Zeitalter der inzwischen ausgezuzzelten und leergekauten "Aufklärung" nun das aufregende Zeitalter der "Skandalisierung" oder, etwas neutraler benannt, das Zeitalter der "Dramatisierung". Das hat allerdings bereits so etwa zu meiner Zeit angefangen, mit der berühmten Hunnenrede meines sägenden Herrchens.

Und heute? Typen latschen auf der Bühne des Geschehens herum und feuern Batterien von automatischen Kameras ab. Sie werden teil des Ereignisses. Dazu braucht es keine Menschen, Überwachungskameras erfüllten den selben Zweck - so sollte man meinen. Nur: Es ist wie früher, als sich schnaufende Menschen die Gesichter an irgendwelchen Schaufenstern platt drückten. Mehr nicht. Also werden die Kameraträger von anderen Kameraträgern beim Kameratragen gefilmt. Von Hinten, von der Seite, von Vorne und von Oben. Manchmal sogar von Unten, wenn man zu den Unterlegenen gehört. Das Ereignis selbst ist nicht zu sehen, aber das ist nicht so wichtig. Wichtig ist das Filmen des Filmen des unsichtbaren Ereignisses. Irgend etwas muß man ja zeigen in der ganzen Verzweiflung.

Seht, dieses Ereignis ist wichtig, denn Andere filmen es.

Personenkult? Ereigniskult!


Mit den Flowerpornoes und mit dem Aufkommen immer besserer Kameras wunden erst Blumenpornos, dann Windmühlen- und Hamsterpornos in rauhen Mengen auf Wandkalender gedruckt, und, nachdem das bewegte Bild technisch genügend nachgeholt hat, - gibt es Nachrichtenpornos.

Oh, Sehet den Verzweifelten! Seht seine Tränen! In Großaufnahme! Höret seine Klage! Für jene, die es dennoch nicht verstanden haben: Es ist für ihn schier nicht zu ertragen!

Es ist eine uralte bekannte Tatsache, daß sich Menschen, wenn sie sich existentieller Bedrohung ausgesetzt sehen, dazu neigen, wegzusehen oder die Situation nicht mehr ernst nehmen zu wollen. Du bist im Krieg und fürchtest um dein Leben? Duck dich und betrachte es als Kino, witzelte schon Bill Cosby: Watch the war.

Es ist wie im Kindergarten: Das aufgeregte Erzählen über irgend etwas, egal was, ist der Wert an sich: Das Leben ist aufregend, Du bist wichtig, und im Mittelpunkt unsere Bemühungen!

Natürlich stimmt das nicht. Das Leben der so umflatterten Menschen ist langweilig, und sind eben nicht wichtig und im Mittelpunkt irgendwelcher Bemühungen. Aber das wirklich wichtige in ihrem Leben wäre noch viel, viel langweiliger. Und schwierig auch noch! Und damit wollen wir Sie doch nicht belästigen, oder? Sie könnten doch sowieso nichts daran ändern. Weil Sie nämlich gar nicht erst gefragt werden. Wuff.

Das Schöne daran ist, daß die ganzen bezahlten Rodeo- und Krankenhaus- Clowns, die in den Medien auf die menschliche Bevölkerung losgelassen werten, damit selber unwichtig sind. Außer zur Ablenkung. Und das wissen sie auch. Ich glaube, sie trinken. "Freuen Sie sich auf die Bundesligahhh!"

Wuff.

Freut euch des Lebens - so lange noch das Lämpchen glüht...

Und nun das Wetter:


Das Radio hat keine Bilder und muß diesen Nachteil durch noch größeren Unsinn wettmachen. Bürgermeisterwahlen in entlegenen Dörfern, Tiere und Gegenstände auf der Fahrbahn. Besonders beliebt sind Kanthölzer, "Plastikteile" und Spanngurte. Der vor Monaten in den Asphalt eingefahrene Spanngurt 3 bei Km 115 wird immer wieder gerne ehrenvoll erwähnt. Wozu gibt es Handys.

Und natürlich werden auch in beiden Medien immer wieder die Namen der Nachrichtensprecher zukünftiger Sendungen gerne erwähnt, so wie grundsätzlich alles angekündigt wird - insgesamt mit mehr Zeitaufwand als die so angekündigte Sendungen selber. Die Namen der Nachrichtensprecher sind so wichtig wie die Namen von Call-Center-Mitarbeitern, die zuckersüß ins Telefon flöten, was sie für einen tun können. Man wird sie unter diesem Namen erstens nie wieder erreichen können, und zweitens wird bei Beschwerden jeder leugnen, daß jemand dieses Namens in diesem Call-Center arbeitet. Was ja auch stimmt. Die Call-Center sind ja auch ein Medium, das zwischen Kunden und Firma geschoben wird, damit der Kunde an die Firma nicht mehr herankommt.

Pandämonie und Klageweiber!


Es ist ja schön und gut, daß die Menschen sich etwas über Dinge erzählen, die sie emotional bewegen. Aber ihnen zu erzählen, was sie wie bewegen soll, ist häßlich und schlecht. Es ist Propaganda, auch im scheinbar unpolitischen Bereich. "Na, der ist aber trotzig. Wie traurig!" Es ist ein Erziehungsprogramm, daß davon ausgeht, daß die Menschen, die da zuhören und -schauen, nicht erzogen sind. Oder ist es ein Umerziehungsprogramm? Am allermeisten ist es aber ein Emotionalisierungsprogrammm, daß die Menschen gefangen hält und steuerbar macht, weil sie sich gegen ihre Gefühle nicht wehren können. Siehe 1984 und Brave New World.

Der Intellekt, die Vernunft wird nicht angesprochen. Zur Erinnerung noch einmal die Ölkurve, diesmal aus dem Jahre 1974.

Huch?

Als hätte man es nicht gesehen.
Sie hat sich kaum verändert, die Prognose...

Wuff.

In der Demokratie sind Wähler Entscheidungsträger. Manipuliert die Entscheidungsträger, manipuliert die Entscheidung. Emotionalisiert! Adjektivisiert! Berichtet nie Neutral! Lobt in den Himmel, verdammt in die Hölle! Verflucht, Verdammt, und Halleluja! Und vor allem: Personalisiert! Erwähnt immer mal wieder die Namen der Nachrichtensprecher! Auch wenn sie nichts zu sagen haben! Die wissen zwar nicht, was gerade passiert ist, aber das gerade etwas passiert ist, wissen sie. Und nennen den Namen dessen, der ihnen da gerade Gerüchte aus dem Internet vorträgt. Jawohl. Schweigen ist Blech, sich aufregen bringt Segen...

Inzwischen werden sogar richtiggehende Falschmeldungen geliefert. Das ist immer noch besser als gar nichts. All' das hat bereits Mark Twain karikiert, und das ist schon lange her...

Und zeigt Männer am Steuer ihres Autos immer von schräg unten, mächtige Entscheidungsträger in glitzernden Rüstungen, die ihren Weg selbst bestimmen. Das beruhigt und macht neidisch gleichzeitig. Zeigt Taxifahrer und Chauffeure dann von schräg oben. Schon Tucholsky sagte, das Volk verstehe das Meiste falsch und fühle das Meiste richtig. Doch das muß verhindert werden.

Die ständige Aufforderung, Spaß zu haben und sich des Lebens zu freuen, ist eine sicheres Zeichen für eine - ja erst noch kommende - Krise. In guten, zukunftsfreudigen Zeiten ist eine solche Aufforderung ebenso albern, überflüssig und fehl am Platze wie Reklame für gute Ware. Fun & Games, Brot & Spiele. Allerdings, vor nicht allzu langer Zeit gab's dafür schon den militärischen Befehl: "Stimmung!!" "Wir machen Programme von Alkoholikern für Alkoholiker" so lautet angeblich die interne Erkenntnis bei einem TV-Sender.

Hinzu kommt die "Rumänische Wettervorhersage". Im kommunistischen Rumänien fiel angeblich die Temperatur offiziell im Winter niemals unter 18 Grad minus, egal wie kalt es war. Sonst hätten irgendwelche Vorschriften gegriffen. Im freien Westen ist auch die Wettervorhersage frei, und so wird von den Zuständigen laufend besseres Wetter vorhergesagt als dann tatsächlich eintrifft.

Traut euren Gefühlen nicht!


Schlechteres Wetter als vorhergesagt ist halt persönliches Pech, kann ja mal vorkommen, die Wetterfee hat sich, wie die Lottofee ja auch, doch ganz doll motiviert durch das vorhergesagte Spaßwetter, so viel Mühe gegeben und außerdem ist niemand haftbar zu machen.

Einer der Tricks dabei ist, die prognostizierte untere wahrscheinliche Tagestemperatur, die ja mindestens genauso wichtig ist wie die obere, als "negativer" Wert möglichst selten erwähnt wird; wenn es irgend geht, ur noch die obere, "positive". Aus "von - bis" wurde wie in Rabattschlachten ("20% auf alles - seid froh! Wir könnten auch mehr fordern."), Gewinnspielen, Bankreklame und anderem unseriösen Dönekes "bis zu". "Bis zu" kann auch null sein. "Bis zu" heißt höchstens, nicht mindestens. Und dann beschweren sich die Menschen, daß sie mit der Wettervorhersage nichts mehr anfangen können, weil sie nicht mehr "stimmt". Denken Sie positiv! Sie hätte stimmen können! Und? War das Gefühl nicht angenehm?

Alles muß immer ganz großartig sein, sonst bleiben die Käufer weg.

Oder wie es eine Figur im Film Sin City es ungefähr ausdrückte: Wenn du erst einmal Jeden davon überzeugt hast, daß er seinen eigenen Gefühlen nicht trauen kann, hast du die Welt bei den Eiern.

Doch das Ganze bleibt nicht ohne Nebenwirkungen:

Sprache wird bedeutungslos


"Kostenlos" bedeutet heutzutage ja "Kostenlos, nachdem Sie es bezahlt haben". Der Eintritt mag kostenlos sein, die Teilnahme ist es nicht. Auch "Werbefinanziert" heißt ja nicht "Kostenlos" - bezahlt wird es über die den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen, ob gewollt und/oder beworben oder nicht: es ist eben auch eine Gebühr, wenn auch eine versteckte.

Und macht euch nichts vor, auch "harmlose" und "werbefreie" Sendungen sind nicht als Reklame für den jeweiligen Inhalt. Sie wurden von diesen und einzig für diese finanziert. Das Drumherum ist nur Verpackung. Um diesen ruinösen Umtausch von Verpackung und Inhalt geht es bei dem Hütchenspiel. Immer gibt es nur Gewinner. Merkwürdig, oder?


Falsch in jeder Sprache - und das Apostroph´ ist falsch
Lange zuvor war es bereits zur Unsitte geworden, nicht nur mit Fremdwörtern und Fremd - Grammatik ("By-Denni's" - in jeder Sprache falsch, aber sehr nette Leute da...) um sich zu werfen, sondern auch durch Anführen von völlig unironisch gemeinten Worten wie "Sie" oder "bitte" zur sprachlichen Albernheit beizutragen.

Schön auch immer wieder die Bestätigung der Glücksspielerei, mit den Worten "Ich wünsche Ihnen viiiiiiiiieel Glück" - wobei die Unwahrheit eben darin liegt, daß man im Glücksspiel (wie in so vielen Dingen) zwar Einzelnen viel Glück wünschen kann, nicht aber Allen.

Doch was soll's? Radio und Fernsehen dienen doch nur noch der Ablenkung auf die hauseigene oder befreundete Webseite, wo es - O Zufall - von Tinnef und Werbung nur so wimmelt. Auch Nachrichten sind inzwischen nur ein Portal, ein Lockmittel für das, für den Medienarbeiter und seinen Sponsor, den Produzenten, eigentlich Wichtige: Werbung und Reklame. Ein Konzept, das nach dem II. Weltkrieg in den USA entwickelt wurde. Ganz konkret: Die Medien leben von der Werbung, die sie ihren Kunden verkaufen können, und diese erfordert die Aufmerksamkeit der Konsumenten. Oder, wie es auf einer Internet- Messe 1999 gesagt wurde, die Augäpfel.

