Donnerstag, 5. März 2015

Werbung schadet





Werbung und Wetter


Beworben wird nur, was schlecht ist, schädlich oder nicht geht


- so sagte mal jemand.



Der Wetterbericht heute: Sonnig bis wolkig und warm, sonst kühl und windig; hier und da etwas Regen. Stellenweise Hagel oder Schnee; kalt. Wuff.

Es gibt in ihren Medien ständig und immer wieder diesen Wetterbericht - aber man kann sich nicht mehr auf ihn verlassen; nicht einmal auf das Gegenteil. Schon aus Haftungsgründen müssen sie ja neuerdings alles ansagen, was da kommen könnte, also Sonne, Regen, und Wind. Damit sind sie dann im Zweifel abgesichert. Also wird jeden Tag darauf hingewiesen, daß es Niederschläge geben könnte, oder auch nicht, und daß Luftbewegungen stattfinden könnten - oder auch nicht.

Sonnenschein geht immer! Damit muß der Kunde fertig werden.

Und so wird bei der Wettervorhersage die mögliche Zukunft genauso zuverlässig täglich wiederholt wie in den Nachrichten die Vergangenheit. Und so kommt es dann, daß trotz aller Nachrichten und Wettervorhersage das überraschende immer unvorhergesehen kommt. Man könnte es auch lassen, aber dann wären die Gehirne der Menschen ja frei zum Denken.

So gibt es jeden Tag eine Kombination aus Standardwarnungen und apokalyptischen Vorhersagen- und wenn davon nichts eintritt oder wenigstens nicht dort, wo man gerade ist, dann können wir alle froh sein, nicht wahr? Aber die Regierung und die sponsernde Firma sorgen sich für euch. Wählt uns!

Die stündliche Wettervorhersage wird so gesehen vom Rechner über die letzten 10 Jahre gemittelt, randomisiert, mit einem Blick aus dem Fenster probalisiert, von Heisenbergscher Unschärfe (je näher, desto ungenauer) und mit astrologischer Trefferquote.

Das Ergebnis wird dann noch absichtlich maßlos ins Extreme verzerrt und dramatisiert, um beim abgestumpften Publikum wenigstens so lange ein wenig Kurz-Aufmerksamkeit zu erzeugen, bis der hastig nachgeschobene Name des "präsentiert durch" Sponsors durchgeschossen wurde. Und natürlich damit keine Regressansprüche gestellt werden können, falls mal jemand dem kostenlosen Wetterbericht glauben geschenkt haben sollte.

In anderen Worten: Er ist wertlos wie der Staubericht, der unter anderem, technisch bedingt, jeden Stillstand als freie Fahrt interpretiert. Das Folgende gilt auch für den täglichen Börsenbericht, der grundsätzlich und absichtlich zu spät kommt.


Schweine im Internet
Denn: wenn man für etwas nicht bezahlt, ist man kein Kunde, sondern das Produkt, das verkauft wird. Und wenn man nicht feststellen kann, wer hier im Raum die arme Sau ist, dann ist man es wohl selber. Wuff.

Der Werber ist nämlich der Kunde des Anbieters, die Zuhörer, Zuschauer oder Leser (bzw. deren Eigenschaften) sind das Produkt  ('catching eyeballs' hieß das mal). Aperçu am Rande: Und wenn du zahlst, wird es nicht besser... Wuff. Das ist die Beschlagnahme der Zeit (wenn nicht der Sommerzeit):


"Das Kerngeschäft der Klägerin ist die Vermarktung von Werbung. Journalistische Inhalte sind das Vehikel, um die Aufmerksamkeit des Publikums für die werblichen Inhalte zu erreichen." - so die Aussage in einem Prozeß um Werbeblocker.

Und deshalb kommt es auf den Wahrheitsgehalt oder die Relevanz der "Journalistischen Inhalte" gar nicht mehr an - im Gegenteil. Je absurder, verwirrender und widersprüchlicher zur Wirklichkeit die sind, desto mehr Werbeeinnahmen werden generiert. Bis das Ganze über die Seneca-Klippe geht.
Der punktgenau korrekte Wetter- und Verkehrsbericht ist für einen kleinen Obolus durchaus zu haben... Privatisierung der Dienstleistung ist hier das Stichwort: je mehr man zahlt, desto genauer (und damit wertvoller) werden die Informationen.
Wer einen brauchbaren Wetterbericht hören will, soll gefälligst zahlen, indem er den Dienst selber anruft. So müssen viele aktiv werden, nicht nur einer, um das selbe Ergebnis zu erzielen - eine korrekte Information der Interessierten. Aber der Wetterdienst bekommt ja von den Werbeeinnahmen nichts ab und will schließlich auch leben.
(Es gab nur Einen, der das mißachtete, und der wurde wegen Mißachtung der Gepflogenheiten gerichtet - wenn auch anderer; aber so ist das nun mal bei unabhängigen Geistern: sie ecken irgendwo an; sonst wären sie Sklaven.)

Es ist wie überall: Die Dienstleistung wird auf den Kunden verlagert, während man ihn mit Werbung zubrüllt. Wozu hat er denn einen Drucker? Und Zeit?

Und so lautete ein Wetterbericht im Mai 2014 am späten Nachmittag tatsächlich: "Und nun die Wettervorhersage: heute war wieder ein wunderschöner Tag". Dabei regnete es in Strömen, wie ich vom Sofa aus sehen konnte, und es war kalt. Wuff.
Aber das macht nichts, denn es kommt ja auf die gefühlte Temperatur an. Und die ist bei geschlossenen Fenstern nun mal anders.
Der Wetterbericht ist inzwischen nicht einmal mehr falsch, sondern schlicht nichtssagend - er soll ja auch nichts sagen, sondern nur eine Brücke schlagen zum nächsten Werbeblock - so wie man jemandem beim Ertränken hin und wieder nach Luft schnappen läßt, damit er nicht gleich abschaltet.

Denn das Wetter wird einem von der Versicherung oder dem Bierkonzern präsentiert, nicht etwa der Wetterbericht! Ohne die Reklame für Versicherungen oder Bier würden die Menschen ja nicht einmal aus dem Fenster sehen, um sich von der Natur das Wetter präsentieren zu lassen.

Und so werden die öffentlichen Medien der Menschen zur Altersheim-Betreuung, wo die Betreuten schon nach fünf Minuten alles wieder vergessen haben, und bereit sind für neuen Input. Immer rein damit. Wuff. Egal was rauskommt.



Reklame

Verschönere dein Heim

"Werbung schadet" - auf unterschiedliche Art und Weise; einmal durch die Versaubeutelung der Sprache - und zwar weil es wie jedes positivistische Wort die Lüge gesellschaftsfähig macht; nichts, was öffentlich gesagt wird, muß auch wahr sein. Man kann sich immer auf "Interessen" herausreden. Wuff.

Werbung schadet, weil man sich an die Lüge gewöhnt - daran, daß im Fernsehen oder sontwo etwas gezeigt wird, was so ganz gewiß nicht ist.

Das gilt auch für Bilder: Ob in der Werbung oder in den Nachrichten, zeigen sie oftmals etwas, was mehr oder weniger offensichtlich mit den beigelegten Behauptungen nicht übereinstimmt, die, möglichst unterlegt mit Lärm, apodiktisch für wahr erklärt werden.

Die Menschen gewöhnen sich so an die mediale Lüge - was da im Fernsehen gesagt wird, stimmt entweder immer, oder nie. Als Folge glaubt man entweder alles, was einem vorgeführt wird, oder gar nichts mehr. Und als Resultat soll man sich hinterher - also nach getaner Tat, getätigtem Kauf, bezahltem Obulus, Ablaßhandel - wohler fühlen als vorher. Auch wenn dadurch nichts besser, sondern alles nur noch schlimmer geworden ist als zuvor.

"Shopping" für Alles als Beruf und Lebenszweck. Denglisch natürlich, mal wieder. Wuff.

Insbesondere, wenn die Werbebotschaften ganz absichtlich immer mehr mit Unterhaltung und Nachrichten vermengt werden. Das soll ihnen zwar größere Akzeptanz verleihen, aber genauso ruiniert es auf der andern Seite die Seriosität und Neutralität von Unterhaltung und Nachrichten.

