"
Sie suchten den Sinn und fanden den Wahn..."
Das ist so ähnlich wie
"
Sie suchten das Leben und fanden den Tod..."
Tl; Dr:
- Alles noch so komplizierte läßt sich mit etwas
Mühe in einem einzigen Satz ausdrücken.
- Und alles noch so komplizierte läßt sich mit etwas
Mühe und im Wesentlichen auf der Rückseite einem alten
Briefumschlags ausrechnen.
Und wenn du schon nicht
überzeugen kannst, versuche wenigstens, Verwirrung zu stiften!
Und
Narrativ kommt von
Narr.
Die Priester der Akademie sind sowieso nur noch dazu da, die
Mächtigen zu
segnen.
Und die, um bei passender Gelegenheit im
Namen des Verachteten Volkes -also
an
dessen statt, denn diese sind ja nicht mit solchen Weihen
gebenedeit worden-
Betroffenheitsabsonderungen aus
Datenbankgenerierten
und
randomisierten Textbaustein-Cocktails von sich
zu geben, die ihnen die
Gelaarten passend vorformuliert hinlegen (bitte
den Namen des jeweiligen Anlasses und des Ortes oben richtig
einzutragen nicht vergessen, sonst geht das vielleicht nicht so durch
wie die Weihnachtsansprache vom letzten Jahr noch mal; als
default sind da "WASAUCHIMMER" und
"WOAUCHIMMER" eingetragen).
Das kommt davon, wenn die Presse zur Macht geworden ist - sie soll ja
eigentlich die Mächtigen zur Verantwortung ziehen und
deren
Machenschaften aufdecken - nicht aus Spaß, sondern aus
Notwendigkeit. Nun sind sie es selber, und der Posten ist vacant.
Und das wird er auch bleiben. Denn die Menschen
bezahlen ihre
Märchenerzähler ja nicht dafür,
daß sie ihnen die Wahrheit sagen
- die kennen sie, und sie ist ihnen unangenehm - sondern daß sie
ihnen Märchen erzählen.
Wuff.
Wir fühlen mit den Toten.
Denn irgendwann fällt schon auf, daß das alles immer gleich
klingt. Nein - das fällt schon beim ersten Mal auf, wegen dem
reflexhaften Gähnen, das in der Meute um sich greift, wenn nicht
schnell zu Tränen gegriffen wird. Aber schließlich sind wir
ja alle Schauspieler, irgendwo. Wuff.
Das heißt -
wir nicht.
Oder eher selten.
Wuff.
Doch was ist Intelligenz? Und wozu ist sie gut?
Es gibt Streit darüber, inwieweit Menschen durch ihre Gene
oder durch ihre Umwelt geformt werden. Die Idee, daß man durch
eine Umwelt intelligent werden würde, ist albern. Das würde
bedeuten, daß man dumm wird, wenn die Umwelt sich ändert.
Vor allem ist die Idee, daß Nachkommen durch eine anregende
Umwelt intelligenter werden als die Eltern, hochgradig albern. Woher
soll das Gen denn wissen, wie die Umwelt war? Es ist wie immer genau
umgekehrt. Die komplexe Umwelt selektiert auf hohe Intelligenz. Die
muß aber vorher da sein. Eine instabile Umwelt selektiert eher
auf hoher Intelligenz als eine stabile. Wer intelligente Nachkommen
haben will, muß sie einer instabilen Umwelt aussetzen und Verluste in Kauf
nehmen.
Intelligenz ist mit
Veränderung
verbunden, Dummheit mit
Bewahrung.
Aber was davon ist gut, was ist schlecht?
Die höher entwickelten Tiere, die am längsten auf dieser Welt leben -
Haie,
Krokodile, usw. - sind so dumm, daß sie schon
gar keine
Intelligenz mehr haben. Und das Intelligenteste, was die Welt
hervorgebracht hat, lebt zwar erst kurz, aber ständig am Rande der
Selbst- und Weltzerstörung dahin.
Maximale
Veränderungsgeschwindigkeit eben.
Wuff.
Lernfähigkeit und Intelligenz sind nur
dann gut,
wenn
Veränderung gut ist. Sonst ist
Sturheit ganz prima.