Und deshalb wird sie, die Werbung, auch immer, allen Beteuerungen zum Trotz, viel lauter gespielt als die umrahmenden Filme und Sendungen, die zu ihr hinführen.


Noch einmal: Der Konsument ist nicht der Kunde.


Es wird im Fernsehen nach neuester, aber eherner Regel 1x pro Nachrichtensendung auf die eigene Seite im Internet verwiesen - ob dazu nun ein Anlaß besteht oder nicht. Besteht keiner, wird einer geschaffen. Denn das Thema, mit dessen Hilfe auf die Internetseite verwiesen wird, ist völlig beliebig; so beliebig wie die Nachrichtenauswahl selbst.

Man erkennt es eben an der eisern-1-mal-verwiesen-Regel. Nie passiert es, daß es keinen Anlaß gibt; nie mehr. Nun, gäbe es fünf, genügte ja auch der eine Hinweis. Angeblich geschieht das, um weitere Informationen zugänglich zu machen. In Wirklichkeit geschieht es, um weitere Reklame Konsumenten zugänglich zu machen.

Die Nachrichtenauswahl in der Sendung ist allein schon deshalb beliebig, weil die ganze Nachrichtensendung eigentlich nur noch dem Verweis auf die Internetseite dient; wie beliebig die Themenauswahl in Nachrichten- und Diskussionssendungen bereits ist, zeigt sich schon in der Art, wie darin die meisten Aussagen die Wahrheit gerade so weit unterschlagen, um sie unwirksam zu machen. Das beklagte schon Hans Sahl... Einerseits, damit die Menschen unterschwellig eine Gefühl der Unbefriedigtheit empfinden, das sie dazu führt, tatsächlich auf den beworbenen Internetseiten nach dem echten Inhalt zu suchen; und was finden sie dort in diesem Zustand der agitierten Suche nach Wahrheit? Diese natürlich nicht, sondern, oh Wunder, Tinnef, sowie weiteren Tinnef, Reklame, Werbung, Tinnef, und Reklame.


Allerdings sind die meisten Menschen auch weniger an der Wahrheit interessiert als an ihrem Vorteil "Von der Wahrheyt nur so viele, als sie dem Vortheile nütztet"

Wenn ich so auf dem Sofa liege und mir ansehe, was die Menschen sich so antun...

Was man noch vor sich hat, hat man noch nicht hinter sich.


Dienstag, 14. Juli 2009

Die Welt der Medien


Bleiben wir noch eine Weile in der Irrealen Welt

 

Sehen wir Fern, hören wir Radio, lesen wir Magazine. Denn die Medien berichten nicht über die Wirklichkeit, sie inszenieren -mit einem immer größeren technischen Aufwand- ihr eigenes Bild der Wirklichkeit, in dem ihre Mitarbeiter selbst die Hauptrolle spielen: Als 'Model', Schreiber, Sprecher, Kameraträger. Etc.

Das Resultat ist eine Gesellschaft, in der alle zugelassenen Mitglieder sich gegenseitig andauernd versichern, wie wunderbar und großartig doch alles sei, vor allem sie seien; Gewinner ist der, der -wie bei einem Symposion von Handelsvertretern, im Börsenhandel oder auf einem Magiertreffen- allen anderen dabei am erfolgreichsten etwas vormachen kann.

Das wirklich Schlimme daran ist, daß die Werbe- und Medienwelt sich selbst letztendlich als die einzige Welt propagiert, in der noch ein Einkommen erwirtschaftet werden kann; was ersten nicht stimmt und wobei zweitens da, wo es stimmt, dieses Einkommen aus fremden Quellen stammt - nämlich den Abnehmern aller Waren und Dienstleistungen, ob diese nun beworben werden oder nicht. Sie finanziert sich, wenn man es so will, aus einer Art privat erhobene Konsumsteuer auf alles, was es zu kaufen gibt. Im Grunde ging es schon los, als beispielsweise der Boxverband sich auflöste und es nun 25 Weltmeister in jeder Gewichtsklasse gibt. Es wird zwar nicht mehr wirklich geboxt, und die vergleichsweise untrainierten Fettsäcke, die in den Ring gestolpert kommen, sind mit Reklame übersät, aber wen interessiert das eigentlich noch.

Hinzu kommt, daß alles ausgerechnet in dem selben Moment dramatisiert werden muß, wo es trivialisiert wird - reine Ablenkerei. Zu den dabei angewandten Mitteln gehört beispielsweise der vollkommen blöde Füll-Zusatz "und Co." bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Eine Kompanie ist eine Wirtschaftsunternehmen, und nur da macht der Zusatz einen Sinn. Auch dieses Mantra soll nichts als verwischen und ablenken. Ein Medium zu sein kann auch mit irrealer Geisterbeschwörung zu tun haben.




Und es gelingt..

Nicht nur tanzen jetzt alle Menschen-Mädchen auf allen Bühnen der Welt gleich; der Blick auf einen Zeitschriften-Kiosk belehrt uns, daß auch alle Menschen-Frauen gleich auszusehen haben- und zwar blond. Das geht so weit, daß sich Menschen, ganz offen in ihrer naiven Empörung, über die dunklen Haare einer Mediensprecherin beschwerten- sie mache damit die Nachrichten so düster. Früher, vor wenigen Jahrzehnten, verlief die Grenze zwischen Gut und Böse noch zwischen Männern und Frauen: Männer waren für des Unangenehme zuständig (und wehe wenn nicht) Frauen für das Angenehme (und wehe wenn nicht). Das Ungute wurde nach außen verlagert, auf die Straße, in das Feld, auf den Kriegsschauplatz. Heute verläuft die Grenze vielleicht nicht mehr so scharf zwischen Männern und Frauen; tatsächlich aber doch. Nur die Vorwürfe haben sich verschoben. Alles Andere ist so geblieben, und wird auch so bleiben.

Die Menschen wollen die Welt falsch, hell und heil dargestellt haben; alles andere macht ihnen Angst. Dabei wollen sie nur nicht wahrhaben, daß es gerade ihr eigenes Tun und die Mißachtung des Unguten ist, das ihnen ihr Leben ruiniert. Sie wollen einfach jenen Glauben, die ihnen viel Geld und Spaß auf Kosten Anderer versprechen. Die Rechnung folgt.

Doch schon allein das Konzept der Werbung, der Dauerwerbung zumal (nicht so sehr der Werbung für einzelne Produkte -diese sind nur notwendige, beliebige pars-pro-toto Symbole- sondern der Werbung an sich), hat etwas zutiefst verstörendes- weil sie ganz offensichtlich völlig überflüssig ist. Mehr noch: sie ist geradezu das Merkmal, das Zeichen eines Überflußproblems: Reklame wird nicht gemacht für etwas, von dem es zu wenig gibt, sondern zu viel.





Die Magersüchtigen sind es, die Beschädigten, die uns erzählen, wie schädlich Kalorien in einer übersättigten Umgebung sind, indem sie jede einzelne Kalorie abwehren - während die Werbung uns zum Dauer- Essen verleitet. Das geht so weit, daß sie die Gesundheitspropaganda dahingehend usurpiert hatten, statt drei großen Mahlzeiten am Tag "Viele Kleine Mahlzeiten" als gesund zu propagieren - wohl wissend, daß sie in ihrer Summe nicht klein bleiben.

Und weil es sie ekelt.

Wo sind die Menschen gelandet, daß sie sich an ihren suizidalen, gestörten Kindern ein Beispiel nehmen müßten?


Wuff.


Und dann werden Diäten verkauft, die das Problem weiter verschlimmern und den Teufelskreis anheizen, statt ihn zu durchbrechen. Es soll ja auf gar keinen Fall weniger konsumiert werden: Damit würden sich die werbefinanzierten Medien selber das Wasser abgraben. Dabei gibt es genügend Menschen, die auch ganz ohne Werbung konsumieren würden; eben weil sie Mangel leiden und keine Überfluß. Der Überfluß existiert ja alleine dadurch, daß sich jene sich nicht leisten können, wozu andere erst verführt werden müssen. Als Chinas eine Milliarde Menschen begannen, sich für Milchprodukte zu interessieren, brach im Europa des staatlich geförderten und künstlich begrenzten Milchmarktes kurzzeitig die Panik aus. Und als dann die Chinesen sich anderweitig umsahen, dauerhaft.

Es zuviel Milch produziert, die Käsepreise steigen, Kunstkäse ("Analog-Käse") aus importiertem Pflanzenöl überschwemmt den Markt, obwohl eigentlich nur aus Haltbarkeitsgründen hergestellt und erfunden. Nun schlachten die Bauern ihr Milchvieh; die Rindfleischpreise werden fallen, oh je; dabei ist doch noch genügend Gammelfleisch in den Tresoren und Kühlhäusern, das zu Analog-Fleisch gepreßt werden kann. Oder man gibt es gleich kannibalistisch den verbleibenden, von Natur aus eigentlich lieber Gras fressenden Kühen zu fressen, damit sie wieder mehr Milch produzieren können. Oh weh, oh je, oh BSE.


Das gilt natürlich nicht für mich!






Glenn Frey hat in den "Smuggler's Blues" die illegitime Wirtschaft mit den wunderbaren Worten beschrieben: Du kannst weder gewinnen noch ablehnen. Und jemand wird dabei verlieren.

Nun, in der Krise, brechen sich die drei großen Mahlzeiten wieder ihre Bahn.

Es wird zuviel produziert.


Wuff.





Die Hälfte der Wirtschaft ist Psychologie

 
Das ist natürlich Unsinn.

Fragen Sie mal einen Bauern, was seine Kartoffeln von Psychologie halten. Nur was die Menschen sich unter Wirtschaft vorstellen, ist vielleicht zur mehr als die Hälfte ein Resultat der angewandten Psychologie. Dann stimmt's im Durchschnitt wieder...
 
Viele Psychologen brauchten ein neues Betätigungsfeld, nachdem ihnen Impotenz und Magengeschwüre genommen wurde. Am Tage wo Viagra auf den Markt kam, krochen sie aus dunklen Löchern ans Licht der Fernsehstudios und starben qualvoll einen fürchterlichen Tod, weil sie die Leuten nicht hatten heilen können, sondern ihnen nur helfen, damit umzugehen, wenn... aber behauptet hatten sie stets das Erstere. Das war, allerdings, eines der seltenen aufklärerischen Momente in diesem Medium - das sich natürlich sofort anschließend auf die Dauer-Inszenierung der menschlichen Sexualität stürzte, insbesondere der kommerziellen und deren Protagonisten, getarnt als soziale und gesundheitliche Aufklärung.

Nun suchen sich die Überlebenden neue Opfer. Früher gingen die entscheidungsbeauftragten Könige zum Hofastrologen, zum Wahrsager, zu den Auguren, zum Orakel von Delphi, dem damaligen Mittelpunkt der Welt. Heute hört man auf seinen Börsen-Guru und den Wirtschaftsweisen von der Wall Street. Das sich gegenseitige Bestätigen, daß man ein Anrecht hat, hält die Preise hoch. Eine Weile.

Warum brauchen die Menschen so etwas? Weil sie nichts wissen, aber das nicht wissen wollen.

Der Mensch denkt totemistisch. Er braucht immer ein Symbol, ein Zeichen, das seine jeweilige Gültigkeit bestätigt - und das Tabu, daß diese Gültigkeit unantastbar macht. Fällt das Tabu, fällt der Totem, fällt die Gesellschaft mit ihnen.


  • Dazu gehört "Das Wort haben" - das Rednerpult in politischen Versammlungen, das
    Redehölzchen im Kindergarten, die Redemuschel in "Herr der Fliegen". Es ist geboten, zuzuhören, und verboten, dazwischen zu reden

  • Dazu gehört "Das Sagen haben" - es ist geboten, Beschlüsse duchzusetzen, und
    verboten, sich dem zu widersetzen

  • Und dazu gehört das Geld. Es hat einiges bedurft, die universelle Gültigkeit des
    Geldes durchzusetzen. Es ist geboten, zu bezahlen, und verboten, nicht zu verkaufen.