Und die Werbesprache selber wird immer mehr zu einem sinnlosen Wortbrei; dieser unverständliche, ungrammatische, von Fremdworten durchsetzte Kauderwelsch soll - weil sinnlos - die Menschen zwingen, sich selbst einen Reim darauf zu machen und dann das ganze unverdaute Zeug ganz und stolz als ihr eigen zu betrachten - und dann auch haben zu wollen.


Und sowas macht unobjektiv: Auch wenn wir hier fertig sind - wechseln Sie ja nicht den Sender!! Auch wenn wo anders besseres läuft! Wir brauchen eure Aufmerksamkeit! Wir brauchen eure Quote! Für die Reklame! Und wenn man dann noch weiß, mit welchen Menschen diese Quote erstellt wird... Au weia. Wuff, wuff, wuff, wuff. Ich bin der Herr dein Sender; du sollst keine anderen Sender neben mir haben. Dabei werden es täglich mehr. Auch wenn sie sich in nichts mehr unterscheiden.

Warum dann der Name des Senders / der Moderatoren immer und immer wieder erwähnt wird? Damit der Hörer ihn sich merkt. Denn alle Sender finanzieren sich durch Werbung (Reklame, natürlich, was sonst...); und ob eine Sendung gehört wird (und deshalb was dafür verlangen kann) wird durch Telefon- Umfragen ermittelt, die hochgerechnet werden. Deshalb müssen die Angerufenen, aus dem Schlaf oder einer Tätigkeit gerissen, reflexartig den gewünschten Namen schreien (es gibt natürlich einen "Preis" dafür). Und deshalb muß er möglich penetrant ins Gehirn gedreht werden. Es geht um die Quote. Der Marke.

Und das ist tatsächlich so - so ein Insider. Wuff.

Es ist wie immer in der Werbung: Unmengen von Mensch und Material werden bemüht, um ein vergleichsweise lächerliches Ergebnis zu erzielen. Hier werden Millionen von Menschen zugeplärrt, gebauchpinselt und betäubt, nur damit einige von ihnen im richtigen Moment das gewünschte zurückplärren. Kindisch.

Das bleibt nicht ohne Rückwirkungen: Einst sachliche Nachrichten werden, um mithalten zu können, also um ihre Daseins-Berechtigung zu behalten, mit Werbesprache aufgepeppt: Alles wird adjektivviert, etwa mit den Worten gräßlich, erfreulich, super, mega, hyper... So wird die Meinung zur Nachricht gleich mitgeliefert. Eine Todsünde. Und: Die Sprache -jede Sprache- wird durch diese Inflation entwertet, da die Worte das Gewicht ihrer Bedeutung verlieren. ALLES Unwichtige wird DRAMATISIERT!! ! Damit es vom Wichtigen ablenkt: Tittitainment...

Und wie jemand feststellte, senden die TV- Anstalten deshalb jetzt zunehmend Eigenwerbung, weil sie nicht genügend Aufträge für Fremdwerbung bekommen. Es werden ja auch immer mehr, und Sendezeit muß halt mit irgendwas gefüllt werden. Dafür gab es früher das Testbild. Das kostete wenigstens nichts. Wuff!

Werbung verblödet, weil sie blödes Verhalten zeigt, und blöde Lösungen für blöde Probleme anbietet - und behauptet, daß das glücklich mache. Und Werbung schadet auch, weil sie die Menschen dazu bringen will, etwas zu tun, was sie eigentlich nicht tun sollten - sonst wäre sie ja überflüssig.

Und deshalb wird sie wohl auch grundsätzlich im Befehlston vorgetragen.

Wuff.


Werbung schadet weiterhin durch die Verschandelung des öffentlichen Raums und die Durchkommerzialisierung des Alltags.


Dagegen hat jemand eine Brille erfunden, die Reklametafeln durch in der Größe passenden Kunstwerke ersetzt - aber man muß sie halt tragen.


http://theartvertiser.com/
Kunstreklame


Ein Beispiel gefällig? Kunst statt Reklame auf einer neuen U-Bahn-Strecke. Manchmal kommt eben auch etwas Gutes zustande...

NICHTS

ist mehr für sich alleine gültig- alles muß qualifiziert werden: Ein schrecklicher Unfall, ein herrliches T-Shirt, eine wichtige Wahl. Alles muß mit Adjektiven qualifiziert werden, nichts darf mehr einfach nur objektiv berichtet werden. Es wird ständig "fieberhaft" nach etwas gesucht - nicht etwa kühl. Andererseits ist man andauernd euphorisch - also kurz vor dem Tod. Ihr sollt euch von uns kein Bild machen, lautet die Maxime der neuen Götter: für die Bilder sorgen wir. Nicht ihr interpretiert die Wirklichkeit, sondern wir. Macht euch keine Gedanken, schon gar keine eigenen, die sagen wir euch: Diktatur.


Ernst Stavro "Lenin" Blofeld


Guten Tag, Mr. Bond?


"Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will."

Jean-Jacques Rousseau



https://www.youtube.com/watch?v=j0YOXVlPUu4
Hier kommt die Flut
Diktatur, für die, die es nicht mehr wissen, bedeutet Hörzwang, nicht Redefreiheit; das ist das Gegenteil davon. In der Redefreiheit kann jeder Mensch sagen, was er oder sie will - es ist aber niemand gezwungen zuzuhören. Wie beim Nachfolger meines Herrchens. Aber man kann auch über die schiere Menge was erreichen, wenn man nur genügend Vervielfältigungs-Mechanismen hat. Am besten mechanische, noch besser elektronische. Hier kann man sehen, was passiert, wenn haltende Dämme überflutet werden - der Dreck kann nicht mehr ablaufen.

Die Hälfte aller Reden ist inzwischen sowieso ein ritualisierter, zeitraubender, pompöser Götzendienst; man lese nur mal das Protokoll einer Bundestagssitzung mit "wichtigen" Reden. Was wurde wirklich gesagt, was dahergeredet? Eine politisch korrekte Rede ist per ordre du mufti und definitionem immer korrekt, so lange die jeweilige Sprachregelung (ein wunderbares Wort) gilt.

Nur politische inkorrekte Rede kann es sich erlauben, inkorrekt zu sein, und vom vernehmendem Menschen verlangen, sich sein eigenes - womöglich gar abweichendes - Urteil zu bilden und danach zu handeln. Ganze Wortschätze befinden sich bereits hinter Schloß und Riegel, dafür vagabundieren falsche Fuffziger in rauhen Mengen frei herum.

Und das zerfetzen und zerstückeln der Berichte in den "Reportagen" - das Ganze wird zu einem Theaterstück - Infotainment eben. Alles dazu da, um den Menschen Zerstreuung statt Konzentration zu liefern. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wuff. Kommentierte emotionale Dramen in ewiger Superzeitlupen-Wiederholung, gruselig wie Stanislaw Lem's Geschichte der lebenden Geschosse, die ihre Umgebung abbilden. Nichts verbraucht mehr Menschenzeit. Sie können sich dem nicht entziehen!

Tränen gibt es nicht mehr verschämt, sondern nur noch in Zeitlupe und Großaufnahme - die pornographische Darstellung einer Exkretion, aber immerhin - vielleicht dient selbst das ja ungewollt der Aufklärung. Schnelle Bewegungen werden verlangsamt dargestellt, langsame dagegen beschleunigt, und beides, wenn es geht, miteinander verschnitten, bis Alles zu einem mundgerechten Einheitsbrei verkommen ist, der satt, dick und träge macht. Am Ende steht eine Diktatur, in der Leute bestraft werden, weil sie "Nicht genügend Gefühl" - man beachte das Verb! - "gezeigt haben".

Es gibt bereits maschinelle Parodien-Generatoren für jegliche Rede und Papier, ohne einen Funken Verstand zusammengetragen; von den realen nur mühsam zu unterscheiden, da sie aus den gleichen Worthülsen, Satzbruchstücken und Textbausteinen bestehen. Das Gleiche gibt es anscheinend bereits für Lexika, Journalismus und Groschenromane! Wuff!

Kleine Kostprobe gefällig?

  •  Flatscreen Infotainment - Anzeige: Neuer Werbekanal im Einkaufszentrum

    Im Einkaufszentrum wurden in den vergangenen Monaten 20 digitale Flatscreens installiert.