Außerdem ist
Intelligent nicht gleich
Schlau.
Intelligenz läßt sich genauso austricksen wie Dummheit. Man
muß sie nur einkalkulieren. Stell' einen intelligenten Menschen
vor ein Dilema, und er ist blockiert. Ein dummer bricht durch. Weil ihn
ein Nachteil nicht kümmert, siegt er. Wuff.
Und nun zu etwas ganz intelligentem:
Ihr im Jahr 1994 verstorbener Philosoph
Karl Popper
sagte in etwa folgendes (er war kein Positivist, im Gegenteil):
Es gibt gar kein Erkennen der
Wahrheit. Es gibt nur ein Erkennen der Unwahrheit.
Was
nicht geht.
Gar nicht schlecht. . .
Also: Man kann nie wissen, was richtig ist. Man kann immer nur
erkennen, was
nicht richtig
ist, und das eliminieren. Das, was dann übrig bleibt, ist mehr
oder weniger, den Umständen entsprechend richtig und somit
brauchbar. Oder so.
Das Richtige ändert sich sowieso im Laufe der Zeit und den
Umständen nach. Man muß laufend das jeweilig Falsche
erkennen und es
nicht tun.
Tut man das zur Genüge, ergibt sich als Resultat automatisch das
Richtige, mehr oder weniger. Hmmm. Wahrheitsfindung durch Negation des
Falschen. . . Man vergleiche dazu eine ihrer anderen Philosophen,
Peter Sloterdijk:
"Ohne Beseitigung der Störung kein Fortschritt"
Genauso ist ein absolut rein logisches Denken unmöglich, und ein
absolut rein logisches Gedankengebäude schon in sich falsch: Beide
sind in dem Maße nicht mehr realitätsbezogen, wie sie
fehlerfrei sind. Ein absolut fehlerfreies Gedankengebäude ist an
sich
ein vollständiger Fehler.
Denn
"
Nur wer logisch denkt, kann auch verrückt werden"
- so ein unbekanntes Zitat -
und man könnte hinzufügen: wer
nur logisch denkt,
wird es auch.
Ganz bestimmt. Nur wer logisch denkt ... oder
absolut denkt. Wer sich nicht in
einer Ecke einfangen lassen will,
denkt in Alternativen.
"Wir Schaffen das!"
...ist sowieso ein Satz, den man
ausschließlich
nach Kenntnisnahme einer Katastrophe hört. Und zwar eine,
welche die
Angesprochenen betrifft. Wuff.
Die Menschen denken immer, sie würden rational handeln, also etwas
denken, dann begründete Entscheidungen treffen, dann daraus
Handlungen ableiten. Ihr gesamtes Justizsystem ist auf diesem Gedanken
aufgebaut.
Inzwischen wissen wir, daß es genau anders herum ist: Der Mensch
handelt wie jedes Tier
instinktiv und entscheidet
emotional,
dann erst
bildet sich das Gehirn
ein, das sei aus einer
Willensentscheidung geschehen, und
als drittes werden sich passende
Begründungen ausgedacht und
als Kulisse vorgeschoben. Da
muß der Gegner erstmal durchkommen, Hah!
Und diese Vorgehensweise hat sich inzwischen leider auch in ihrer
Juristerei ausgebreitet. Wuff.
Bezieht sich ein mathematischer Beweis auf die Wirklichkeit, ist er
meistens falsch; ist er richtig, bezieht er sich meistens nicht auf die
Wirklichkeit
(
anwendbar ist er natürlich trotzdem).
Ganz abgesehen davon, daß sich die Grundlagen der Mathematik an
sich mathematisch nicht beweisen lassen. Selbst und gerade in der
reinen Logik jenseits aller Realität sind solche
Zirkelschlüsse nicht möglich. Und so beruht das Denken immer
auf irgendwelchen stillschweigend angenommenen, aber an sich
unbeweisbaren Annahmen. Mathematik ist im Kern unvollkommen. Oder so
schlau, ihre unbeweisbaren Annahmen gleich an den Anfang zu packen.