Astrologie und Alchemie und Chaos


Es zeigt sich nun in der Krise, daß sie eigentlich nicht wirklich wissen was sie tun (Jugendliche liefern sich ein Autorennen auf eine Klippe zu. Wer als letzter abspringt, erhält das Geld, wer zu spät abspringt, wird zerschmettert. Nur wird das fatale Rennen diesmal mit vollbesetzten Bussen abgehalten- unter dem anfeuernden Geschrei der Insassen).

Eine Zeitlang hat die sich selbst erfüllende Prophezeiung, Kaffesatzleserei und Wahrsagerei Erfolg, und insbesondere die Hofastrologen und Propheten werden "Gewinner"; zum Beispiel "Rating-Agenturen" - man könnte sagen, Rate-Agenturen ("Da kommt man echt in's Grübeln. Wir raten ihnen, das Zeug zu kaufen"). Dann gewinnt die Wirklichkeit und verteilt ganz neue Karten - aber das "hat ja keiner wissen können". Richtig. Astrologie und Alchemie sind nun einmal keine Wissenschaften, sondern deren Vorläufer. Ihre Regeln sind zwar kompliziert und folgen einer inneren Logik, sie hängen jedoch ohne Basis im luftleeren Raum - und so können winzige Änderungen an den Anfangsbedingungen eine völlig anders Ergebnis zeitigen. Und eben dieses wird dann immer als Entschuldigung angeführt, das Leben sei nun einmal chaotisch.

Das ist zwar vollkommen richtig, aber Chaos mit Chaos zu erklären ist ein Zeichen der Hilflosigkeit. "Wir wissen nicht was kommt, da wir dort noch nie waren... " Ach ja. Schön, das beseitigt für eine Weile die Gläubigkeit an die Schamanen, Kaffesatzleser und Astrologen der Finanzwelt. Die Krise als Chance... Bis dahin wurden "Die Börsianer" als Entscheidungsbefugte und privilegierte Gruppe dargestellt - was sie ja auch sind und waren. In der Geschichte war das immer schon ein Zeichen dafür, daß der Zusammenbruch kommt. Eigentlich unmittelbar bevorsteht. Prives Legium, das Private Vorrecht, zerstört jede moderne Gesellschaft. Doch irgendwann kommen Leute von innen oder von außen und räumen brutal auf.

Chaotisch bedeutet eigentlich: Stabil. Chaotische Systeme, wie beispielsweise Planetenlaufbahnen, haben sich aus einer (vorherigen, unbekannten) Situation selbst herausgebildet, und sind dann innerhalb eines (unbekannten!) Toleranzbereiches nur schwer zu beeinflussen, um ständig -und ruckartig- in einen alten Zustand zurück oder -was noch gefährlicher ist- bei überschreiten des Toleranzbreiches in einen völlig neuen und ebenso unbekannten Zustand zu kippen.

Chaotische Systeme sind nicht linear vorherberechenbar, denn sie reagieren nicht linear, d. h. ein wenig mehr oder weniger kann entweder gar nichts bewirken, oder bereits zu viel. Man kann sich an ihre Grenzen nicht herantasten, da diese Systeme nicht graduell, sondern plötzlich und abrupt reagieren, mit einer über Zeit und Raum angesammelten Wucht; und eigentlich ist jedes System chaotisch, denn es gibt immer einen Toleranzbereich. Es ist das alte Schachbrett- oder Seerosenteich-Problem: Ein Teich, auf dem am ersten Tag eine Seerose blüht, am zweiten Tag zwei und am dritten vier blühen, und so weiter, ist am, nun, 1000. Tag bis zur Hälfte bedeckt; kein Problem ist in Sicht. Bereits am nächsten Tag ist er voll und kippt um.

Man kann den Ast, auf dem man sitz, immer weiter ansägen und ansägen. Und nichts passiert. Der Bruch kommt plötzlich, und keine Anstrengung der Welt kann dann den Absturz mehr verhindern. Wie sagte Thomas Hoof? Die Welt ist gelagert und läßt vielleicht mit sich spielen, aber nicht wirklich mit sich spaßen. Eigentlich eine uralte alte Erkenntnis. Sie wurde nur vergessen im Zuge der Hochmut.

Doch bereits in, vielmehr vor, der letzten großen Finanzkrise wurde daran erinnert - in der Ballade "Goldrausch" von Ferdinand Avenarius (1856-1923). Sie erzählt die Geschichte von Fischern, die einen goldenen Fisch in ihrem prall gefüllten Netz finden. Als sie trotz aller Bitten gierig diesen Sohn des Meergeistes behalten wollen, verwandeln sich auch alle anderen Fische im Laderaum zu Gold und reißen den Kutter mitsamt der Mannschaft in die Tiefe, noch während sie in ihrer neu gewonnenen Verzweiflung das Gold, auf das sie eben noch so scharf waren, ins Meer zu schaufeln versuchen.





Die Betrachtung der Realität


Erst als die Chemie das Periodensystem einführte und die Astronomie das heliozentrische Weltbild, konnten die Menschen überhaupt anfangen verläßliche Aussagen zu tätigen über das, was geht, und wie, und wann, und immer wieder- und was nicht. Denn die Regeln wahrer Wissenschaft sind einfach und unumstößlich. Die Aufklärung ersetzte, wie jemand sagte, das Bekenntnis durch die Erkenntnis- aber das nicht zum ersten Mal in der Geschichte und wie immer nur partiell. Das gilt immer nur für das Bekannte und nicht für das Neue und Unbekannte. Da gelten, notwendigerweise, die alten Regeln des Glaubens. Man nehme nur einen Text aus der Alchimie und der Chemie, aus der Astrologie und der Astronomie und vergleiche sie untereinander und mit einem heutigen Text aus den, damals geborenen, Wirtschaftswissenschaften - oder dem aktuellen Börsenbericht.

Oder, zur Abschreckung, bestaune man das neu entstandene Börsenfernsehen, in dem "Börsenprofis" ihre völlig kalte Kapitalverwertung über Einkaufszentren beschreiben. Beispielsweise. Fremde Länder oder Kulturen oder Menschen tauchen in diesen Gesprächen wirklich nur als Hindernisse oder Zinsbringer auf. WAS ihnen letztendlich verkauft wird, ist völlig gleichgültig. Nun, der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Absichten. Daran erkennt man ihn.

Und das sind noch nicht einmal welche.



Wuff.


Denn auch wenn es längst erwiesen ist, daß es beides nicht gibt, suchen die Menschen in der Wirtschaft noch immer nach dem Stein der Weisen, der Dreck in Gold verwandelt, ihn also wertvoller macht, als er ist, und das nicht nur in den Augen der Betrogenen. Sie suchen weiterhin nach dem Perpetuum Mobile, dem verlustlosen Bringer endloser Gewinne.
Die so genannten Wirtschaftswissenschaften hängen genauso im luftleeren Raum wie zuvor die Alchemie (die es heute nur noch im Verborgenen gibt) und Astrologie. Halbwahre Zufallstreffer in der Prophezeiung können weder eindeutig erklärt noch wiederholt werden, und so ist jede Ansicht und Theorie gleich gut. Doch auch Astrologen loben einander für besonders schön ausgearbeitet Diagramme.

Und in diesem Zusammenhang tritt nun ein weiterer Kandidat dafür zu Tage, nicht als Wissenschaft ernst genommen werden zu dürfen: die theoretische Psychologie, zu weiten Teilen. Die ja wie erwähnt die Hälfte der Wirtschaft darstellen soll. So sagen die Wirtschaftswissenschaften, wenn sie sich wieder einmal in Erklärungsnot befinden. Das trifft sich gut, denn auch in der Medizin wird alles (bislang!) unerklärliche auf die Psyche geschoben.

Das haben beide nicht verdient. Weder die Psychologie, noch ihr Sujet, die Psyche selbst.
Etliches mag ja stimmen und hin und wieder von Erfolg gekrönt sein. Das Kriterium einer Wissenschaft ist jedoch nicht die zufällige und gelegentliche, sondern die nachweislich wiederholbare Treffsicherheit ihrer Voraussagen - wie bei der Artillerie, die Sloterdijk nicht zu unrecht als das beschreibt, was die Weiterentwicklung der menschlichen Kultur ermöglicht hat.


Wuff.


Aber im Grunde wissen Alle, daß das alles nicht wahr ist, sondern daß nur das zur Zeit herrschende Imperium Geld eingesammelt für einen und verbrannt hat in einem andauernden Krieg um den letzten Tropfen Öl - und das gerechterweise auch bei denjenigen, welche zwar nicht mitmachen, aber durchaus das Öl und die Gewinne daraus haben wollten.

 Ohne Öl kein Gewinn.


Und ohne Gewinn keine Auszahlung der Lebensversicherung.


Wuff.



Mittwoch, 10. Juni 2009

Die inszenierte Wirklichkeit




Schöne neue Medien-Welt


Denk Positiv!


Nachdem in den Medien in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts das Negative und der Wunsch nach Veränderung im Vordergrund stand, begann in den 80ern und 90ern (nicht zufällig zeitgleich mit dem Aufpumpen der Finanzblase, der Vergabe falscher Kredite) der Umschwung: Nur noch das Positive war wichtig. Mehr noch:


An Allem war Alles nur positiv zu sehen.



Besser noch: Alle vielversprechende war euphorisch zu begrüßen. Dabei ist die Euphorie, medizinisch gesehen, der irrational aufblühende Zustand kurz vor dem Exitus.

Diese neue Masche, die zuerst in der Vermarktung der eigenen Produkte auftrat, dann in der Vermarktung des eigenen Tuns, dann in der Vermarktung des eigenen Selbst, wurde zum Leitbild der Medien, als die Menschen begriffen hatten, daß sie damit Geld machen konnten - im hier besprochenen Sinne, nämlich durch Vergabe von Kredit, also von Vertrauen auf Versprechungen.

Wie ein Unternehmer bekannte, war spätestes seit Anfang dieses Jahrtausends öffentlich bekannt (und intern allen Beteiligten natürlich schon viel länger), daß nur noch zwei Prozent der täglichen Devisentransaktion von zwei Billionen US-Dollar durch einen realen Austausch von Gütern gedeckt war, daß die Geldschöpfung allein aus der Kreditvergabe der privaten Banken hervorging, und daß die regelmäßigen G7- bzw. G8- Treffen letztlich nur dem Versuch dienten "die Jonglierbälle in der Luft zu halten"; und daß dies eines Tages nicht mehr zu schaffen sein würde.

Doch so wie Geld durch Kredit-Vergabe aus dem Nichts geschaffen werden kann (und wird), kann Geld genauso durch Kredit-Vernichtung wieder im Nichts verschwinden. Es hat was von Quantenphysik an sich. Und wie jemand es sagte, zur Lösung der Krise müßte man vor allen die bestehenden, aber außer Kraft gesetzten Regeln wieder in Kraft setzen - allerdings mit einer kompetenten internationalen Überwachungsinstitution. Nur - wer will das schon.

Unschöne Begleiterscheinungen wurden medial unter den Teppich gekehrt, selbst wenn sie 10:1 oder 100:1 überwogen - sie wurden einfach nicht mehr erwähnt. Kamen sie doch versehentlich zur Sprache, dann gaben die Menschen der Sache schnell einen "Spin", so der Fachbegriff; eine Dreh, und wenn es sich um die eigenen Sachen handelte, ins Positive.

Früher, zu anderen Zeiten noch, nannte man das: Propaganda. Endlose Werbung, endloses Schönreden des eigenen Tuns: Woher kennen wir das bloß noch, in anderen Bereichen? Ach, da war doch was...damals...

Das Resultat ist nach dreißig Jahren eine völlige Verblödung und Hilflosigkeit aller Beteiligten.


Wuff.