    Der Centermanager:

    "Wir wollen mit den Bildschirmen das Center für unsere Besucher noch attraktiver gestalten. Auf den Flatscreens zeigen wir ein spannendes Programm aus Infotainment, Entertainment, Center-Informationen und Produktwerbung. So können wir unseren Besuchern noch mehr Service bieten." Die hochwertigen Bildschirme der Firma X haben einen besonders schmalen Rand, um sich optimal in die Architektur des Einkaufszentrums einzufügen.

    Das Programm läuft ohne Ton, um die Shopping-Atmosphäre nicht zu stören. Jeder Bildschirm kann einzeln angesteuert werden, um intelligente und den Verkauf unterstützende Kommunikationsmaßnahmen zu ermöglichen. "Wir haben hier die neueste Technologie installiert, die es ermöglicht, Emotionen und Informationen in höchster Qualität auszustrahlen."

    Die Vertriebsleiterin:

    "Wir haben den Markt lange analysiert, um eine Lösung zu finden, die technisch und ästhetisch unseren hohen Anforderungen entspricht, sowie Centerbesuchern, Einzelhändlern und der Markenindustrie einen echten Mehrwert bietet. Auf ausführliche Marktforschung haben wir ein sehr positives Feedback erhalten."

Nein, das war echt. Aber was sollen das?

Zeit rauben, Emotionen ansprechen, Verstand ausschalten, Privilegien sichern.

Schöne neue Welt.


Was verloren ging: Eigenlob stinkt. Irgendwann in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ging es nur noch um Selbstmotivation und Einschüchterung jedes Gegners. Die Welt ist ein Boxkampf. Es gibt 5000 Artikel im Supermarkt, beworben werden davon 50, an der Kasse steht der Kunde dann mit 15, so ähnlich sagte mal ein Kenner der Branche... aber es kommt ja nur darauf an, den Kunden vom anderen Anbieter wegzulocken: "Komm'se rin, komm'se ran, hier werden sie genauso betrogen wie neben an!" Hieß das mal. Na ja - eigentlich "beschissen". Wuff.

Reklame für jeden einzelnen der 5- 50.000 Artikel in einem Supermarkt? Das wäre nicht genug! Auch alle möglichen und vorhanden Dienstleistungen müssen unablässig beworben werden, sonst werden sie nicht gekauft... und die Wirtschaft bricht zusammen. Give me all your money. Aber auch dann hört es nicht auf. Verschulde dich - und es hört immer noch nicht auf. Die Wirtschaft ist längst Angebot- und nicht mehr Nachfrage-getrieben.

Das ständige Gebrüll bewirkt eine Sehnsucht nach Stille. So heißt es anderswo: "Stille ist nicht unbedingt die Abwesenheit von Lärm und Geräuschen. Sie ist die Abwesenheit von nicht Notwendigem... Stille bedeutet Aufmerksamkeit!" In der Tat, und das wirft eine Schlaglicht auf den Grund, warum es in der modernen Welt keine Stille geben darf.


Zum Abgewöhnen

Ihr werdet nie wieder ein beworbenes Produkt kaufen:



i.ytimg.com/vi/QBzlvhZw0_g/maxresdefault.jpg


https://www.youtube.com/watch?v=QBzlvhZw0_g



Mehr?

https://www.youtube.com/watch?v=u4li4WWBnNU



Und warum reden die Menschen im Fernsehen so affektiert, während sie einen hypnotisch anstarren? Weil sie alle Redaktionstexte vom Teleprompter ablesen, der ihnen im Sekundentakt nur Halb- und Viertelsätze liefert. Mehr paßt nicht drauf bzw. ins Hirn des diensthabenden Avatars:

https://www.youtube.com/watch?v=dOos4XpCvFc#t=1141



http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Headroom

"Es war in Rot, und das ignoriere ich inzwischen konsequent."


Wuff.



Montag, 2. Februar 2015

1984



Es ist wirklich schlimm



http://www.zeit.de/2009/31/Robert-Capa
Cowboy oder Indianer?



Und es ist soweit.

Die neuen Ein- Wege- Mittel- Strahl- Medien (MSM) wie Fernsehen und Rundfunk sind wie schon so oft dazu da, den Menschen die Staats- oder Elitepropaganda einzutrichtern, und die ganz, ganz neuen interaktiven Zwei- Wege- Medien, um zu sehen, ob sie auch wirkt; und um diejenigen herauszufiltern, bei denen sie nicht anschlägt. Follower sind Verfolger. Das ist neu, das hatte der andere Nachfolgestaat noch nicht. Deshalb hat der wohl verloren... na ja.


Warum eigentlich müssen die in jeder Nachrichtensendung der Öffentlich- Rechtlichen darauf hinweisen, daß es das Ganze, was sie eben gerade verkündet haben, mit weiteren Details garniert und angereichert auf der Staatsrundfunkseigenen Webseite liegt?

Damit sich die Menschen noch einen Nachschlag holen können? Oder damit die Damen und Herren Kollegen wissen, was sie sich dort als aktuelle Staatsdoktrin mit Sprachregelung herunterladen können, um es weiter zu verbreiten? Das spart ihnen bestimmt Kosten und Mühen, und sie sind auf der sicheren Seite. Nicht einmal schreiben müssen sie selber. Eine Schande...


Das Ministerium für Wahrheit
Mißliebige Artikel oder solche mit im Nachhinein nachweislich falschem Inhalt werden neuerdings nicht korrigiert, sondern geändert oder gelöscht. Wie bereits in 1984 beschrieben. Und da die Menschen in ihrer Mehrheit sich so etwas nicht mehr aufheben - sie wissen ja nicht vorher, was geändert werden wird, die Redundanz der Zeitung fehlt - können sie sich im Nachhinein nie sicher sein, ob sie sich nicht vielleicht geirrt haben; und wissen deshalb auch für die Zukunft nicht, was wahr sein wird. Das Alles erfüllt den Tatbestand der Vernichtung von Beweismitteln und der Aktenfälschung innerhalb der vierten Gewalt, wie sie sich nun mal selber nennt und benimmt. 1984 in Reinkultur. NGO - Not so NGO. Wuff.

Und siehe da, genau in den 1980er Jahren entstand der Begriff   Government - Operated Non - Governmental Organization / Government - Organized Non - Governmental Organization oder GONGO für vom Staat gegen sich selbst oder Andere aufgestellte und / oder bezahlte angebliche fake NGOs.

Wuff.


Wo wir schon dabei sind:

NGOs sind NICHT-Regierungsorganisationen; warum zur Hölle sollten sie also vom Staat Geld erhalten? Und warum sollten auch noch ausgerechnet ausländische NICHT- Regierungsorganisationen vom inländischen Staat Geld erhalten? Direkt oder indirekt vom Staat finanzierte NGOs sind ja wohl ein Widerspruch in sich!

Und warum sollten andererseits auch vollständig privat finanzierte NGOs, also NICHT-Regierungsorganisationen, am Mehrheitswillen vorbei Einfluß auf einen Staat und eine Regierung haben? Am cleversten und widersprüchlichsten sind natürlich unwissentlich oder unwillentlich über den Staat von den steuerzahlenden Staatsbürgern öffentlich finanzierte, private NICHT- Regierungsorganisationen, die gegen deren Interessen arbeiten und sich das so auch noch von diesen finanzieren lassen.


https://de.wikipedia.org/wiki/Juvenal#Werk
Wer aber überwacht die Wächter?

Womit wir auch schon bei der Presse, der selbsternannten vierten Gewalt wären. Der "unkontrollierten Gewalt" wäre besser. Wobei beides eine Anmaßung ist, denn:

  1. werden sie kontrolliert, aber nicht von der Öffentlichkeit, sondern von ihren Eigentümern und Zahlvätern; und ein Großteil davon gehört zwar nicht dem Staat, aber den Parteien, und somit zum Staat. Wuff. Man glaubt gar nicht, wo überall die Parteien drinstecken, und so staatliche Propaganda für sich selbst machen bzw. mißliebige Meldungen unterdrücken können - und
         
  2. hat sie niemand dazu bestellt, als Gewalt aufzutreten, also die Interessen ihrer Eigentümer -und damit insbesondere der politischen Parteien- auch noch als Gewalt zu vertreten. Sie haben Augen und Ohren zu sein, nicht Faust. Sie haben zu sehen, zu hören und zu melden, und nichts weiter.