Nun ja.
Es ist zwar unter sehr eingeschränkten Umständen
möglich, die Folge von bestimmten Ereignissen mit einer bestimmten
Genauigkeit vorherzusagen; Gebäude, nach bestimmten Richtlinien
gebaut, bleiben stehen, Flugzeuge fliegen, Schiffe schwimmen,
Satelliten, zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine bestimmten Richtung
geschossen, treffen nach Jahren auf die Sekunde oder zumindest Minute
genau ihr Ziel auf einem fernen Planeten, ein festgeschraubtes Gewehr
mit genormter Munition trifft immer wieder das gleiche Ziel, ein
Experiment,
unter den gleichen Bedingungen (!) unendlich oft
wiederholt, ergibt
immer das gleiche Ergebnis.
Aber es ist bei genügend komplexen Ereignissen fast unmöglich
festzustellen, was sie hervorgebracht hat: Welcher Schmetterling in
Indien Jahre später den Hurrikan in der Karibik auslöste.
Dessen Energie sich nämlich sonst anders und anderswo Bahn
gebrochen hätte: Ein Schmetterling
kann
selbstverständlich gar keinen Hurrikan
auslösen, oder gar erzeugen, der nicht
so oder so
ausgelöst worden wäre. Das hätten die ohnmächtigen Schmetterlinge wohl
gern!
Ha, Ha! Wuff, wuff. 'tschuldigung.
Er kann mit seinem Flügelschlag höchstens
Ort,
Zeit und
Bahn des Sturmes verschieben
- das aber unter Umständen dramatisch. So wie eben ein Kind
einen Turm aus Bauklötzen umwirft (
fallen tut er durch die
Schwerkraft). Der Schmetterling kann Zeitpunkt und Bahn des Sturmes
beeinflussen, wenn davon
jeweils mehr als eine zur Auswahl steht, so wie er
-vielleicht- die
Fallrichtung
eines still auf der Spitze stehenden Bleistifts beeinflussen kann. Der
Bleistift fällt aber so oder so.
Er ist ja auch nicht der einzige Schmetterling auf dieser
Welt, der mit den Flügeln schlägt, und hinzu kommen noch
Abermillionen weiterer Flattermänner und furzende Bakterien. Er
ist nicht allein, die Welt steht nicht still und
wartet auf ihn. Richtig ist, daß man
vorher
nicht
genau weiß, wer oder was einen Sturm oder eine
Lawine auslösen kann und wann, und damit auch nicht, welchen
Schaden sie anrichten werden.
Aber im Großen und Ganzen liegt die Richtung schon mal fest.
Im Grunde läßt sich im Leben alles berechnen - es gibt nur
häufig, wie in der Mathematik auch, je nach den Umständen
mehr als eine korrekte Lösung;
und, je nach den (wechselnden) Umständen, sogar mehrere
mögliche diskrete Ergebnisse - aber dazwischen eben auch, wie bei
Planetenbahnen, Elektronenschalen oder den Ringen des Saturn,
leere Bereiche, in denen in dieser
speziellen Konstellation
keine Lösung möglich ist.
In
diesen Bereichen kann man sich nicht aufhalten.
Soweit die
Chaostheorie.
Die beschreibt nämlich nicht das Chaos, sondern
die bedingte
Ordnung im Chaos. Kennt man die eigenen Umstände und die der
Anderen zur Genüge, weiß man, wo man sich und seinesgleichen
finden wird - und wo nicht. Und, mehr noch, wo der Gegner, so er unter
anderen Umständen agieren muß, nicht wirken kann - und wo
doch.
Wuff.
Also gut:
Was geschieht in einer Meritokratie?
Es ist recht einfach:
Meritokratie
ist von Natur aus
exklusiv, nicht
integrativ oder gar
inklusiv, und deshalb kann es
keine inklusive Meritokratie geben.
Eine inklusive
Mediokratie schon, die
Herrschaft der Mittelmäßigen.
Mit Hilfe der Medien.
Witzig ist übrigens, daß die selben
Menschen, die angeblich nicht an den Wert des Geldes und des
Verdienstes glauben, diesen Maßstab dann doch an Andere anlegen;
und daß sie
gleichzeitig zu dem oberen Zehntausend und den
Unterdrückten gehören wollen.