Antwortete Erich Kästner noch auf die aggressive Frage: "Wo bleibt denn da das Positive?" Ein knurriges "Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt!", so antworteten die modernen Medienarbeiter: Ihr wollt das Positive sehen? Kein Problem, wir können liefern! Anything, anytime, anywhere! - Wie es schon angeblich die CIA 1970 in Vietnam sagte.

Wie war das möglich? Von gestern trennt uns schließlich kein Abgrund, sondern die veränderte Lage: Auf Grund des sprudelnden Erdöls wurden Speicher- Transport- und Übertragungskapazitäten so billig wie noch nie. Das fing schon mit dem Papier an; einen Wald zu fällen und zu Papier zu verarbeiten geht heute maschinell und in rasender Geschwindigkeit. Gleichzeitig wurde Lagerkapazität - bedingt durch den wachsenden Platzbedarf der Menschheit und angeheizt durch Spekulation und kriminelle Höherbewertung - immer teuerer. Denn das ist doch das schöne bei einer positiven Verstärkung: sie verstärkt sich selbst, bis sie das Aufnahmevermögen der Umgebung oder das die Leistungsgrenze des eigenen Systems erreicht oder sprengt. Nur der negative Regelkreis reguliert sich selbst.

Also lagerte man die in immer größeren Mengen hergestellte und transportierte Ware - und Information - beim Kunden aus. Übrigens auch die Dienstleistung - deshalb muß der Kunde alles selbst machen. Weil er es ja nun kann.

Es fehlte dadurch der Druck über die Finanzen, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Die Auslese erfolgte nun über die Quantität und nicht mehr über die Qualität. Mehr bedeutete besser. Kein Mensch kauft zehn Seiten bedrucktes Papier, wenn er für den selben Preis zwanzig bekommen kann; das ist zwar dumm, aber leider wahr. Es geht auch nicht anders: das, was vorher auf zehn Seiten stand, ist nun auf zwanzig verteilt; kauft er nun zehn, kriegt er nur die Hälfte von dem, was er vorher hatte. Das geht nach dem Kartoffeltheorem. Auch das ist Inflation.

Die nun vorhandenen Speicher- und Übertragungskapazitäten mußten so billig wie möglich gefüllt werden, und das ging nur über Fremdfinanzierung - also über Reklame, welche die Abnehmer von Waren und Dienstleistungen bezahlten (nicht unbedingt der zuvor beworbenen). Wie ein Werbefachmann sagte, hat ein durchschnittlicher Supermarkt 50.000 Produkte in den Regalen, wovon maximal 50 beworben werden - und 15 pro Kunden verkauft.

Eigentlich gibt es angesichts dessen nicht zu viel Werbung, sondern zu wenig. Denn wer wählt nach welchen Kriterien aus, für welches Produkt geworben wird, und für welches nicht? Oder ist das egal - es muß nur für genügend, aber beliebige Produkte geworben werden? Es ist den Menschen wohl egal, was die Leute ihnen abkaufen, Hauptsache, sie kaufen es ihnen ab.

Auch hier wendet sich das Blatt bereits in Richtung Quantität: die Unmengen von billiger Speicher- und Übertragungskapazitäten müssen mit Unmengen von bezahlter Werbung gefüllt werden. Sonst bleibt etwas leer- und das wird angeblich teuer. O Horror Vacui.

Andererseits gibt es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Werbung und dem, was die Menschen SPAM nennen - aus Sicht der Empfänger stiehlt sie ihnen die Zeit. Aber auch Zeit ist billig geworden - bis zur Wertlosigkeit. Also schlägt man sie gemeinsam mit dem Konsumenten mit Werbung und aufregenden Geschichten über Nichtigkeiten tot. Und Märchen über Geld, wie es still vor sich hin arbeitet und sich dabei auch noch vermehrt.

Der Engpaß ist nun nicht mehr die Speicher- und Übertragungskapazität, sondern, die Auf- und Abnahmekapazität der Menschen, die aus natürlichen Gründen - und auch aus philosophischen Gründen - nicht weiter erhöht werden kann. Sie wird völlig überladen; das führt zu geistiger Verstopfung und irrationalem Verhalten.

Mehr als sein gesamtes Geld ausgeben und sich dann bis an die Grenze verschulden kann ein Mensch nicht.


Wuff.


Es gibt jedoch, wie immer, Auswege aus dem Dilemma.

Erstens: Man könnte die Überkapazitäten schon am Eingang zerstören - mit Spamfiltern oder ähnlichen Vorkehrungen, die 80-90% der gesendeten Information vor dem Erreichen des Verbrauchers vernichten. Oder sie gar nicht erst senden.


DAS wäre positiv.



So stellte ein öffentlich-rechtlicher Dudelfunk angesichts der offensichtlich werdenden Finanzkrise seine halbstündigen Börsennachrichten ohne jede Ankündigung oder Begründung ein. Man wollte sich wohl nicht die Blöße geben, zu der Katastrophe mit randomisierten Kursnachrichten beigetragen zu haben, und irgend ein Entscheider sprach wohl das Machtwort. Alles in allem setzte man wohl auf das noch zu besprechende kurze Gedächtnis der Menschen: Wenn man sich jetzt davonschleiche, würde sich niemand daran erinnern, daß man am Tatort gewesen war.

Dann schien es, als ob die Krise vorüber gehen würde. Die Börsen stiegen wieder! Im zweistelligen Bereich! So wurde freudetrunken glucksend vermeldet. Man hatte noch etwas gefunden, was man ins Feuer werfen konnte.

Prompt setzten die halbstündigen Börsennachrichten wieder ein; wer nach den Nachrichten noch den Wetterbericht hören wollte oder nicht schnell genug an den Schalter kam, mußte sich wieder zwangsweise durch diesen Müll hören. Zeitgleich und schlagartig flossen die Briefkästen wieder über von Kreditangeboten, bezahlt aus den Steuergeldern des künftigen Kreditnehmers. Recycling money. Jemanden dazu zu bringen, sich selbst Geld zu leihen und dieses dann einem anderen zurückzahlen zu müssen, das ist die Kunst.

Dann stellte sich heraus, daß es wohl doch nicht so einfach sein würde wie in früheren "Schwierigkeiten" des DAX.

Also stellten die Sender die halbstündigen "Börsennachrichten" sang- und klanglos wieder ein. Bis heute vermißt sie keiner. Ja, sie können sich kaum daran erinnern, daß es sie mal gegeben hat - so sinnlos waren sie. Und es ist den Menschen so viel wohler dabei. Große Verluste entstanden den Sendern (oder den Zuhörern gar) wohl nicht; wohl aber den Aktienverkäufern und Jahrmarkt- Schreiern, die diese Nachrichten lanciert hatten. Doch ein geträllertes Liedchen mehr hier, eine blöde Beliebigkeitsnachricht mehr dort, und die entsetzlich fordernde Sendezeit war für's Erste gestopft.

Obwohl: Bei Lichte betrachtet stellten sie den Börsenbericht ja just in dem in dem Moment ein, in dem er nun für alle wirklich interessant geworden wäre - und nicht wie zuvor für niemanden, außer um durch diese Art von Frontberichterstattung irrational Angst, Schrecken und wilde Hoffnung zu verbreiten. Da scheint die selbe Kundenverachtung, Niedertracht und Gemeinheit am Werke wie zuvor, nur diesmal umgekehrt; denn Berichte über Dinge, die geschehen SIND, nützen an der Börse niemandem - außer dem Berichtenden.

B-BL BL BL BL BL BL BL BLP BLI...
Auch sie dienten freilich dazu, Zeit, freie Übertragungskapazitäten und Stille mit irgend etwasem zu füllen. Wir brauchen Inhalt, Inhalt, Inhalt!! Und zwar beliebigen. Stille läßt sich nicht verkaufen. Oder doch?

Die ebenfalls aus purer Niedertracht zwischen Nachrichten und Wetter plazierten, beliebten und ebenso sinnfreien "Verkehrsmeldungen aus aller Welt" ließen sich genauso einsparen. Untersuchungen haben nämlich ergeben, daß am schnellsten zum Ziel kommt, wer während der Fahrt sein Autoradio abschaltet und die "Verkehrsnachrichten" konsequent ignoriert.

Kundenfreundlichkeit sieht dagegen anders aus: auf den Punkt genau (und nicht irgendwann beim Umschalten zwischen zwei Werbeblöcken) die Nachrichten und den Wetterbericht, danach alles andere. Wer will, kann ja abschalten. Doch es gilt:


DU DARFST NICHT ABSCHALTEN!

(George Orwell, 1984).

Und natürlich: Ich bin Der Herr Dein Sender; Du sollst keinen anderen Sender neben mir hören. Denn Ich brauche die Reklamekunden.

Es geht um's Prinzip.

Die Menge an Nachrichten wird nämlich der Aufnahmekapazität des Hörers angepasst - und nicht etwa umgekehrt wie bei den Verkehrsnachrichten. Denn dort, wie ein Verkehrsredakteur unlängst erzählte, ist man seit einiger Zeit gezwungen, jede Meldung zu senden, unabhängig von ihren Wahrheitsgehalt; und zwar ungeprüft, und sei sie noch so albern oder unwahrscheinlich - zur Gefahrenabwehr. Sie KÖNNTE ja stimmen.

Was natürlich die Leute dazu bringt, per Handy fiktive Gefahren zu melden, um sich eine Jux daraus zu machen und einmal im Radio erwähnt zu werden - und die Polizei, diese jedesmal zu kontrollieren. Und die Redaktionen, die Gefahrenmeldung wieder zurückzunehmen - Wuff! Wieder Sendezeit gefüllt!

Doch so ist das Ergebnis einer geistloser Zwangshandlung: sie läßt sich manipulieren und ausnutzen.

Stille läßt die Leute zum Nachdenken kommen. Jeder Krieg ist Lärm; das besondere am Frieden sei die plötzliche Stille gewesen, so sagten die Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Hoffnung keimt auf. Hoffnung auf ein öffentlich bezahltes Radioprogramm, sinnvoll und nicht sinnfrei.

Zweitens: man könnte die der beworbenen Waren & Dienstleistungen abrufen bzw. Vernichten, ebenfalls bevor sie den Verbraucher erreichen. Dieser Weg ist die Zukunft. 
Denn ist einmal alles verbrannt, setzt ewige Dunkelheit ein.


Wuff.


Das es auch anders geht, zeigen wenige Juwelen, von Nachrichtenagenturen auf Dünndruck konzentrierte zusammengefaßte Depeschen über das, was in der Welt geschieht, die 1 x im Monat per Flugzeug an ausgewählte Abonnenten in den entlegenen Winkeln dieser Welt verteilt werden.

Und in den entlegenen Winkeln dieser Welt befinden sich Menschen, die zwar keinen Geld haben, aber auch keine Ware.



Die Krise ist 30 Jahre alt




Die neoliberale Deregulierungspolitik und Globalisierung (Ent-Regionalisierung) der Weltwirtschaft seit 1978 war bereits der Versuch, eine sich anbahnende verfahrene finanzielle Situation mit Überschuldung und Über-Liquidierung weiter in Gang zu halten.

Es erinnert an die Methode, Termine (meistens auf internationalen Konferenzen) durch physisches Anhalten der Konferenz-Uhr einzuhalten, in dem die Menschen darauf verweisen, daß sie ja noch nicht 0 Uhr anzeigt, während es in der Realität und auf den Armbanduhren der Delegierten bereits 5 Uhr morgens ist.

Und noch etwas anderes neben der Zeit wurde billig und damit wertlos: Geld.


Das blieb nicht ohne Wirkung. Dem Regenten Ronald Reagan gelang es in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit Hilfe der vom künstlich billig gehaltenen Öl aufgeheizten Wirtschaft und Rüstung seinen Gegner, die Sowjetunion, in den Bankrott zu treiben - ohne einen direkten militärischen Angriff. Es waren 8 Jahre großer Gefahr, aber ohne größeren militärischen Konflikt - aber natürlich viele kleinen, wie die Operetten-Invasion von Grenada und die Finanzierung von Osama bin Laden und seiner Leute gegen die Sowjetunion in Afghanistan. Andere Diktatoren im Hinterhof, wie Noriega, wurden mit Rockmusik zur Aufgabe gezwungen.