Wie ich schon einmal erwähnte, zeigen sie im Fernsehen auch sekundenlang nur wedelnde Hände – was mich besonders irritiert. Ich denke dann immer, ich soll vom Sofa runter... aber warum wohl? Weil man dann nicht so merkt, wie allein der RednerIn gerade ist? In extremer Nahaufnahme sieht auch eine kleine wuselige Gruppe aus wie eine gewaltige Ansammlung.


Und nur manchmal, wenn es ein Kameramensch gar nicht mehr aushält, fährt er gegen Ende von der Nahaufnahme in die Totale und man sieht, daß der jubelnde Haufen, der einen der Ihren einem Meer und Blumen und Glückwünschen ertränkt, nichts weiter ist als ein mickriges Häuflein von fünf Menschen, verloren in einem riesigen, leeren Saal, beispielsweise des deutschen Bundestags, das einem der Ihren zum Geburtstag gratuliert.

Man kann sich ja nachher rausreden, die Kollegen hätten das Ende ja wegschneiden können...


https://www.facebook.com/photo.php?fbid=718317591600860&set=a.149497441816214.29986.100002678786300
Die Führer der Freien Welt gehen vereint voran

Vielleicht zeigen Kameraleute deshalb so oft ihre Kollegen beim Filmen? Eine Mischung aus extremer Langeweile, Inhaltslosigkeit und dem verzweifelten Versuch, so etwas wie eine Authentizität des Inszenierten zu erzeugen, indem man zeigt, daß das alles nur Theater ist? Wuff. Wie heiß der Typ noch mal? Brecht?

War das nicht kurz vor dem nächsten großen Krieg? Es ist wie in ihren Touristenprospekten: Die lärmende Hauptstraße hinter dem Strandhotel wird nicht gezeigt, ebenso wenig wie die Müllhalde rechts und dass Zementwerk links. Es gibt da direkt einen Wettbewerb um das verfälschteste Foto...


Nur hier im Sonderangebot: Ganz ohne Frauen!


Und so wurden beim aktuellen Welt-Pressefoto-Wettbewerb 20 Prozent der Fotos wegen Hinzufügens oder Entfernens von Bildinhalten disqualifiziert, mehr als je zuvor - und das waren Bilder, von denen die Einreicher wußten, daß sie geprüft werden! Wuff! Was mag da erst alles ohne Prüfung in den Medien veröffentlicht worden sein? Und wer kommt darauf, so etwas zu inszenieren? Die Staatschefs selber ja wohl nicht...

Und selbst wenn es nicht unbedingt gefälscht ist, gestellt ist so manches Foto allemal - auch und gerade von denen, die Preise gewinnen. Gerade die! Siehe oben. Das ist halt soooo viel leichter...


Ein Bild lügt mehr als tausend Worte



http://www.cracked.com/photoplasty_611_24-famous-photos-you-wont-believe-were-fake/
Nüchterne Männerrunde



Und Glauben ist nun mal auch so viel leichter leichter als Wissen, Gerüchte sind einfacher zu begreifen als Fakten; Klatsch und Tratsch sind leichter zu glauben als echte Nachrichten, weil sie bereits den eigenen Vorstellungen und Vorurteilen entsprechen. Nun, der Weg zur Hölle ist nicht nur mit guten Absichten und Vorsätzen, sondern auch mit Schokolade gepflastert.


Die überbordende Emotionalität in den Medien - Wir müssen mehr Gefühle zeigen! Eigene und fremde, in Großaufnahme und Zeitlupe! - führt zu einer Inszenierung der Gefühle. Es ist nicht mehr nur kalt, sondern sehr, sehr kalt - und wenn es tatsächlich sehr kalt ist, dann ist es eben sehr, sehr, sehr, sehr kalt. Wobei sich das Maximum auf inzwischen etwa 4-5 sehrs eingependelt hat, mehr kriegen die Menschen eh nicht mit -aber auch dann kann die gefühlte Kälte immer noch sehr viel schlimmer sein. Zu Fühlen ist nun mal viel viel viel viel leichter als Denken, und es auch hat einen viel größeren Schauwert zur Ablenkung von so was anstrengendem wie Ursachen und Folgen. Drama, Drama, Drama, Drama! Wuff Wuff Wuff Wuff!


Seht ihr, so einfach geht das. Gänsehaut-Peeling.

Und wenn es keine tatsächliche Konflikte gibt, über die man sich zu berichten traut, oder weil eben alles beliebig geworden ist, dann werden eben künstlich welche erzeugt. Sie kriegen es nicht gebacken, die Menschen. Traurig. Sie kapieren sich selbst nicht. Wuff.

Hinzu kommt noch, auf der anderen Seite, die

Pictophobia Politicorum


- die Angst der Politiker vor Bildern. Vor unangenehmen Bildern. Wie jeden zweiten Tag im Fernsehen.


Wörtlich: Wollen SIE solche Bilder sehen? Wollen sie das?!

(Ja nicht etwas zur Entscheidung stellen: Wollen sie, daß so etwas passiert? Wollen sie das?! Darüber ließe sich ja ruhig reden...)


Huuu! Nein! Der Teufel! Ein garstig Bild! Bitte keine Bilder zeigen! Es sei eben denn, man hat sie plump selbst gemalt, oder digital gefälscht. Wie die kleinen Menschenkinder... sie werden einfach nicht erwachsen. Gesicht versteckt - und Papa ist weg. Wuff.

Oder nein - wie einst im Mittelalter, wo das Bild vom Teufel -wie die Nennung seines Namens- die Gegenwart des Leibhaftigen selbst herbeirief:

Mal' nicht den Teufel an die Wand!

Den Durcheinanderwerfer, den Verwirrer, Faktenverdreher und Verleumder!


Und so bekam er auch immer mehr Namen. Es ist der reinste Aberglaube: Sehe ich Bilder, erzeuge ich etwas, sehe ich sie nicht, ist nichts passiert. Diejenigen, die die Geschicke der Menschheit in den Händen halten, machen das Licht aus, damit niemand etwas sieht, und damit an die Existenz von etwas glaubt, was sie nicht selber auf die Leinwand projiziert haben; und dann glauben sie aber, selbst vor dieser Wirkung gefeit zu sein.

Ein Bild ist nicht die Wirklichkeit, meinen HerrInnen!



Alles schon einmal passiert...
Das erinnert mich auch alles immer mehr an die Zeit mit meinem Herrchen, der Hofberichterstattung, wo die lobhudelnden Anreden und Schlußformeln länger waren als die eigentliche Nachricht - und wehe, wenn nicht. Nun , das wurde kurz abgeschafft - und wird nun wieder eingeführt, da die Menschen, dero Hochwohlgeboren, offenbar ohne Selbstbeweihräucherung nicht leben können, sobald sie die Folgen derselben vergessen haben. Das hat ja nicht lange gedauert... Nun, auch wir Hunde wälzen uns ja gerne im Dreck, auch dem der Andern. Wuff. Auch kollektives Eigenlob stinkt. Wie war das nochmal mit dem Turmbau zu Babel - oder zu Babbel - schon damals mit Leiharbeitern und Niedriglöhnern aus aller Welt?

Es werden gerade wieder sehr, sehr viele Türme gebaut... Wuff.

Und siehe, sie nannten es "Globalisierung"


Nachdem frühere Menschen mit steinernen Bauten und Sonnentempeln den Geheimnissen der Jahres- und Tageszeiten auf die Spur zu kommen versuchten, meinen sie heute, mit Hilfe ihrer Uhr über die Jahreszeit bestimmen zu können. Hybris, Irr- und Wahnsinn: Eine Sinnestäuschung - die Vorstellung, man könne über Zeit und Raum herrschen; mehr noch: die Zeit anhalten. Durch verplempern von Zeit soll Zeit gewonnen werden. Und selbst wenn das niemand mehr glaubt, so wird es dennoch durchgesetzt; aus Herrschaftsgründen.