Wuff.
Die
meritokratischen Eliten der Menschen, und ganz besonders die
gefakten und mediokratischen,
haben die Achtung vor ihren geringeren Brüdern verloren, was diese
übrigens nicht zu besseren Menschen macht - und zwar durch die
geheuchelte Ansage,
es gäbe
keinen Unterschied - bis ihnen dann doch Tiere lieber sind als
Menschen, da diese
gottseidank
unzweifelhaft dümmer sind als sie.
Oder sie suhlen sich in einer sabbernden und überheblichen
Einbeziehung der Minderbemittelten in einer Art von
fake Integration, die nur eine
andere Form des "
Ich bin besser als Du"
darstellt, weit über die Erzeugung eines guten Gewissens hinaus.
Wuff.
Und dann sind sie völlig verblüfft, wenn die Dummen sie
am Ende besiegen, und sie mit leeren Händen dastehen. Wie ist denn
das passiert?
Ich bin doch der Kluge hier! Ja.
ganz genau deshalb.
Zu einer
echten Meritokratie reicht es nämlich nicht - in
der es tatsächlich Bessere und Schlechtere gibt, und deshalb jeder
zu den Besseren zu gehören trachtet; die Schlechteren deshalb
aber ganz selbstverständlich nicht vergessen werden.
Ihnen fehlt es dazu an Empathie.
Abhanden gekommen ist ihnen die Demut des
'Jener, ohne die Barmherzigkeit Gottes, wär' ich'
oder
'Dort, wenn nicht die Gnade Gottes, gehe ich'
(obwohl ein fast tödlicher Unfall mit dauerhafter Kopfverletzung
das schnell wieder zurückbringen kann).
Der Kerl, der für einen die Gräben zieht, und das
Mädchen, das einem die Wäsche macht, ob nun mit oder ohne
Maschinerie - das sind diejenigen, auf die man angewiesen ist, und die
Menschen vergessen das. Die Klugen denken wirklich, daß sie Alles
ganz alleine geschafft haben, und erzählen einander dieses
Märchen immer wieder (und werden dahingehend eine ziemlich
böse Überraschung erleben, und zwar - so ungefähr -
jetzt).
Daraus entsteht übrigens ihre Verachtung für die Dummen,
daß diese nämlich nur zu faul seien (das sind sie nicht
unbedingt).
Sie selber glauben unbeirrt weiter an
die Magie der großen
Zahl, wie
IQ,
Noten,
Vielfalt,
Geschlecht usw. - was sie dazu
bringt, diese künstlich aufzublähen; teils durch
Betrug,
teils durch deren
Aufteilung:
Juchuu,
größere Zahlen!
Die Dummen durchschauen das mit Leichtigkeit; es dauert nur
länger, bis sie sie darauf eine Antwort finden. Sie lernen durch
Erfahrung; die Klugen versuchen, diese zu überwinden - in beiden
Fällen mit gemischtem Erfolg.
Und Beide mögen
einfache
Wahrheiten. Das Klugen noch mehr als die Dummen! Es beruhigt ihr
fieberndes Hirn. Schaut euch doch mal um:
Wer ergeht sich denn
hier in
Politik und
Esoterik?
Na also. Wuff.
Denn, seltsam genug, schlau macht nicht besser, oder gar ein
besseres Urteil
- im Durchschnitt. Die Dummen
stellen einfache Fragen, welche die Klugen nicht verstehen, weil sie
etwas Kompliziertes dahinter vermuten, das sie mit "
einfachen"
Erklärungen wegzudiskutieren versuchen; es ist aber nur ein
einfacher Prüfstein, der die Handlung des Anderen beurteilt, nicht
dessen Worte. Und mit Handlungen zu lügen ist fast unmöglich.
So einfach ist das.