Im Grunde hat die Finanzkrise tatsächlich vor 20 Jahren ihr erstes Opfer gefordert- den Ostblock. Wenn das ihr Ziel war, dann hat man nur vergessen die Kriegsökonomie wieder auf Frieden umzustellen - oder man war nicht mehr in der Lage dazu. Nach diesem Wirtschaftskrieg lagen überall noch finanzielle Minen und Zeitzünder- Bomben herum, Geld, echtes wie falsches, mit dem das eigene und fremde Systeme, auch kommunistische, korrumpiert worden waren. Und wie nach jedem Krieg begannen die Kriegsgewinnler, Lagerplünderer und Munitionssammler dieses Geld einzusammeln und zu privatisieren. Man kennt das ja. Und nun gibt es überall noch finanzielle Minenfelder, die nicht betreten werden dürfen und die auch jetzt noch hochgehen, wenn man das tut. Es kommt die Böse Bank zum aufräumen.

Einer, der das bereits vor Jahrzehnten deutlich ausdrückte, war Josef Beuys: Überall gäbe es Nester von Geld, welche die Menschen aufstechen müßten, bevor sie Schaden anrichten.

Wie recht er hatte.


Vor Allem bedeutet "Globalisierung" natürlich Weltherrschaft - und das Zusammenschütten der kleinen Geldhäuflein, Vermögen und Staatsgelder dieser Welt zu einem einzigen, riesigen, gigantischen Geldhaufen, an dessen Spitze man sich als Globalist setzen kann, und damit automatisch reicher und mächtiger ist als alle anderen Menschen oder Staaten, und deren popeligen Gesetzen und Ansichten nicht mehr unterworfen - Wuff. Sie geben es ja offen zu.

^ + ^ + ^ = ^

Denn damit kontrolliert man sämtliche Schulden dieser Welt, und kann sie einfordern - oder bei Wohlverhalten auch nicht. Man kann nicht nur einzelne Mörder dingen, sondern ganze Armeen und Söldnerheere. So sieht es aus. Wer macht da mit? Jeder. Schon aus Furcht.


Noch heute fragen Börsenhändler ganz offen und ärgerlich im Fernsehen: "Warum rückt die Regierung nicht einfach das Geld raus!?" - Geld, das, wie die Menschen es auch drehen und wenden, ja durch zwangsweise oder freiwillig erbrachte Steuern eingetrieben wurde - und zwar an Leute, die ihre Waren und Dienstleistungen nicht mehr verkaufen können, weil ausgerechnet die besteuerten sie nicht mehr kaufen wollen oder können. Oder eben auf Kredit. Wörtlich.

Die Regierungen sollen ihnen also das Geld nachdrucken, daß sie sich selbst mit ihren Luftgeschäften in ihre Bücher geschrieben haben. Haften tun dann die Bürger in ihrer Gesamtheit. Öffentliche Staatsschulden sind gemeinsame Schulden. In anderen Worten:

"Wir werden weitermachen wie bisher. Was werft ihr uns eigentlich vor? Es tut uns fast schon leid, wie blöd ihr seid. Aber eben nur fast. Her mit dem Geld. Es ist bei uns in den besten Händen, nachdem wir uns gegenseitig nichts mehr leihen. Packt es, Jungs! Und Schnauze halten."

Die Menschen opfern dem Drachen eine Jungfrau nach der anderen, damit er nicht kommt und sie alle auffrisst. Und die Hohepriester dieses Tabus, bei denen die Jungfrauen letztendlich landen, sagen: ja, auch wir machen Fehler. Daß es gerade das gegenseitige Leihen war, daß diese Unmenge an Falschgeld hervorbrachte, gehört ebenso zum Tabu, wie die Beteiligung der Regierungen daran. Sie füttern das Monster, statt es zu töten. Damit es sie nicht tötet.


Wuff.

Damit das klar ist:

In einer globalisierten Wirtschaft ist es vollkommen gleichgültig, wo sich auf dem Globus die Produktionsanlagen befinden: Sie emittieren ihre Abgase immer in die selbe globale Atmosphäre hinein, und ihre sonstigen Abfälle in die selben Meere. Wuff.

Zwar war das in dieser Hinsicht schon immer gleichgültig; nur seitdem Produkte zwar regional, aber für einen globalen Markt hergestellt werden, nutzt es gar nichts, diese regionalen Produktionsanlagen an einem Standort zu schließen, um die Emissionen global zu reduzieren; sie werden schlicht an einem anderen Standort wieder aufgebaut (oder sogar dort hin transportiert), um dort erneut die Produktion aufzunehmen; und das häufig zu weit schlechteren Bedingungen. Ganz einfach, weil Menschen diese Produkte haben wollen. Und zwar weltweit. Wuff.

Und bei einer, wie inzwischen häufig, kleinteilig über den Globus verteilten Produktion ist da sowieso nichts zu machen.

Solange es also immer mehr Menschen gibt, wird auch die Nachfrage nach immer mehr Produkten steigen, und damit immer mehr Emissionen verursacht werden; und sei es auch nur in der Landwirtschaft. Gnadenlos. Wuff. Das nennt man "Wachstum".

Um Emissionen global zu reduzieren, muß man also nicht die regionale Produktion, sondern den globalen Markt verbieten. Viel Spaß dabei.

Es kann sogar im Gegenteil so weit kommen, daß Menschen einander mit Waffengewalt zwingen, umweltschädliche Produktionsanlagen wieder zu eröffnen, weil sie auf deren Produkte angewiesen sind, oder diese schlicht haben wollen. Sklavenarbeit also.

Nun, das wäre ja nun auch nichts Neues; so läuft das in vielen Ecken ja jetzt schon.

Wuff.






Zusammenbruch der Population (Bei Hefegärung)
Finanz- und andere Krisen entstehen durch Schönrechnen - und Schönreden. Das Ersticken am eigenen Abfall - hier an den eigenen Schulden - beginnt in jedem System erst langsam; es wird dann immer schneller, bis es recht plötzlich zum stehen kommt. Es ist wie bei der Produktion von Alkohol durch Hefebakterien. Irgendwann bleibt sie stehen, weil die Konzentration des selbst produzierten Alkohols die Hefe erstickt. Eine weitere Konzentration läßt sich dann nur noch mit Gewalt erreichen, dem Brennen.
Dagegen fragt das negative Denken nicht: Wo sind die Arbeitsplätze hin, wo ist das Geld hin? Sondern es fragt: Wo waren sie her? DA kann die Menschheit suchen gehen. Nicht im Abgrund; an der Quelle.


Diese Kurve nennt man übrigens heute "Seneca-Kurve" - nach dem Römischen Staatsmann.



http://www.konjunktion.info/2014/10/systemfrage-warum-der-kollaps-unausweichlich-ist/
Zusammenbruch der Produktion


http://www.be24.at/blog/entry/695927/seneca-klippe-der-dritten-art-wie-technologischer-fortschritt-den-kollaps-bei-fisch-erdoel-und-rubel-beschleunigt/fullstory
Zusammenbruch der Reproduktion



Schöne neue Reklame- Welt


Blättern sich die Menschen durch ein beliebiges Magazin, oder stellen die Fernbedienung auf "Automatik" - oder öffnen sie eine beliebiges mit Werbung überladenes Internetportal - dann zeigt sich eine heile, dynamische Welt des andauernden, schnellen, kurzfristigen Konsums und der schnellen Lösung komplexer Probleme. Über Inhalte wird darin nicht mehr berichtet, sondern darüber, daß jemand "gewonnen" hat. Na ja und? Das ist fast unvermeidlich; einer oder eine tut das fast immer. Wer oder was warum dabei auf der Strecke geblieben ist, wird nicht beachtet - oder maßlos aufgebläht. Das Schlimme ist, daß, wenn nun etwas schiefgeht, die Öffentlichkeit hilflos ist, weil sie die Umstände des Fehlers nicht kennt.

A (W) = ungleich (W): Die Abbildung der Wirklichkeit ist nicht die Wirklichkeit selbst.

Das trifft sich gut, wenn die Menschen sich untereinander Märchen erzählen wollen. Normalerweise nennen die Menschen das Betrug; an der Börse, dem Umschlagplatz für das irrealste aller Produkte, nämlich Geld, nennen sogenannte Insider es genauer "einvernehmlichen gegenseitigen Betrug" - bei dem es eine Menge Gewinner gibt, und eine noch viel größere Menge an Verlierern. Möglichst unter den Unbeteiligten. "Opfer" wurde zum Schimpfwort, wie jedes positivistische Wort. Gleichzeitig wurden möglichst viele Menschen in den Dienst der "Finanzdienstleister" eingebunden; und das ebenfalls seit dreißig Jahren. Jeder Mensch hat so einen in seinem Bekanntenkreis.

Denn ein Verbrechen, an dem genügend Menschen sich beteiligt haben, kann nicht mehr bestraft werden - es sprengt die Möglichkeit des Strafverfolgungssystems; so sagte es ein US-Amerikanischer Behördenmitarbeiter, der feststellen mußte, daß allein in seinem Zuständigkeitsbereich Zehntausende sich daran beteiligt hatten, Bewertungen für Grundstücke betrügerisch in die Höhe zu schreiben und zu treiben - entgegen der bestehenden Gesetze.

Eine weiter sprachliche Auswirkung des "Spin" ist, daß kein Mensch mehr andere um Verzeihung bitten muß; nein, er entschuldigt sich. Und damit ist es dann getan. Ein hochmütiger Kurzschluß; der Täter entscheidet selbst. Der Verletzte oder Beleidigte ist Staffage, nicht mehr Subjekt im medialen Geschehen. Und wer es wagt, Negatives zu benennen, wird exkommuniziert - mit allen daraus folgenden Konsequenzen.

Die Menschen sind nun einmal, wie alle Lebewesen, auf den äußeren Anschein angewiesen, um die Welt überhaupt erkennen zu können. Der Schein verdeckt aber das Sein, wie die Haut die Eingeweide. Das Schlimme an den hier beschriebene Zustände ist, daß es sich um eine von Menschen zur Täuschung von Menschen gemachte Scheinwelt handelt. Und nur Menschen werden von Worten getäuscht. Finanzen, Erdöllager, Meereshöhe, Viren und Bakterien, um nur einige zu nennen, werden es nicht.

Das Erstaunen ist groß.


Hinzu kommt: Seit Erwerb der Abstraktion und der Sprache haben die Menschen eine sehr selektive Wahrnehmung entwickelt - und ein extrem kurzes Gedächtnis. Nie erinnern sie sich daran, daß ihnen etwas schon einmal passiert ist - und davor bereits schon einmal; es ist wie in der Beschreibung der professionellen Spieler im Saloon, die sich gegenseitig gewinnen lassen, um die bereits abgezockten abzulenken und ihnen "neue Chancen und Perspektiven" zu eröffnen, während der Abzocker im Nebenzimmer bereits mit dem Besitzer abrechnet.

Sie wollen sich nicht erinnern, das widerspräche dem positiven Denken. Das nächste Mal kann es ja gut gehen. Aber eine Motte, die immer wieder gegen die Lampe fliegt, nennen sie blöd.

Zudem verwechseln die Menschen Worte mit Wirklichkeit und vertragen die Wahrheit nicht:

"Das sind nur Peanuts" war angesichts der finanziellen Dimensionen vollkommen korrekt und human, das

"Sozialverträgliche Frühableben" ebenso und überdies sarkastisch gemeint.



Die Menschen jedoch hörten nur die Worte - und bekamen Angst oder waren beleidigt.

Vor allem diejenigen, die es nichts anging.


Vorurteile überall.


Ein Tier würde nicht werten, sondern prüfen.


Wuff.