Es werden zunehmend Nachrichten über Nachrichten verbreitet, über Gerüchte, Vermutungen, und auf diesen Gerüchten und Vermutungen beruhende spontane und emotionale Ansichten - auch dort, wo diese nicht schon als Propaganda in die Nachrichten eingearbeitet wurden; dann dienen die selektierten Reaktion nur zur Bestätigung für das eben gesagte.


Wie gesagt - es werden Kameraleute gezeigt, wie sie Kameraleute beim Filmen filmen, wedelnde Hände, wenn es sein muß, mit einem Fernrohr durch geschlossene Fenster, und dann interpretieren sie Gesten. Und jeder schreibt bei jedem ab, was der gesagt bekommen hat.


Das Gehirn der Menschen wird so jeden Tag erneut auf Sommerzeit eingestellt - auch die dient dazu, die Menschen zu verwirren und zu verunsichern, auf daß sie sich schon mal daran gewöhnen, daß nichts mehr fest und unveränderlich ist, nicht einmal die Zeit und auch nicht der Lauf der Sonne. Und wenn schon nicht die Zeit selbst angehalten werden kann, so doch ihr Meßinstrument.

So mächtig sind die Majestäten, daß sie sogar sich selbst überlisten können - wenn ein Beschluß bis Mitternacht fertig sein soll, dann wird eben um Mitternacht die Uhr angehalten; auch wenn der Tag dadurch nicht länger wird, so haben sie doch ihre Unfähigkeit zur rechtzeitigen Einigung im Protokoll verborgen.

Alles ist nur noch eine Frage der Interpretation der Mächtigen. Selbst mein Herrchen hätte sich geschämt. Seine Nachfolger nicht mehr. Geholfen hat es nix, alle beide Kriege gingen verloren, und kein einziges Kraftwerk weniger wurde gebaut.


Und obwohl die irritierende, anstrendende, nervtötende angebliche Sommerzeit von Vielen als ein "als Wohltat maskiertes Übel" - von der offiziellen Begründung her eingerichtet extra für die Minderheit der Säufer und Biergartenhocker, jawohl! - erkannt wird, wird mit ihrer Hilfe zweimal jährlich das Volk durchgeschüttelt und alles aussortiert, was nicht mehr mitmacht.

Mit einer Sonnenuhr geht das nicht, da ist die Sonne um zwölf Uhr mittags im Zenit, egal wo, egal wann. Mit der notwendigen Anpassung an die Zeitzonen, versteht sich. Aber die existieren ja zwangsläufig.

Am wüstesten trieb es letztens die russische Verwandtschaft, und wundert sich jetzt, daß sie nichts mehr so recht auf die Reihe bekommt, wo doch per Dekret die Sommerzeit nun auch im Winter herrscht. Dabei ist normalerweise die Winterzeit das ganze Jahr über die richtige, die Sommerzeit die manipulierte. Jetzt ist es dort frühmorgens im Winter noch dunkler und kälter. Selbst Schuld, Wuff.

Jetzt ziehen auch noch die japanischen Kollegen nach, weil sie sich der Orgie des Wahnsinns nicht mehr entziehen können, wenn doch alle mitmachen. Die Gedanken sind frei! Wer hat sie entlassen?



Zeichen und Inszenierung




Hinzu kommt die Ikonographie der Verlogenheit. Mißliebige Menschen werden durchgehend unvorteilhaft dargestellt - ob der Mensch nun gerade lacht, gähnt oder schreit, ist nicht zu erkennen. Wird woanders nun gerade eine innige Verbundenheit dargestellt, oder die höhnische Gemeinsamkeit in einem dreckigen Witz? Moderne Kameras machen 5000 Bilder die Sekunde, da wird wohl ein schlechtes dabei sein. Oder ein gutes, je nachdem, was man gerade will.

In Bildern erscheinen immer die gleichen Posen, ob im Sport oder in der Politik, oder sonstwo. Eigentlich sind Worte Überflüssig. Es sind Zeitungen für Leute, die der Sprache nicht mächtig sind. Unterscheiden tun sich die dargestellten Dinge nur durch ihren Reklameaufdruck. Es muß sie also gar nicht geben...

Im Fernsehen genauso: Immer die gleichen Posen, immer die gleichen Bewegungsabläufe, ob im Tanz oder im Totschlag.

Die immer wiederkehrende Einführung zu "Germaniens übernächste Irgendwas" gleicht auf das Haar dem zu "Dings-Bumse im Einsatz": Fünf Menschen in Zugvogelformation schreiten dynamisch in äußerster Zeitlupe auf der Zuschauer zu. Oder sonstwas. Die Moden wechseln... Schaltet man zwischen den beiden hin und her, fragt man sich, warum die dargestellten Leute wechseln. Die Figuren tun es nämlich nicht. Es scheint aus ein und dem selben Rechnerprogramm zu sein, nur mit unterschiedlichen Oberflächen oder Avataren. Und tut es wahrscheinlich aus. Wuff.


Hier das öffentliche, zeremonielle Öffnen der Schatztruhe, mit einem gefundenen Flugschreiber, der Black Box von Blackbeard:

New Pirates of the Caribbean

Natürlich gibt es auch eine durchgehende Ikonographie in Spielfilmen, die letzte Instanz der Phantasie. Nicht nur der Musik, auch der Bilder. Früher waren es schwarze Hüte und weiße Hüte, an denen man Gut und Böse auseinanderhalten konnte. Und anhand derer die Menschen auch nach einem Toilettengang sofort erkennen konnten, wo der Held war – der helle Fleck auf Leinwand da, das ist er. Umgeben von einer dunklen Wolke der Bedrohung.


Ellen Barkin,
Menschenweib
Mit der Ankunft des Farbfilms mußte stärkerer Tobak aufgefahren werden – heute sind es blonde Haare und rote Lederjacken, davor waren es rotkarierte Schottenmuster, sind gut zu verfolgen. Wie gesagt, Moden wechseln. Da ist das Opfer! Und da der Held! Und da der Mörder! Kasperletheater für Erwachsene. Diese Helden! Vor der Wand aus Feuer! Die Menschen spiegeln nur sich selbst; blonde Kinder im Nebel des Nordens, helle Fußsohlen in der dunklen Nacht Afrikas.


Und! Das Zeichen des Opfers: Die umgehängte Decke, analog zum Frauenschleier. Malerisch um Kopf und Schultern drapiert (das an die Backe geklebte "Headset"- Ohrmikrophon ist dagegen, ähnlich wie ein "Robocop"-Kopfhörer in der Straßenbahn, irgendwie das Zeichen des verkabelten Idioten... letzteres ist Gottseidank eigentlich schon wieder vorbei - gab's wohl zu deren Weihnachten). Und kein FILM ohne Rettungen In Letzter Minute.

Je schlechter der F.I.L.M., desto mehr R.I.L.M. Gute F.i.l.m.e. haben gar keine. Wie das Leben. Wuff.


Dazu gehört auch, daß Kriminelle in der Phantasie ihre Mitmenschen offensichtlich eine Vorliebe für große, rot blinkende Anzeigen an ihren riesigen Bomben haben sollten, die den Zündzeitpunkt auf die Sekunde korrekt anzeigen - und nicht etwa schon bei, sagen wir mal, 29 Minuten vor 0000 den ganzen Laden hochgehen lassen. Wuff, Wuff, Wuff, Wuff... 'tschuldigung.



Schön wär's.




Zuletzt noch eine besonders merkwürdige Ikone:





http://lokster.deutschebahn.com/artikel-pool/verstehen/geblickt-bahnsteig.html
Achtung, tanzende Lokführer!


Der erste internationale Autobahnkongress wurde übrigens 1931 in Genf abgehalten. Sponsor der Veranstaltung war
das Internationale Arbeitsamt des Völkerbundes. Sein Ziel: Durch massiven Autobahnbau sollte die Arbeitslosigkeit in den von der Weltwirtschaftskrise betroffenen Staaten verringert werden.


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3c/Bundesarchiv_Bild_183-R27373%2C_Reichsautobahn%2C_Adolf_Hitler_beim_1._Spatenstich%2C_bei_Frankfurt.jpg


Und warum heißt die Autobahn nun Autobahn?
Weil ihr Bau anschließend von der damaligen hiesigen Regierung bei der Reichsbahn in Auftrag gegeben wurde.