Die wirklich schlauen haben darüber hinaus weit mehr Blut an ihren
Händen als die wirklich dummen, und sie haben ganze Reihe von
wirklich dummen Entscheidungen gefällt, von denen Dumme
unfähig wären auch nur zu träumen; zur Bestätigung
schaue man sich nur mal die örtlichen Staatsfinanzen an. Die Armen
und Dummen glauben nämlich, daß man Schulden
zurückzahlen sollte, zum Beispiel, und verbreiten diese Idee
untereinander mit Baseballschlägern. Wuff.
Doch solch' Geplänkel mal beiseite. Es gab da mal einen Wissenschaftler, der
den Erfolg der Dummheit
untersuchte:
Warum liegen die Dummen so oft richtig? Warum
gewinnen sie so oft, letztendlich? Worin liegt eigentlich der Vorteil,
intelligent zu sein - wenn es denn überhaupt einen gibt?
Er kam zu dem Schluß, daß die meisten Probleme im Leben
recht einfach sind, und einfache Lösungen haben, und einfache
Leute sie ganz einfach lösen und einfach weitermachen. Die
Intelligenten setzen die Probleme zueinander in Beziehung, verheddern
und verwirren sie, und bleiben schließlich knirschend stehen.
Nur dann, wenn ein Problem
tatsächlich kompliziert ist,
sind die Intelligenten im Vorteil gegenüber den Dummen; und sehr
oft sind diese komplizierten Probleme tatsächlich
existentiell,
katastrophal und
drängend. Aber sie sind eher
vereinzelt und dünn gesät - weshalb man sie auch in
Krankenhäusern,
Weltraumagenturen und
Ähnlichem konzentriert, und weshalb ja auch die Eliten dazu
neigen, sich zusammenzuballen und Probleme (
unnötig)
kompliziert zu machen:
Das ist es, was sie
können,
und was sie deshalb tun werden, und sei es auch nur zu dem Zweck, sich
von den Anderen abzusetzen und sich besser als jene zu fühlen (und
die Belohnungen dafür einzustreichen, dies zu Lasten Anderer getan
zu haben). Das bleibt jedoch nicht unbemerkt, und die Dummen finden
eine
einfache Lösung, beispielsweise
mehr Nachkommen zu
haben.
Wuff.
Bevorzugt die Evolution Intelligenz?
Nein; denn wie gesagt, so absolute Vollpfosten wie Haie und Krokodile
existieren seit etwa 200 Millionen Jahren; die belächelten
Dinosaurier legten noch so etwa 100 Millionen Jahre vor. Kann man
sich vorstellen, daß die intelligenten Menschen auch nur weitere
20.000 Jahre schaffen, ohne sich vorher irgendwie selbst auszurotten?
Wohl kaum. Sie werden bis dahin einen Weg gefunden haben, einfach weil
sie
viel zu viel von sich erwarten.
Nicht einmal, wenn sie vorher noch schnell alle Krokodile und Haie
vernichten, aus purer Bosheit und dem nagenden Gefühl, das diese
bereits gewonnen haben, und wieder gewinnen werden, wenn man sie am
Leben läßt. Ganz zu schweigen von den Würmern und den
Algen: Da sind es 2 Milliarden Jahre! Und es gibt weit mehr von
ihnen!
Also: Je schlauer etwas im Laufe der Entwicklung wurde, um so
schneller ist es wieder ausgestorben; und um so kürzer war dessen Dasein auf
Erden.
Wuff.
Und noch etwas ganz Wesentliches: Intelligenz ist
relativ.
Verdienst ebenfalls. Denkt mal darüber nach. Tief und lange.
Der
vorgenannte Professor
kam übrigens zu dem Schluß, daß die Zukunft den Klugen
gehört, die wissen, wann es Zeit ist, dumm zu sein.
Nicht
umgekehrt.
Es ist Eure Entscheidung. . .
Wuff.
Die Perversion der Wissenschaft
ODER: Dieses Ergebnis wurde gewürfelt!
15 mal Würfeln kann
10 x die
6
ergeben,
4 x die 1 und
1 x die
4.
Kann.
Das ist nicht unmöglich, und
verboten schon gar nicht;
sonst könnte man jedes Casino aushebeln.