Mittwoch, 6. Mai 2009

Die Verbloedungs-Maschine


Die Verblödung: Der Wert an sich


Die Maschine: Kommunikation

Das Mittel: Die Nachrichten - Inflation


Es gäbe jeden Tag weltweit nur 7 Minuten echte Nachrichten - aber viele "Sender" von Nachrichten, die damit je 24 Stunden zu füllen hätten; so ein gewisser Jon Stewart. Die Folge: Alle schreien das Gleiche gleichzeitig.

Ein kleiner Junge wurde einmal gefragt, ob er schon dieses oder jenes wüßte. Die Antwort war: wenn er morgens in die Klasse käme, würden ihm sämtliche Nachrichten des Tages sofort derart entgegengeschrien, daß er rückwärts wieder hinaustaumele. Und in der Tat, eine bessere Beschreibung für den gegenwärtigen Zustand gibt es nicht. Alle schreien, und niemand hört mehr wirklich zu. Es herrscht völlige Redefreiheit, und sie ist sinnlos geworden. Das Publikum ist eine schreiende Schulklasse - und mitunter sogar ein kreischender Kindergarten.

Ob die Nachrichtensender nun die 7 Minuten echter Nachrichten auf 24 Stunden aufblähen, um die verfügbare Zeit zu füllen, oder ob sie -da dieses bei dem Verhältnis von 7 Minuten zu 24 Stunden nicht weiter auffallen wird- bereits die 7 echten Minuten schon geopfert haben, um ja keine Irritation durch die Diskrepanz von Sinn und Unsinn aufkommen zu lassen, das sei einmal dahingestellt. Wahrscheinlich letzteres, da es sich das auf Grund der reibungsloseren Gehirnwäsche als effektiver zeigen könnte.

Denn da haben wir ihn auch schon, einen dieser Mechanismen: "kann", "könnte"- oder auch nicht. Irgend jemand hat irgend jemanden wohl einmal verklagt, weil er oder sie Geld aus der Tatsache schlagen wollte, daß es nun einmal keine 100%-ige Garantie gibt, für gar nichts; und schon schwenkten die Anbieter um. Um sich ja keine finanzielle Blöße mehr zu geben, geben sie nun gar keine Garantien mehr, ja nicht einmal mehr Aussagen von sich. Ihre Produkte "können" vielleicht etwas bewirken- oder auch nicht. Das Schöne ist, damit wird jede Aussage völlig wertlos. Dieser Stein hier zum Beispiel könnte... Beweis mir mal das Gegenteil! Eine herrliche Verdrehung von Popper...

Und wer sich darauf einläßt, ist selber schuld. Wie, es gibt keine Alternative mehr? Selber schuld. Heeeey... Das geht ja auch bei Nachrichten! Warum über das berichten, was passiert ist? Da können einem so unangenehme Fehler unterlaufen... Besser, man "berichtet" über das, was vielleicht passieren könnte... oder eben auch nicht. Oder noch besser: man berichtet über Gefühle! Da kann man noch nicht einmal im Nachhinein für verantwortlich gemacht werden, denn Gefühle sind flüchtig, man kann sie weder leugnen noch nachweisen, aber immer behaupten: Der da hat was gehen dich, Cindy liebt Mindy, ist der aber süüüß, der ist aber traurig... und wie die da hinten sich freuen kann...!

Das Ganze führt dazu, daß die Menschen kollektiv und im Wortsinne um den Verstand gebracht werden. Obwohl diejenigen, die das betreiben, ganz genau wissen, daß nichts von dem, was sie sagen, stimmt, so sind es noch nicht einmal mehr Lügen; es sind Ablenkungen. Guck mal, da hinten! Ist das nicht interessant? Nein? Oder das hier? Und das da? Na siehst Du, wir finden schon was.

Schon lange vor der "Krise", aber genau aus dem Grund, weil sie jeder kommen sah, war deshalb auf allen Kanälen Dauer- Party angesagt; vielmehr: die Berichterstattung über die "Events" der Anderen. Und nachdem klar ist, daß es gerade die ärmsten der Armen treffen wird, wird noch genüßlicher über 3000-Dollar-Haarschnitte berichtet und wie selbstverständlich so etwas doch sei... ein "Event" ist im Übrigen nur ein "Ereignis"; aber das klingt schon wieder so langweilig...

Und warum sollte es die Leute vor den Fernsehern auch aufregen, wenn ihnen zum Hohn gezeigt wird, wie ein anderer, verwöhnter Mensch das fünffache ihres eigenen Monatseinkommens für einen Haarschnitt ausgibt? So kommt das Geld ja wenigstens wieder unter die Leute. Sie würden es außerdem ja gerne selber ausgeben und das Ganze mitmachen - verkennend, daß dann 3000 amerikanische Dollar im Handumdrehen so viel wert wären wie vormals 3000 italienische Lire: nämlich gar nichts. Es inflationiert ihr Gehalt, alles ist relativ. Im Grunde ihres Herzens wissen sie das; und sie wissen auch, daß in diesen Zeiten nur der Schnelle eine schnelle Mark macht, also versuchen sie schnell zu sein - was ihnen nicht gelingt. Und im Grunde ihres Herzens wissen sie auch, daß das viele Geld nicht für einen Haarschnitt ausgegeben wird, sondern um ihresgleichen davon fern zu halten.

Das schöne und ökonomische am Massen-Medium ist doch, daß teure Mücken zu kostengünstigen Elefanten gemacht werden. Ein örtliches Ereignis betraf früher Wenige; jetzt kann es sehr ökonomisch zu eine weltweiten solchen aufgebläht werden. Das kommt viel billiger, als weltweit viele solche Ereignisse örtlich stattfinden zu lassen; es betrifft auch indirekt viel mehr, direkt aber viel weniger Menschen. Früher einmal standen in Deutschland Tausende von Männer in Unterführungen herum und amüsierten oder langweilten die Leute unter lebhafter Anteilnahme des Publikums mit der Vorführung ihrer Käsehobeln. Heute sind es nur noch drei im Fernsehen - und die Zahl der verkauften Käsehobel ist nicht geringer geworden. Früher gab es in jedem Dorf eine Erntedankfest, und alle machten mit. Heute gibt es nur noch ein großes, künstliches - aber das wird landesweit übertragen: die Teilnahme erfolgt nur noch virtuell. Merke: Verkauft wird nur noch das Produkt, nicht mehr das Erlebnis. Und so trocknen die Menschen aus. Und kaufen sich Geld von den Marktschreiern des Kapitalismus, oder wie eben jener Jon Stewart sie beschrieb: "Glatzköpfige Männer, die im Fernsehen etwas über Geld herumschreien."

Kauft, Leute, kauft!


So gerät das erschwindelte Falschgeld stiekum wieder in den Wirtschaftskreislauf; gewaschen wird beim obigen Haarschnitt hauptsächlich das Geld und nicht das Haar der Kunden. Besser wäre es, dieses zu verbrennen. Und wer sich ein wenig über die Logik der Geldfälscherei kundig machen möchte, dem sei empfohlen: "Leben und Sterben in L. A.".

Schon immer waren überteuerte Rechnungen ein Mittel Schwarzgeld und Falschgeld zu verteilen. Wie beim Auslöser der "Finanzkrise" von 2008, der heillosen Überbewertung von Immobilien. Die "Besitzer" waren nur Strohleute. Woran man das erkennt? Die Häuser stehen leer. In den USA kampieren die ehemaligen "Besitzer" auf der Straße vor dem Haus, in das sie nicht zurück dürfen; es zieht aber auch kein anderer ein, weil es niemanden gibt, der sich das leisten könnte. In Spanien wurden in den letzten 20 Jahren ganze Landstriche zugebaut, die Preise für Häuser stiegen um 1000% - und sie stehen leer. Marktgeschehen ist das nicht...

Treffen sich zwei Bauern, sagt ein alter Ostfriesischer Witz. Der eine kündigt an, seinen alten Hofhund für 10.000 Euro auf dem Jahrmarkt verkaufen zu wollen. Der andere hält das für unmöglich und wettet dagegen. Der erste geht, kommt zurück und meldet Vollzug. Sein Wettgegner zweifelt und will sich das Geld zeigen lassen. Daraufhin zeigt ihm der erste zwei Hühner, die er auf dem selben Markt für den Preis für je 5.000 Euro erstanden hat.

Genau so lief das.


Nur wo findet sich ein zweiter Bauer, der soviel Geld für Hühner ausgeben will?
Zwischen dem leeren Haus und den Kampierenden ehemaligen Bewohnern patrouilliert eine Wächter mit eine Schrotflinte. Schon 1929 wurde in den USA Weizenfelder vernichtet und brach gelassen, um die Preise hoch zu halten, während in den Städten die Menschen ihr Brot nicht mehr bezahlen konnten und für Suppen anstanden... Man könnte sagen, Schrottimmobilen zu Schrotimmobilen.

Das seltsame ist doch, daß, von außen betrachtet, einerseits in den reichen Ländern ein riesiger Überschuß an nicht abgerufenen Waren und Dienstleistungen existiert, die sich selbst die Bewohner dieser reichen Länder nicht leisten können, obwohl sie- und das ist eine oft übersehener Punkt- diese selber hergestellt haben, während es in den armen Ländern ein ebenso riesiger Mangel an eben diesen Waren und Dienstleistungen existiert. Nicht nur kann aus ganz einfachen mathematischen Gründen sich der Arme nie 1 zu 1 die Waren und Dienstleistungen aus den Händen des Reichen leisten, wenn nicht als "kostenloses" Geschenk, als Fürsorgeleistung oder Wohltätige Spende - oder eingefordert über Steuern; in dem bestehenden System kann es selbst der Reiche nicht. Er tut es nur so lange wie er seine unausweichlichen internen Verluste an andere weitergeben kann - die dadurch verarmen. Das System kennt keinen Kreislauf.

Wuff.

Übrigens: Nicht nur Gegenstände, auch menschliche Leistungen können heillos überbewertet werden, um Schwarzgeld und Falschgeld zu verteilen. Das, immerhin, kommt manchmal vor ein Gericht - welches hin und wieder völlig "maktfern" nach objektiven Kriterien - oder ganz marktgerecht durch Vergleich mit Anderen - entscheidet, daß diese mickerige Leistung wohl jene hohe Zahlung nicht rechtfertigt.


Wohlan denn.


Wuff.






Donnerstag, 9. April 2009

Das liebe Geld





Geld und Ware, Ware und Geld




Geld - als Tauschmittel und Repräsentant für Energieumsatz, Waren und Dienstleistungen - muß am Ende einer jeden Transaktion oder Einlösung eigentlich zerrissen werden. Das macht natürlich keiner - man wäre ja auch schön blöd, weil einen der Verlust zu 100% selber treffen würde.

Und so bauen sich nach und nach monetäre Schein - Vermögen auf, die keinem realem Wert entsprechen - gedeckt von einer Schein - Schuld (die den meisten gar nicht bewußt ist).

Es ist wie bei dem - nun ja, alten - Gesellschaftsspiel "Monopoly":

Wenn den Spielern das Geld ausgeht, schreiben sie einander Schuldscheine aus.

Diese sind, offensichtlich, durch exorbitant überhöhte Phantasie-Kaufpreise für Grundstücke, Häuser und Hotels auf dem Spielplan gedeckt. Oder vielmehr: nicht gedeckt.


Denn das Spiel geht, das zeigt die Erfahrung, sowieso aus wie immer: Einer hat das ganze Geld. Und zwar erfahrungsgemäß immer der Selbe.

Der Witz ist nun, wozu hat man sich dann gegenseitig eigentlich diese Schuldscheine ausgeschrieben? Nun, weil man schon am Verlieren war; man wußte es, wollte es aber nicht wahrhaben.

Ohne Pleite kein Schuldschein
. Aber dann wäre das Spiel ja vorzeitig zu Ende gewesen.


Die Frage sei gestattet
: Vorzeitig?

Es ist doch sowieso irgend wann einmal zu Ende. Nur dann mit noch mehr Schulden.