Man kann's nicht erfinden.

Wuff.





Montag, 12. Januar 2015

Lesemüll




Sehr
Sehr
Krank
Krank
Wie gesagt, da bin ich wieder. Man läßt mir keine Ruhe im Grab... Ich war mit meinem Herrchen beim Arzt. Also mit meinem HerrEs dauerte.  Also: was da in den Zeitschriften an menschlichem Elend ausgebreitet wird, ist tragisch. Als Alternative dazu gesetzt wird die heile Welt, was die Menschen halt so haben wollen.

Das kann man verstehen. Aber.

Gesichtsmaske
Service Gesichtsmaske
Warum wollen ausgerechnet die Weibchen unbedingt erfahren, wie schlecht einem anderen Weibchen mitgespielt wurde, und zwar von Schicksal und anderen, undankbaren Menschen? Wo sie nicht selbst dran schuld sind?

Suhlen sie sich gerne im Dreck der Anderen, wie ich, wenn ich mich unwohl fühle? Fühlen sie sich danach auch besser? Merken sie dann ihr eigenes Elend nicht so? Vielleicht wird ihnen deshalb in den selben und anderen Zeitschriften gleichzeitig vorgetragen, wie schön das Leben doch ist, wenn völlig normale Dinge passieren.

Menschenweibchen stopfen ja auch dauernd süßes Obst in sich hinein, weil es ja "so gesund ist" und "nicht fett macht" - tut es wohl, sogar Affen. Wenn's nicht süß wäre, würden sie's meiden...

Aber sie wälzen sich ja auch gerne in ihrem Essen...


Natürlich mache ich das auch - manchmal. Und die Weibchen wählen auch eher monarchisch, Könige, Königinnen und junge, heiratsfähige Prinzen. Das kann ich verstehen. "Prinzessin" ist nun einmal die weltweit bekannteste Märchenfigur überhaupt, soweit ich weiß. Das läßt tief blicken. Wuff. Und natürlich kann und darf jeder Mensch kaufen und lesen was er will. Und gerade die Männchen lesen noch ganz andere Sachen!


Herrchen
Mein Herrchen, als er noch lebte
Aber warum nur liegen ausgerechnet diese Zeitschriften beim Arzt?

Oder werden diese Zeitschriften etwa extra für die Arztpraxis gedruckt, damit die Menschen nicht selber tratschen und Unruhe in den Laden bringen? Damit sie Angst bekommen und froh sind, wie gut es ihnen geht, auch wenn der Arzt ihnen nicht helfen kann? Schließlich sind die Weibchen öfters und länger bei ihrem Arzt als die Männchen.  Es ist ein Rätsel...

(Mein Herrchen kann da auch nicht mehr helfen. Er ist wie ich schon lange tot... Wuff.)

Wie soll doch Adolf Damaschke gesagt haben, 1920, als alles vorbei war?

"Die Zeit von 1871 bis 1914 [also die Zeit des Deutsches Kaiserreiches - ja, auch meine - bis zu seiner Zerstörung durch den großen Krieg] war eine Zeit, die sich dadurch auszeichnete, daß kein Mensch Zeit hatte. Karriere machen, Geld machen, die überanstrengten Nerven im Genußleben auspeitschen oder betäuben, das nahm alle Zeit in Anspruch, und niemand fand mehr Muße, sich die großen Sozialfragen klar zu machen, die uns umgeben, und zu scheiden, was ist wesentlich, und was ist unwesentlich. Wir lebten wie arme Menschen von der Hand in den Mund auf geistigem Gebiete, und ließen uns von schlauen Interessenten durch jedes Schlagwort, wenn es auf dem Markt nur laut ausgesprochen wurde, hierhin und dorthin treiben."


Die Menschen sollten mehr auf sich achten! Wer Müll ißt, wird krank im Körper, wer Müll liest, wird krank im Kopf. Auch wenn ich es selbst nicht mehr erlebt habe: Der Ton der Zeitschriften und anderer Kommunikationsmedien der Menschen erinnert mich immer mehr an die Zeiten die nach uns kamen. Einer muß Schuld haben, einer muß immer schuld haben, sonst bleibt alles stehen, wenn kein Mensch dem anderen mehr etwas schuldet. Wuff, wuff, wuff.

Seit neuestem hängt das irgendwie mit der "Emanzipation" der Menschenweibchen zusammen, und deren Sprachregelungen, gegen die irgendwelche Anderen leicht verstoßen können, und dann wieder in der Schuld stehen. Insbesondere deren "Schnippischkeit", die gab es damals auch. Und durch ihr Wahlrecht wurde bisher kein Krieg verhindert, nichts wirklich Gutes ist dadurch in die Welt gekommen. Was passiert, ist, daß sie sich nicht mehr vermehren, wenn sie die Wahl haben. It ja auch verständlich. So lange es Leihmütter gibt...

Merkt denn keiner, daß das alles nur Worte sind?


Dr. Zoidberg
Ausdruckstanz
Doch, und deswegen senden sie andauernd "Signale" aus, wie die Winkerkrabben. Minutenlang werden im Fernsehen wedelnde Hände gezeigt. Ausdruckstanz. Gab es dann ja auch damals. Und die Schwarzweißfilme.



Nackttanz
Balztanz der Menschen

Und sich nackt darstellen als letztes Mittel, wenn einem sonst gar nichts mehr einfällt oder man nicht anderes mehr hat, als den eigenen Leib, mit dem man geboren wurde. Nicht einmal eine stabile Identität. Auch und gerade der Männchen

...aber eben nicht nur!

Weibliche Winkerkrabben









Alles schon mal dagewesen... Nun ja, wahrscheinlich immer hin noch besser als "beruhigende Geräusche machen"- oder eben drohende.


Der Gender Bender
Eigentlich machen sich die Weibchen absichtlich hilflos... sie binden ihren Töchtern die Füße klein, hängen sich schwere Gewichte an Hals und Beine, und Schlimmeres; sie töten sich zwar nicht gegenseitig, wie die Männchen -  sie verkrüppeln sich und andere. Vielleicht brauchen sie sich zu sehr... Zu meiner Zeit waren es die Korsagen, welche die Frauen daran hinderten, sich zu bücken und etwas aufzuheben, das berühmte fallengelassene Taschentuch zum Beispiel; sowie am Essen und am Atmen. 

Was ist es heute
?




Ihre Magersucht?





A propos: Die so genannten "Magersucht-Models" stellen ausschließlich in der Modebranche als Kleiderbügel ein Schönheitsideal dar - und nirgendwo sonst. Überall sonst gelten sie als gestört und suizidal.


Dort, wo es am ehrlichsten zugeht, weil der verbotene Anblick auf nackte Menschenweibchen verkauft wird, gibt es sie nicht - höchstens als extrem, als verdrehte Vorliebe einer sehr kleinen Minderheit - genau so wie ihr Gegenteil.  Schlank und fruchtbar sollen sie sein, die Weibchen, ja, und jung, aber nicht mager. Nirgendwo.

Wer sich also über ein magersüchtiges Schönheitsideal bei den Menschen aufregt, zeigt damit nur sein - oder vielmehr ihr - eigenes gestörtes Verhältnis zur Sexualität und zum eigenen Körper zur Schau. Und zwar egal, wie das eigene Geschlecht gerade ist.



Und die größte  Störung ist dabei die lebensgefährliche Gefallsucht der Weibchen. Obwohl, die jungen sind schon wieder von selber schlank, schön und höflich.  




Auch wenn ihre Musik zur Zeit klingt wie das Geplärre und Getrampel von ihrem Nachwuchs im Süßigkeitsbereich vor ihren Supermarktkassen - ehrlich, in meinen Ohren ist das genau der selbe Tonfall! Ich muß dann immer - Wuff!


Ja, und klug.

Aber nicht klüger... Zu meiner Zeit konnte mein Herr, und sein Frauchen, noch allein und unbelästigt spazieren gehen, auch dort, wo ich nun begraben liege. Niemand hat sie angegriffen, niemand hätte es gewagt oder auch nur gewollt. Die Herrscher heute müssen sich umgeben mit einem undurchdringlichen Sicherheitswall aus Leibwächtern, wie zu Zeiten des schlimmsten Absolutismus, kurz vor der Revolution. Lange gehalten hat sie ja nicht... Herrschsaft durch das Volk, daß ich nicht lache! Wuff!! Über und für, vielleicht.