Das wissenschaftliche Ergebnis dieser Reihe:
Ein Würfel fällt immer auf die höchste Zahl; in seltenen
Fällen auf die niedrigste (die 4 ist eine Abberation, ein
ungültiger Versuchsfehler; ein Ausreißer).
Und es ist
deshalb richtig, weil in der wissenschaftlichen
Methode zwar der selbe Aufbau immer das selbe Ergebnis zeitigen muß,
in der Praxis aber
- Es das nicht tut (das hängt von den Bedingungen und der
Genauigkeit der Versuchsanordnung ab - wer berücksichtig
beispielsweise Luftdruck und Sonneneinstrahlung?) und
- Die Zahl der Versuche stets begrenzt ist (manchmal sogar sehr) -
deshalb schon rein theoretisch niemals eine abschließende Aussage
gemacht werden kann.
Vielleicht wäre das Ergebnis ja beim nächsten Mal inkonsistent?
Niemand kann in die Zukunft blicken. Das Einzige, was man in der
Wissenschaft also ausdrücken kann, ist eine (hoffentlich
wohlbegründete) Erwartung; und damit ist es wieder
ein Glaubenssystem geworden.
Wuff.
Ursache für eine Wirkung zu finden, gelingt nur bei hinreichend
komplexen oder geordneten Systemen.
Wirft man mit einem Würfel
zehn mal hintereinander eine 6,
sagt das absolut nichts aus über die Wahrscheinlichkeit, beim
elften mal wieder eine 6 zu werfen. Die bleibt gleich. Das Einzige, was
man sagen kann, ist daß mit der Zahl der Würfe die
Wahrscheinlichkeit
einer durchgehenden Reihe sinkt - aber nicht,
wo der Bruch
der Reihe stattfinden wird - oder welchen Ausschnitt aus einer sehr
langen Reihe man da gerade
absichtlich nimmt
oder
zufällig vor sich hat.
Würfeln ist eine primitive Angelegenheit.
Dummerweise kann auch streng determiniertes Verhalten
in seinem Ergebnis beispielsweise
zwischen
chaotisch oder
regelmäßig
umschlagen - wenn man es nur oft genug
wiederholt. Und niemand kann
vorher
sagen, an welchem Punkt genau ein System - bei völlig
gleichmäßigem, vorherbestimmten Verhalten, umschlägt -
und wohin.

Je nachdem,
welchen Teil man aus den folgenden
Mustern der
Langton- Ameise
beobachtet und herausstanzt oder auch nur wie lange, also wie oft das
ewig gleiche Verfahren durchlaufen wird, zeigen
sich völlig
widersprechende Ergebnisse - die
immer richtig sind.
Und niemand kann im Allgemeinen vorhersagen, wie lang eine
Versuchsreihe sein muß, um sicher zu seien, oder wieviele
Versuche zu einer völlig neuen Beobachtung führen - 10? 100?
1000? 10000?
Selbst das einfache
Schachbrettproblem
hat solche Konsequenzen:
Wenn sich in einem riesigen See die Zahl der Wasserhyazinthen sich jeden Tag
verdoppelt, und eines fernen Tages der See
halb voll ist - egal
wie lange es bis dahin gedauert hat, am nächsten Tag ist der See
ganz voll. Trivial?
Nein - der halb volle See war gestern noch zu nutzen, der ganz volle
heute nicht mehr. Und ab da vermehren sich auch die Wasserhyazinthen
scheinbar nicht mehr... Wuff.
Die Konsequenz?
Nichts läßt sich wirklich
bis
in alle Ewigkeit und Unendlichkeit vorhersagen - es sei denn,
man
bezieht den Kontext mit ein.

Wenn
ich zehn mal hinter einer Katze herjage,
um sie zu töten, kann sie daraus
durchaus
auf mein Verhalten beim elften Mal schließen; auch wenn sie damit
vielleicht Unrecht hat.
Und wenn zehnmal hintereinander morgens die Sonne aufgeht,
so wird sie es
wahrscheinlich auch beim elften mal tun.
Wäre es anders, wäre lernen
völlig unmöglich.