Und eine zweite Frage sei ebenfalls gestattet
:

Wie hätte man verhindern können, daß die Leute sich gegenseitig ungedeckte Schuldscheine ausschreiben? Lautet die Antwort etwa: gar nicht?

Wohlgemerkt, das tat nicht die Bank.


Selbst wenn sie das Zeug nicht angerührt hätte
:

Die Spieler hätten es untereinander akzeptiert.

Dem Gewinner war es recht, er hatte ja bereits das echte Geld der Bank, plus Grundstücke, Häuser und Hotels; und den anderen Mitspielern gab es, eine Zeitlang, die Illusion des Nichtbankrotts.


Nun ist jeder Geldschein per se ein Schuldschein; wenn es die gesetzlich Währung ist, schuldet einem jeder Verkäufer automatisch den Gegenwert - er darf die Annahme nicht verweigern.

"Die auf Eigentum basierenden Gesellschaften können auch zahlenmäßig größere Völker übertreffen, weil Eigentum für die Schaffung von Geld belastet und für das Borgen von Geld in einem Kredit verpfändet werden kann. Der Geldschaffer verliert durch diese Belastung während des Kreditzeitraumes die Freiheit seines Eigentums, kann es nicht noch einmal belasten und auch nicht verkaufen oder verschenken. Dafür gewinnt er die Zinszusage seines Schuldners. Und eben für den Zins, für dieses immer mehr aus niemals länger werdenden Jahresfristen, muss erfinderisch gewirtschaftet werden." - Gunnar Heinsohn, "Söhne und Weltmacht", S.89

Eigentum an Grund und Boden dient nicht so sehr dazu, Besitz zu haben, als vielmehr einem Menschen seinen Platz zuzuordnen - auch im Gefängnis. Anders als im Lager, darf er dort sein - und nur er, und nur dort. Es geht also nicht darum, daß es einem gehört -das auch- sondern, daß man wohin gehört. Und eben das macht den Boden als Eigentum beleihbar.

Sonst wäre er viel wertloser.

Wuff.


Geld ist nicht alles

aber es hält die Kinder in Verbindung


Milliardärsspruch in einer Yachthütte


Geld ist eine Schuldverschreibung, ein Schuldverhältnis, sonst nichts.



Und das ist übrigens ur- ur- alt.

Es begann irgendwo in Afrika, wo in einigen Ecken noch heute jeder, der einem Anderen einen Gefallen tut, von diesem ein "Freundschaftsbändchen" erhält, das symbolisiert, daß der Gefallen im Notfall wieder zurückgefordert werden kann - im Grunde wie bei der Mafia; und das ist wichtig. Wer (sichtbar) die meisten Armbändchen trägt, ist ebenso sichtbar am reichsten - und am mächtigsten. Und so weiß auch jeder, wer wem was schuldet.

Und so drucken auch heute wieder einigen Menschen in Deutschland ihr eigenes Geld.

Wenn diese Bändchen (oder Zettel) auch noch weitergereicht, also gehandelt werden können, ist der nächste Schritt zum Geld schon da - modernes Geld ist nur anonymer, in dem dort auch noch der Schuldner anonymisiert wird, und deshalb die Forderungen der Gefallen fälschungssicher gemacht werden müssen.

Umgekehrt ist jedes Schuldverhältnis ein Geldverhältnis - und damit ist klar, daß man die Kriminalität nicht durch Abschaffung des Bargeldes gleich mit abschaffen kann: Ein Zettel - oder auch nur eine mündlich Aussage, wer wem was schuldet, reicht vollkommen aus, um ein Geld- und Machtverhältnis auszudrücken.

"Es ist besser, ohne Abendessen zu Bett zu gehen, als morgens verschuldet aufzuwachen." Benjamin Franklin, Anno 1757

In der Tat...

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Inflation_1914_bis_1923



Die Frage ist ernst:

Wie kann man verhindern, daß Menschen sich gegenseitig unerfüllbare Versprechen machen
?


In dem man sie hart dafür bestraft, so wie früher? Und bei Zuwiderhandlung in den Schuldturm wirft, wo sie ihre Schuld unter Zwang abarbeiten, ohne den mit falschen Versprechen gekauften Luxus? Das merkwürdige ist doch: Der Luxus ist ja da. Vorher. (Und hier kommt das Öl ins Spiel; oder das Holz, die Kohle, die Linsen)

Schon in alten Filmen und Romanen sind die Nutznießer des Luxus auf der Flucht vor ihren "Gläubigern" - denen sie die versprochene Bezahlung für diesen schuldig geblieben sind. Und dennoch ist dieser Luxus geschaffen worden - Vorher.

  • Die Häuser im Monopoly stehen ja auch bevor die Schuldscheine ausgeschrieben werden.
  • Die Häuser in der realen Wirtschaft standen bevor die Immobilien - und Hypothekenblase sich aufzubauen begann.

In der Tat baute diese sich erst auf, als weltweit der Hausbau in den Industrieländern mehr oder weniger zum erliegen gekommen war und die Stadtverwaltungen begannen, zumindest in Deutschland, ganze Stadtviertel zu sprengen, weil auch die Bevölkerung nicht mehr wuchs, sondern schrumpfte.


Die Kreditblase baute sich also in dem Moment auf, als das Spiel eigentlich zu Ende war und die Haus- und Mietpreise hätten beginnen müssen zu fallen, also Verluste einzufahren.


Das kann und darf aber in einer gewinn- und wachstumsorientierten Bilanz und Ökonomie nicht vorkommen; also begann das geforderte Wachstum und der damit geforderte Gewinn - bis zu 20 Prozent! - auf einer "Schuldschein auf die Zukunft" - Basis zu geschehen. Und irgendwer muß diese 20 Prozent jetzt aufbringen.

Eigentlich vielmehr auf "mehr Öl in der Zukunft" Basis - und eigentlich geschah es ja nicht. Das Aufschlagen in der Realität, das Einsetzen des negativen Wachstums, des Preisrückgangs, des Verlustes, ist nun um so brutaler.




Dabei geht es den Deutschen noch relativ gut
:


Wie der Mieterbund 2009 berichtet, weigerten diese sich im großen Stil, ihre von den "wachstumsorientierten" Heuschrecken der Hochfinanz aufgekauften Wohnungen denen wiederum zu deren höheren Preisen abzukaufen - womöglich gewitzt und gewarnt durch deren Vorboten auf dem heimischen Immobilienmarkt - und wegen der Nähe zum Osten.

Das Ganze geschah übrigens vor dem Hereinbrechen der "Finanzkrise" und löste sie vielleicht mit aus.

Neue Spieler sind schwer zu finden. Es gibt immer eine reale Grenze des Wachstums.


Nur:  

Wie beendet man eine Monopoly-Spiel ohne Blutverlust - in der Realität?

Wie kann man es erreichen, daß das Spiel endlos dauert, und nicht alle 60 Jahre zum Stillstand kommt?

Vielleicht wieder einmal durch einen Neubeginn? Einem Zerreißen der selbst ausgeschriebenen wertlosen ungedeckten Schuldscheine, einem "New Deal"? Durch das erneut strenge Verbot solcher Machenschaften? Oder durch Geldentwertung mit Hilfe der Inflation - wie schon so oft?

Wer weiß.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Inflation_1914_bis_1923


Wuff.


Aber daß das System alle 60 Jahre zum Stillstand kommt, daß beispielsweise die Rentenkassen alle 60 Jahre leer sind, das wußten sie.


Schon wieder kursieren Pamphlete mit dem Titel: "Wie werde ich Millionär?" - So!

Was sie meinen ist: Wie kassiere ich höhere Zinsen als die Wirtschaft abwirft; wie werde ich reich auf kosten Anderer. Die Differenz zahlen nämlich die. Oder anders gedacht: Wie verhindere ich, zu denen zu gehören, die für die Anderen zahlen. Und schon muß man es genauso wüst treiben wie die, und das Denken ist blockiert. Entgangene Gewinne werden nicht als null, sondern als Verlust gerechnet.

Da können die Zinsen ruhig bei null sein, so lange das Geld anders inflationiert wird. Das beseitigt einen Denkfehler. Immerhin. Wuff.


Im Übrigen ist es schon merkwürdig, wie alles gleichzeitig inflationiert; nicht nur das Geld, sondern auch die Waren, Informationen, Bilder, so genannte Nachrichten, usw., usf. Das geht Hand in Hand. Alles wird gleichzeitig immer mehr und immer wertloser, vorübergehender, tandiger, tinnefiger. Es gilt das vorläufige Wort, die unverbindliche Nachricht, das vorläufige Versprechen.

Schon die Nachricht, daß irgend jemand wohl vermute, es könne vielleicht etwas geschehen, ist - formal gesehen - durchaus eine Nachricht. Nur ist sie eben eine unbrauchbare, wertlose, zeitschindende Nachricht, die deshalb großen Schaden anrichtet: einmal in dem sie den Empfängern unwiederbringliche Zeit stiehlt, und zum zweiten Mal, in dem sie vom Wesentlichen ablenkt.

Die Wahrheit ist geschützt wie in einer Russischen Puppe, jede einzelne davon mit einem Code-Schloß oder Sphinx-Rätsel versehen; hat man eines davon geknackt, merkt man, das diese Wahrheit nur für diese spezielle Ebene gilt; darunter und darüber sind noch eine unbekannte Menge weiterer Ebenen versteckt, und erst auf der allerletzten Ebene, hinter der allerletzten Tür befindet sich vielleicht die Wahrheit, die frei machen würde, wenn, ja wenn die Menschen bei der Suche aus dem Labyrinth der gegenseitigen Lügen und Fehlinformationen nicht bereits soviel Zeit verloren hätte, daß sie ihnen nichts mehr nutzt, auch weil in der Zwischenzeit hinter ihrem Rücken neue gebaut wurden.

Das Gleiche gilt natürlich, mutatis mutandis, für die Herstellung unbrauchbarer und minderwertiger Ware.

Wer totes Saatgut auswirft, ruiniert das Feld und bereitet den Hunger.


Wuff.


Und nun das Wetter

Ausgerechnet diejenigen Banken und Finanzinstitute, die - und das läßt sich nachlesen -, seit dem sie dieses übernommen haben, fast immer falsch lagen in ihren Vorhersagen an die breite Öffentlichkeit, und die sich als völlig unfähig oder unwillig erwiesen haben, in Sachen Gelddingen auch nur einmal die Wahrheit zu sagen oder einmal richtige Prognosen abzuliefern: Ausgerechnet diese prognostizieren in den Medien nun auch noch das Wetter.

Auch hier heiligt natürlich der unheilige Zweckoptimismus jedes Mittel, unterlegt mit fröhlichen Melodien, und seien die realen Erwartungen noch so schlecht. Wer soll dem trauen? Traue nie einer Aussage, die mit Musik oder Lärm unterlegt wurde - oder einer, die besonders scharf betont wird. Oder einem so unterlegten Bild!



"Give me all your money!"


Wenn man sich erinnern will - schon in der legendären Narren-Goon-Show der BBC Mitte des letzten Jahrhunderts hieß das immer: "Gentlemen! There is no need to worry?" Wenn sie den Deppen mal wieder abziehen wollten; was in fast jeder Folge vorkam. Übrigens wegen dessen ewiger Geldgier:


 (Bank-Manager) CRUN: ...und nur ein einziger zweiter Mensch kennt die Kombination (für das Tresorschloß)!
 (Bank-Kunde) SPRIGGS: Wer denn?
 CRUN: Das Schwein, das gestern Nacht das ganze Geld gestohlen hat! Ohhh!!!
 (Bank-Kunden) MENGE: (Panik, Registrierkassen werden aufgerissen, Münzen klirren und fallen zu Boden)
 CRUN: Meine Herren, meine Herren! Hören Sie bitte auf, so unverschämt Ihr Geld abzuheben!


Das Hörspiel stammt aus dem Jahre 1956 - so alt ist das also schon.


Nein, es ist noch älter:

Iss und trink, solang Dir's schmeckt.
Schon zweimal ist uns's Geld verreckt.