Sonst wären die Herrscher ja nicht so unersetzlich. Viele kennen sich oder sind miteinander verwandt, auch heute noch- auch wenn das nicht immer und unbedingt sein muß; es gibt auch Statthalter.

Der Morgenstern
Der Tag bricht an, wenn
der Morgenstern versinkt
Und geherrscht wird, wie immer, mit Lüge, inszeniertem Aberglaube und Hexenverfolgung.

Die Menschen kommen anscheinend nicht zurecht, wenn sie keine Hexen verfolgen und verbrennen können. Das hängt wohl mit ihrer Klugheit zusammen. Obwohl: Bei einigen wäre es angebracht, um das Böse aus der Welt zu werfen. Auch wenn es nachwächst... Wuff, wuff, wuff, wuff. Entschuldigung.

Sie brauchen halt immer Sündenböcke, denen sie alles Böse und eingebildete Böse anhängen können, das ihnen Angst macht, von der eigenen Mißgeburt über die saure Milch bis hin zur Weltwirtschaftskrise. Wuff, wuff, wuff.

Das macht sie schuldenfrei, und sie kommen in den Himmel- und vorher gibt's auf Erden noch ordentlich was abzusahnen von den Schuldigern, denen niemals vergeben wird. So ist das. Dabei kommt ihr Satan in ihrer Bibel kaum vor... und wenn, dann eher desinteressiert. Der wohl erwähnte "Lucifer" dagegen ist der "Licht-Bringer" - der Morgenstern, von den Menschen später in Venus umbenannt. Er fährt täglich in den Orkus, die Unterwelt hinab - nämlich unter den Horizont, Wuff. Von wo er jede Nacht erneut versucht aufzusteigen.

Die Hölle ist dagegen nur der damalige Name für die qualmende, stinkende städtische Mülldeponie von Jerusalem, wo eben jeglicher Abfall landete... und wo man seine Feinde nun mal hinwünschte. Wer dagegen an den leibhaftigen Teufel glaubt, der die Menschen zu ihren Missetaten verführt, ist zutiefst abergläubisch und wird von der monotheistischen Kirche bekämpft. Aber die Menschen brauchen halt einen Sünden - Bock.

Tiere machen keine Schulden. 


Wuff.


Doch wenn die Menschen in ihren Gedanken und Worten nicht mehr differenzieren dürfen, wird jede ihrer Reden zum inhaltslosen Geschwätz. Dabei hatten sie uns doch gerades das voraus... wuff. Wuff. Wuff. Und noch etwas ist merkwürdig: Je mehr sie versuchen sich anzugleichen, desto mehr fallen ihre Welten auseinander.

Wenn man allerdings sieht, wie heutzutage Kinder auf dem Fahrrad nicht mehr vor den Eltern sitzen, sondern hinter ihnen hergezerrt werden, wie ein Sack Kartoffeln, ohne Möglichkeit, mit der Mutter oder dem Vater zu reden, einsam und abgetrennt, und die Eltern mit genau diesem leeren Gesichtsausdruck ihr Kind durch die Welt zerren, ohne Bezug und Ziel, immer nur vorwärts, vorwärts, vorwärts, das Kind und man selbst muß angeliefert werden … dann weiß man, warum die Gesellschaft zerfällt. Ein Kind ist doch kein Postpaket!


Je weniger Kinder sie bekommen, um so weniger können sie damit umgehen, und desto mehr kostet es sie. Liegt das an den Schulden, mit denen diese geboren werden? An ihrer Schuldknechtschaft? Jede ihrer Generationen hat von vornherein Schulden - sind die zu hoch, wird es unbezahlbar. Wuff.

Cherry 2000
Ich heiße Cherry
Aber das Problem erledigt sich bei Einigen wegen der mangelnden Fortpflanzung gerade von selbst. Vielleicht hätten sie damit warten sollen, bis sie sich wie geplant mit Maschinen paaren und fortpflanzen können. Aber: Zu spät! Meinesgleichen übernimmt gerade Rumänien. Das geht ganz schnell. Wir sind Fleischfresser. Wuff.

Das Leugnen der Realität und der eigenen Verantwortung für das eigene Leben ändert diese Realität doch nicht! Wer so handelt, fällt nur aus ihr heraus. Das Leben gibt niemandem eine zweite Chance- nicht einmal mir. Eine neue vielleicht, aber niemals eine zweite. Wuff. Was immer sie tun, es ist die nächsten 30 Jahre nicht mehr rückgängig zu machen. Diese Verantwortungslosigkeit... aber Anderen grundsätzlich die Schuld geben. Na gut. Wozu haben sie ihre Religion.


Die Menschen können sich nichts mehr vorstellen, das ihnen nicht vorgeführt wird. Wird über etwas berichtet, muß unbedingt eine Art Seifenopern- Darsteller her, der ihnen das Ganze wie im Kasperletheater vor Augen führt; erst wird gesagt, wie er oder sie heißt (ganz wichtig, auch bei ungebetenen Anrufen!) und daß das alles deshalb, wegen der Namensnennung, ganz echt und authentisch sei - also die reine, unmanipulierte Wahrheit.

Und wenn schon. Um Hundehimmels willen, man kann für alles und jedes ein Beispiel finden! Namen? Namen sind inzwischen Schall und Rauch wie alle Worte. Sie sind, wie alles, zu einem Markenzeichen geworden.


Nebenbei
:


Wer lügt oder auch nur die Unwahrheit sagt, hat ganz unabhängig vom Inhalt der Lüge oder der unbewußten Unwahrheit ja schon einmal eine wahre Aussage gemacht: Entweder hat er oder sie keine Ahnung und will das verschleiern, oder er oder sie hat etwas anderes zu verbergen. Auf jeden Fall lohnt sich ab dem Punkt die Suche in der näheren und weiteren Umgebung. Da findet man schon irgendwo einen Knochen, Wuff! Oder mehrere. Denn da liegt der Hund begraben. Meistens. Ich muß das wissen...

Aber so lullen sich die Menschen gegenseitig ein und zerstreuen ihre Zeit, als hätten sie zu viel davon. Wahrscheinlich leben sie zu lange, und deshalb wird alles zu einer betreuten Altersheim - Veranstaltung. Auch das Fällen für sie relevanter Entscheidungen.

Als wenn eine Wahl schon eine Entscheidung wäre. Ein Wähler ist kein Entscheider. Wer etwas wählt, entscheidet nichts. Und so sehnen sie sich schon wieder nach einer wohlwollenden Diktatur, damit sie weiter ihren Zerstreuungen nachgehen können. Wuff.


Im Übrigen:


Menschen mehr als einmal mit ihrem Namen ansprechen ist ein Verhör.

Oder auch Tiere.


Es geht um künstlich erzeugte Gefühle für jene, denen inzwischen jedes persönliche Gefühl abhanden gekommen oder abgekauft worden ist - Wie bei den Fernsehshows, die einheitlich bazzern, um "Gänsehaut-Feeling" (oder ist es Gänsehaut- Peeling?) abzufordern und zu bejubeln. Was der Protagonist sich dabei denkt, ist egal, schlimmstenfalls hinderlich und muß weggekohtscht werden. Das Jodeldiplom lebt, da hat man etwas Eigenes. Wo ist da eigentlich noch der Unterschied zur Prostitution und Pornographie?


Zum Vergleich:

Ein Abbild zweier Menschen- Kinder in geschlechtlich differenziert provokativer Pose, noch von meinem Herrchen aus der Schublade geholt, Wuff. 


Bub & Mädel
 Mädel & Bub

Sonntag, 21. Dezember 2014

Erdmann reloaded / Nachruf



Alle Jahre Wieder...

Das Pfingstochsterhasenmann















  ... Kommt der Christusmarkt.



Da bin ich wieder- es läßt mir keine Ruhe.


Der Lärm...



Wo war ich? Ach ja.

Weihnachten.


Menschen und Tradition


Zu ihren Traditionen gehören Märchen, zum Beispiel:
Dornröschen in der deutschen Fassung.