Wenn ein bestimmtes Verhalten oder eine Technik zum Erreichen oder
zum nicht Erreichen eines Ziels führt, kann man beide Ergebnisse nicht
als gleichwertig betrachten - nach dem Motto: Ob ich das Ziel treffe,
ist bei jedem einzelnen Wurf gleich wahrscheinlich.
Die Gefährlichkeit -oder generell die
Wichtigkeit-
einer
Wahrscheinlichkeit muß zu einer anderen Gewichtung führen als die
reine Wahrscheinlichkeit selbst - wenn man
überleben
will. Wäre es beispielsweise egal, ob es an einer bestimmte Stelle
im Meer Fische gibt, kann man darüber ganz anderes reden, als wenn
man auf diese Nahrung angewiesen ist! Oder selbst die Beute. Und
das
wissen selbst wir Tiere.
Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit eines
tödlichen Ausgangs
mathematisch gering ist, sagen wir 10-20 Prozent, sollte man sich
darauf nicht verlassen. Russisch Roulette ist kein kluges Spiel,
sondern eins für Selbstmörder und Kriegsgefangene. In einem
von sechs Fällen kann
man es nicht wiederholen.
Das ganze Leben ist deshalb
ein einziges Vorurteil;
Nachurteile
gibt es zwar
auch, aber
nur, wenn man
das vorher
fehlende Vorurteil überlebt hat.
Und dann wird aus dem
Nachurteil automatisch ein
Vorurteil. Für's
nächste Mal.
- Das war nicht gut, das laß' ich künftig bleiben.
- Das war gut, das mach ich künftig weiter.
Wuff.
Eine Wahrnehmung ist das
Abbild der Realität, wie
verschoben auch immer;
soziale Kontrolle hilft da wenig; nur
die
Prüfung der Wirksamkeit von Maßnahmen (
testing,
testing...)
Andersherum: Wer auf Grund
besserer Rhetorik ein
Argument
gewinnt, hat
die Sache noch lange nicht gewonnen; insbesondere,
wenn die Rhetorik den Tatsachen widerspricht.
Tatsachen diskutieren
nicht.
Man kann das
Argument gewinnen, man kann den
Streit gewinnen,
man kann den
Kampf gewinnen, man kann den
ganzen Krieg gewinnen;
wenn das
Argument Mist war, hat man Mist gewonnen, und die
Realität ändert
sich nicht.
Und wer wissen will, ob ein Satz
objektiv ist oder nicht,
braucht nur nachzusehen, ob er
Adjektive enthält.
Enthält
er sie, ist er
nicht objektiv.
Aber auch der subjektivste Satz läßt sich auf seinen
objektiven Kern
reduzieren und damit prüfen: Einfach mit dem dicken, schwarzen Filzstift
alle
Adjektive durchstreichen und dann den Satz noch einmal lesen.
Notfalls auch alle
Adverbien; eben alles
beschreibende.
Wuff.
Warum ist das wichtig?
- Um dauerhafte Änderungen in einem menschlichen Gehirn zu
verursachen, reicht ein audiovisuelles Signal aus - wenn
der Mensch diesem glaubt, vertrauen zu müssen. Genauso ist dieses
Signal andersherum wirkungslos, wenn der Mensch mißtraut oder
feindselig ist.
- Aber irgend jemandem muß er trauen - immer im
gleichen Maße wie er mißtraut. Deswegen kann man fake
Erinnerungen in den Menschen implantieren. Kann man sie auch wieder
entfernen, in dem man sie vertrauenswürdig für falsch
erklärt?
Vielleicht...
- Vor Allem aber müssen die Menschen ihr eigenes Gehirn als
Raum begreifen, in dem sie nach belieben herumspazieren könne -
und jede Tür öffnen, egal was dahinter verborgen sein mag;
und sei sie auch noch so rostig, verstaubt und mit Spinnweben
überzogen.
- Nur dann können sie in diesem ihrem eigene Hirn ganz aktiv
und selber bewußt Veränderungen durchführen,
Schaltkreise neu ziehen und andere auflösen. Aber dann geht es.
Dazu müssen sie aber einem Menschen bedingungslos vertrauen: sich
selbst.
Cum Grano Salis.