Noch früher! So um 1920 herum hing in manchen Fluren folgender Spruch an der Wand:


Wehe dem Volk

des Bauern keine Schulden haben





Vermutlich, weil sie sonst die Städter nicht ernähren würden. Im Ernst: Ein Bauer, der nicht beim Städter verschuldet ist - warum sollte er überschüssige Nahrung anbauen und dem Städter liefern? Billige Nahrung auch noch? Das würde nicht passieren. Nicht im notwendigen Maße. Wann waren Bauern je nicht verschuldet? In den Hungerjahren nach dem Großen Krieg, dreißig Jahre später.



Wie heißt es immer?
 
"Das wird schon gutgehen. Denken Sie positiv!"

und wenn's schief gegangen ist:

"Oh. Na ja. Ist ja nicht MEIN Leben."


Letztendlich eben doch
.



Wenn also an der Börse "Vermögen vernichtet" wird - werden dann damit auch Schulden vernichtet?

Ja, in er Tat, da

Vermögen : Schulden = 1 : 1.


Wessen (real-) Vermögen dabei auch immer vernichtet wird: Damit verschwinden immer auch automatisch Verbindlichkeiten in gleicher Höhe. Nur wessen Verbindlichkeiten, das ist hier die Frage! Könnte etwas asymmetrisch ausfallen, wie so oft... Hmmm...

Wenn Schulden der Dritten Welt erlassen werden, vernichtet das wahrscheinlich Vermögen hierzulande. Wenn Vermögen hierzulande vernichtet wird, erläßt das Schulden irgendwo - nur wo?

Und deshalb gibt es an jeder Straßenecke Geldverleiher und Kreditverkäufer, denn es gilt natürlich ebenso:

Schulden : Vermögen = 1 : 1.



Übrigens
:

"Die Krise wird dadurch verursacht, daß die Banken einander nicht mehr vertrauen und sich gegenseitig kein Geld mehr leihen" - Das ist natürlich Quatsch und Propaganda.
 Das ist die übliche Kriegspropaganda: "Das, was vorher war, war gut, nur das was jetzt ist, ist schlecht. Wir müssen in den vorigen Zustand zurück"

Daß die Banken einander (im obigen Sinne als Kriminelle) vertrauten und sich gegenseitig Geld geliehen haben, ist ja gerade der Grund für den jetzigen Zustand! Im Grunde betreiben sie seit mindestens 20 Jahren (etwa der Internetblase usw...) Konkursverschleppung, und ihr billiger Optimismus hat alles noch verschlimmert. Wie sagt der Optimist, der aus dem Hochhaus fällt, als er am Erdgeschoß vorbeikommt? "Bis jetzt ist ja noch alles gut gegangen!"

Wenn einer aus dem Hochhaus springt und unten auf dem Pflaster zerschellt, sagen die Leute: "Selber schuld. Warum ist er auch gesprungen?" Vergehen zwischen Sprung und Aufschlag 20 Jahre, sagen die Leute: "Wie ist das denn passiert? Unerklärlich. Er kam aus dem Nichts. Einfach so!"

Eigentlich sollen Banken ja nur das Geld ihrer Kunden verleihen - oder? Zu altmodisch? Und was geschieht denn jetzt Anderes, als daß die auf den Bankkonten gar nicht vorhandenen, quasi im Vorgriff verliehenen Kundengelder Über die Regierungsgarantien nachgeschossen werden, und zwar zwangsweise und ungefragt?


"Oh. Na ja. Ist ja nicht MEIN Geld."

Letztendlich eben doch.


Wem schulden die Menschen eigentlich das Geld, das ihr Staat in ihrem Namen als Staatsschulden aufgenommen haben? Das sind ja immerhin -zig Tausende pro Kopf, vom Kleinkind bis zur Greisin.


WUFF!


Hören wir doch mal Kanzler Schröder zur Verkündung der Agenda 2010 im Jahre 2003:

"Wir werden Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fördern und mehr Eigenleistung von jedem Einzelnen abfordern müssen"

(Leistung = Geld; Eigen-Leistung = Eigenes Geld)



AhAAAAAAA!



Der Staat schuldet dem Einzelnen nun weniger (Kürzung künftiger Leistung, Rente etc.) - was dessen Vermögen verringert. Wer bei einer pleite gehenden Bank Kredite laufen hatte, der wäre jetzt wohl fein raus?

Vermutlich sollen auch deshalb die Banken gerettet werden:

Damit zur Zeit uneintreibbare Schulden (faule Kredite) wieder eingetrieben werden können, damit also nicht allzuviel Vermögen verloren geht - also möglichst alles so bleibt, wie es ist.

Sie nehmen jetzt "reales" Geld und stopfen damit "fiktive" Bilanzlöcher. Wo wird die deutsche Regierung die 80-100 MRD Extraausgaben wohl einsparen? Die Bürger des Landes garantieren das mit dem 1,5 fachen des gesamten Staatshaushaltes. Alle fragen, was es kostet. Zur Recht. Aber keiner fragt, wo das Geld eigentlich hingeht... ?

Es ist ja auch woanders so:

"Das Bilanzvolumen der drei führenden [bankrotten] Banken [Islands] ist zehnmal so groß wie das jährliche Bruttoinlandsprodukt. Als möglicher Ausweg werden in Reykjavik Mittel aus dem nach internationalen Maßstäben sehr großen Pensionsfonds des Landes angesehen."



https://de.wikipedia.org/wiki/RMS_Titanic

Das beantwortet ja wohl die Frage.



Wie gesagt:

Keiner fragt, wo das Geld eigentlich letztendlich landet. Wo es herkommt, das ist klar.

Oder wofor oder vor vor wem das Banksystem, oder die Währung ständig "gerettet" werden muß.


Das Geld geht ja nicht an "Die Banken" - sondern zu deren Kunden. Banken führen nicht eigene Konten, sondern fremde.

Nur: Wessen?


Wuff.



Aber man kann sich ja damit trösten, daß das Geld ja nie wirklich existiert hat, auch schon vorher nicht. Jedenfalls nicht diese Zuwächse, die Fondsmanager damit zu erwirtschaften vorgaben.



Das sieht man ja jetzt:

Das war ja alles nur Buchgeld ohne jede Entsprechung. Es hätte also nie "realisiert" werden können. Na, das passiert halt jetzt.


In anderen Worten: das verbliebene Geld wird mehr wert sein. Denn hier wird fiktives Geld vernichtet - aber bei weitem nicht genug! Es ist noch viel zuviel fiat money oder fake money im Umlauf - womit nicht etwa das klassische Falschgeld gemeint ist; und das, obwohl die Wirkung exakt die selbe ist - wenn es denn nicht erkannt werden kann. Es ist sozusagen legales Falschgeld. Und das wird immer und immer wieder diese Probleme verursachen.

Übrigens sind das alles offene Geheimnisse. Seit Jahrzehnten. Aber es hieß eben immer: "Vertraut uns!". Oder es wie jemand anderes beschrieb: Es hätten diejenigen, die diese Titanic in die Katastrophe geführt haben, angesichts der Eisberge in Sichtweite in den Maschinenraum hinuntergerufen: "Jungs - mehr Dampf!"

Und so war es, denn es ist immer so. Siehe oben, Monopoly und Schuldschein.

Und man könnte hinzufügen: Um dann, kurz vor dem großen Knall, den verpennten Ersten Offizier aus seiner Koje zu holen, ihm mit den Worten: "Hier- halt das mal!" das Steuerrad in die Hand zu drücken, und dann mit der Bordkasse in die Rettungsboote zu hüpfen.

Den Rest kennt man ja aus dem Film.

Rudert um euer Leben...


https://de.wikipedia.org/wiki/RMS_Titanic



Es gab ja auch wenig Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren, und die wären in den meisten Fällen illegal gewesen. Aussteigen ging nicht. Also hat jeder versucht den Anderen zu überholen - auf einer Lawine. Nun heißt es mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.

Die Wirtschaft wächst stetig mit etwa 4% real. Zuletzt wurden 20% Wertzuwachs gefordert - finanziell. Die 16% Differenz werden jetzt eingefordert - So in etwa.

Die Börsen müßten sinken, um nicht abzustürzen. Sie dürften ja nie mehr als das reale Wirtschaftswachstum abbilden; alles andere ist Inflation, also reale Geldentwertung.

Aber was soll's. Man muß es irgendwie überstehen. Wenn kein dritter Weltkrieg kommt in sieben Jahren, ist es gut gegangen. Wuff.


Anweisung zur Krisenbewältigung: Die Regierung, die mit Geld, das sie nicht hat, Geld garantiert, das es nie hätte geben dürfen, hat soeben beschlossen, den erhöhten Krankenkassenbeitrag stabil zu halten [°°nächstes Jahr°°] und dafür die Arbeitslosenversicherung zu senken [°°vorübergehend°°].
[°° °°] = Sehr, sehr kleingedruckt


"Anonymer Systemfehler"

Prof. Dr. Wernher von Sinnen,

bezogen auf die Finanzkrise.

Vielleicht sollten diese Leute auch die individuelle Lebensberatung und ärztliche Diagnose im Gesundheitsbereich übernehmen. Bei der Gleichgültigkeit, ja Verachtung der Realität gegenüber können sie das bestimmt - oder auch nicht.

Aber vielleicht genügt es ja, daß die Menschen beim Betreten der -seit dem tatsächlichen Beginn der Finanzkrise in den 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts- ausgerechnet nach Finanzinstituten umbenannten Sportarenen nun nicht mehr an ihre Heimat, sondern an die Clowns erinnert werden, die ihnen das Geld aus der Tasche gezogen haben, um sich diese Arenen kaufen zu können. Auch die waren ja schon vorher da...

Denn die selben Regierungen und Verwaltungen, die behaupten, ihre bedürftigen Bürger nicht mehr ernähren zu können, obwohl es gerade in Industriegesellschaften immer noch Nahrung im Überfluß gibt*, verhökern deren öffentliches Eigentum an dubiose Ausländer und kaufen es dann teuer wieder zurück, um Geld zu sparen. Nein, mehr noch: um Geld zu bekommen. Wahrlich, ein echtes Linsengericht.

Doch wer weiß? Nach dem Zusammenbruch des Unrechts wurden schon immer Städte wieder mit dem ursprünglichen Namen bedacht...


PS:

Wer dagegen den WIRKLICHEN Wetterbericht hören möchte, der schalte Morgens um fünf BBC ein und höre den Seewetterbericht. Ein Dienst, so heißt es, aus den Anfangszeiten des Rundfunks, knochentrocken und deshalb, so heißt es weiter, "Ein Fest für Landratten auf der verzweifelten Suche nach wahrer Poesie".

Denn, so heißt es fürderhin, es gibt nur noch wenige Seeleute.


*Und wenig Bauern. Man kann sich durchaus fragen, warum der große, starke Esau sich auf so ein lausiges Geschäft für die Linsen eingelassen hat. Schließlich hatte er wahrscheinlich die Linsen am Vortage vom Feld geholt. Und überhaupt erst angebaut.

Eine kräftige Ohrfeige für den kleinen Jakob hätte es auch getan... Er wird wohl sehr erschöpft gewesen sein, der gute, starke Esau. Immer diese schwere Feldarbeit... nu, so hat er sich über's Ohr hauen lassen.

Und so ganz nebenbei steckte hier die intrigante Mutter hinter ihrem Muttersöhnchen und Mama's Liebling, Jakob dem Oberschlauen in der Küche, die sich beide von den Früchten von Esaus harter Arbeit ernährten. Das war ihnen aber nicht genug; sie wollten sich auch noch das Haus und das Grundstück erschleichen, auf dem Esau, der erstgeborene Sohn, dann als ihr Sklave gearbeitet hätte. Doch das nur so ganz nebenbei.

Wuff.


Zu guter Letzt - ein alter, ewig gültiger TAZ - Spruch zu Fußball und Finanzen:



Börsenpanik - Kursverfall
Hochinteressant!

Was macht der Ball?