Das Pubertätsmärchen von weiblichen Dorn-Röschen:

Das Dornen-Röschen
Ein junges Mädchen wird davor gewarnt, Spindeln zu anzufassen, bei Strafe des Todes. Sie tut es dennoch, mit sechzehn, wobei sie eine alte Frau im Turm erwischt.

Sie erschrickt sich draufhin tatsächlich zu fast zu Tode, und fällt in eine jahrelange Passivität - den Dornröschenschlaf.

In dieser Zeit wächst ein Dornengestrüpp um ihr Schloß, in denen eine Rosenknospe erblüht, das Dornen-Röschen (Viele Dornen um 1 Röschen) - bis endlich ein junger Mann (und zwar der richtige zum richtigen Zeitpunkt) diese Dornenhecke durchdringt, um die schlafende junge Frau zu erwecken.


Die Menschen.


Um die eigene Tradition aufrecht zu erhalten, gibt es identische, mit einheitlich hergestellten, (vielleicht auch noch aus fernen Ländern) einheitlich bestückten Verkaufsbuden zugestellte Weihnachtsmärkte, beschallt mit fremdsprachiger Musik in Endlosschleife (womit die Menschen sich schon die ganze Woche vom Nachdenken abhalten), und das am liebsten 356 Tagen im Jahr, unterbrochen nur durch Oster- und Pfingst- und sonstigen "traditionellen" Märkte, insbesondere an den Wochenenden.


Denn darum geht es letztendlich: Einen legalen Weg zu finden, auch am Wochenende Krempel zu verkaufen, und sei es unter dem Deckmantel der Christlichkeit. Denn traditionell wurde an Sonntagen zu Kirmes nach der Kirchmesse immer schon dem Einkaufs- und anderen Vergnügen gefrönt- damit man die Kirchmesse schnell wieder vergißt, frisch gebadet und gebeichtet wie man war.


Und jede Minute ohne Umsatz fehlt nachher in der Bilanz beim Schuldenmachen, und Schulden bedeuten Geld. Und die größten deutschen Weihnachtsmärkte stehen sowieso nicht in Deutschland. Wahrscheinlich ist "Deutscher Weihnachtsmarkt"® ein international geschütztes eingetragenes Folklore-Warenzeichen.

Ziel ist es natürlich, die Buden das ganze Jahr über stehen zu lassen und nur die Schilder auszutauschen: Weihnachten, Valentin, Ostern, Pfingsten, Allerheiligen, Weihnachten... habe ich was vergessen? Wuff.


Wozu abbauen, wenn sie morgen eh wieder da stehen werden.



http://www.hermsdorf-regional.de/persoenlichkeiten/geithe-friedrich/plumsklo.html
Die Ähnlichkeit...
Übrigens stehen die selben Buden bereits in Großstädten in China.

Weltweit alle vom selben Hersteller, offensichtlich. Wahrscheinlich einem chinesischen, wie das Zeug darin. Tradition ist nun mal Tradition, egal wo sie herkommt. Weihnachten ist eigentlich das Fest der obdachlosen und einsamen; Hirte zu sein ist einer der einsamsten Berufe der Welt - ich hatte einen Vetter in der Forstwirtschaft und sollte es daher wissen. Und St. Martin ist das Fest der Armen und der Bettler, derjenigen, die zu Pfingsten nichts abbekommen haben. Wuff.

Warten auf den Weihnachtsmann

Auch wenn die Chinesen da anscheinend etwas durcheinander bringen.


Obwohl, eigentlich nicht.



Mit dem Klimawandel wird das mit dem Winterfest als solchem sowieso hinfällig. In Indonesien ist es ja bereits seit Jahren soweit. Nun ja- am Ende zählt sowieso nur der Umsatz. Wuff! Dessen Höhe im Vergleich zum Vorjahr wird regelmäßig über die Presse durchgegeben.


Und wenn es partout keine Tradition gibt, dann wird so lange in historischen Büchern nachgeschlagen, bis man eine konstruieren kann, und wenn gar nichts mehr hilft, weil traditionell die Bauern da zu tun hatten, oder nicht wegkamen, wie etwa im Februar oder im Oktober, nun, dann werden eben fremde Traditionen importiert- was den Vorteil hat, daß man nur eine einzige Fabrik auf der Welt braucht, um diesen globalen Einheitsbrei löffelweise zu verteilen. Wuff.


Die Welt ist inzwischen ein Dorf, aus dem jeder vernünftige Mensch zu fliehen versuchen würde - wenn es denn etwas anderes gäbe. Achtung vor dem Anderen kann es ja nur geben, wenn der Andere auch ein Anderer ist. Sonst bleibt ihnen nur der Narzissmus... die Selbstbespiegelung.

Das Dorf liegt deshalb unter dem Diktat der ewigen Bereitschaft von jedem Einzelnen zum Wohle Aller, ohne das sie erkennen können, daß sie das selbst sind und deshalb die Bereitschaft aufheben könnten - dazu ist es zu groß, das globale Dorf, und da es global ist, ist immer ein Teil der Insassen wach und stört die Anderen beim Schlafen, während die Schlafenden die Wachen stören - Narzissmus im Quadrat. Wer Gegensätze wie Wachsein und Schlafen, Arbeit und Pause gleichzeitig haben will, zerstört nun einmal beide.



Dann werden noch irgendwelche Bezüge erfunden und/oder konstruiert, damit die Leute denken, sie seien selbst darauf gekommen- und nach zehn Jahren ist es immer schon so gewesen, weil der Nachwuchs es nicht anders kennt. Aber es ihnen sowieso egal.

Das Sterntalerchen

Und wenn nicht, dann wird eben umgewidmet: St. Martinstag wird zu Sonne, Mond & Sterne Tag - und das Märchen vom Sterntaler unterlegt. Obwohl - geht das heute noch? Ein kleines Mädchen, daß auf der Straße das Hemdchen hebt, und es regnet Taler? Könnte schiefgehn.


Egal! Das Weihnachtsfest wird zum "Winterfest", weil Weihnachten zu christlich klingt. Gern über Weihnachten hinaus.

Aber erst das Umdichten der Weihnachtslieder, das wird lustig:



Vom Himmel hoch, da komm' ich her, ich bring' Geschenke, bitte sehr?!


Da fehlt nicht mehr viel.



Ostern: Das Frühlingsfest.
Pfingsten: Das Sommerfest.
Allerheiligen: Das Herbstfest (obwohl, das isses schon).


Dazu der Winterfest-Markt, der Frühlingsfest-Markt, der Sommerfest-Markt, der Herbstfest-Markt. Fertig. Auch das trägt zur Infantilisierung bei. Da schadet dann auch der gefürchtete Plüschtierautomat nicht mehr.


So werden alle religiösen Feste der Menschen auf ihren heidnischen Ursprung zurückgeworfen, den sie ja nie wirklich verloren haben. Aber danach ist das Religiöse ganz weg, und neue Generationen wächst heran, die nur noch die vierteljährlichen Kauffeste kennen. Ziel erreicht. Natürlich nur da, wo es auch etwas zu kaufen gibt.

Das dauert nicht mehr lang. Und dann schmuggelt man aus allen erreichbaren Kulturen global alles mögliche rein oder erfindet neue, bis es jeden Monat eins gibt. Warum nicht gleich ein monatliches Mond- und Menstruationsfest? Jedes Neumondwochenende?

Mit einem Monatsmarkt und der Gelegenheit zu kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, kaufen, wuff, wuff, *hust*- 'tschuldigung!



Das wär's doch.

Gern geschehen.


Auf eine Neues!


"Es gibt keinen Weihnachtsmann. Das hat mir der Osterhase verraten!" (Filmdialog)


Nachtrag: Wie jemand schrieb, werden die Schokoladen-Weihnachtsmänner bekanntlich nach Neujahr in Heimarbeit zu Schokoladen-Osterhasen umgewickelt.

Was es noch nicht gibt, ist eine entsprechende Figur zwischen diesen beiden Feiertagen, die auf die Universal-Schokoladenpressfigur aufgewickelt werden kann.




Wie wäre es mit dem oben gezeigten Pfingstochsen?

Damit wäre die alljährliche Verkaufslücke gefüllt.


Wuff.