Man kann durch
vier Ereignisse jeden Mist beweisen.
Durch
zwei Meßpunkte kann man immer eine Gerade legen; durch
drei mit ein wenig drehen jede beliebige Kurve, der
vierte
Meßpunkt ist eine Ungenauigkeit, der
fünfte eine Meßfehler.
Und
rückwirkend läßt sich Alles begründen.
Wissenschaft ist,
sich mit dem Meßfehler zu
beschäftigen - dem
Abseitigen, dem,
was nicht sein
kann oder
darf.
Dem
Neuen.
Und das ist nicht ohne reale Folgen:
Etwa
die Hälfte dessen, was einmal als
"
wissenschaftlich gesichert" galt, hat sich
im Laufe der Zeit als
falsch herausgestellt.
Man hatte es einfach irgendwann als nachgewiesen angenommen.
Wer an die Wissenschaft "glaubt", hat schon verloren.
Was
wurde nicht alles schon im Laufe ihrer Geschichte von
den Menschen als
unumstößlicher, wissenschaftlich
bewiesener Fakt herausgestellt!
Und das, obwohl ihre so genannte Wissenschaft ja gerade davon lebt,
unumstößliche,
wissenschaftlich bewiesene Fakten wieder umzustoßen!
Man lese dazu die Veröffentlichungen der
Deutschen Gesellschaft für
Ernährung oder ähnlicher Vereine - aber die von vor
20,
30 Jahren. In dem Rhythmus wechselt
das nämlich von rot zu grün und wieder zurück:
- Low fat - high carb - high fat - low carb.
- Spinat ist
gesund gefährlich gesund;
- Eier sind
gesund tödlich lebensrettend.
So ändert die Wissenschaft alle 20, 30 Jahre ihre Meinung, ganz
besonders radikal zu Themen der Gesundheit und der Ernährung. Ist
häusliche Hygiene immer gut?
Nein. Sind Kohlenhydrate gut?
Nein. Das waren sie aber einmal...

Die vorgeschlage Ernährung richtet sich immer genau nach dem, was gerade da ist;
das, was es gerade gibt, ist immer auch gesund; "
Gegessen wird,
was auf den Tisch kommt" - so hieß das früher. Was
denn auch sonst? Und irgend einen ihrer Professoren finden sie immer,
der für ein paar Scheine seinen
Friedrich Wilhelm dazu
hergibt. Fertig.
Die
Ernährungspyramide wurde so
in den letzten Jahren auf den Kopf gestellt -
als es mehr Getreide
gab als Schweine, war es für die Menschen gesund, mehr Getreide zu
essen als Schweine; jetzt ist es umgekehrt:
Eiweiß ist ganz
oben.... Als es noch keinen Überfluß an Eiern gab,
sollte man nicht so viele davon essen.
Jetzt ist es egal und deshalb nicht mehr schädlich.
Das Selbe gilt für ihren Kaffee, usw.
Also:
Wovon gerade am meisten da ist,
das ist laut Tabelle auch immer gerade am gesündesten -
und es ist ja auch das, was auch gerade auf den Tisch kommt,
weil es gerade am billigsten ist. Wie praktisch!
Wuff.
Und Alles wissenschaftlich begründet!
Und das ist nur ein
willkürliches Beispiel; das gilt
so gut wie überall. Wenn man ein wenig in alten Archiven
schmökert, kommt man dahinter, daß zu jedem Zeitpunkt im
Leben eines jeden Menschen etwa die Hälfte dessen, was dieser als
Wahr,
bewiesen oder
Fakt zu wissen glaubt,
falsch ist.
Und das wiederum heißt im Umkehrschluß:
Etwa 50 % all dessen, was man
zu wissen glaubt,
ist zu jedem historischen Zeitpunkt
falsch -
also auch heute.
Und zwar sowohl die Hälfte dessen, was man
positiv zu
wissen glaubt -also daß es so
sei- als auch die Hälfte
dessen, was man
negativ zu wissen glaubt -also daß es so
nicht
sei oder so gar nicht sein
könne. Und zwar
auf allen
Gebieten.
Wer das
nicht glaubt, braucht nur in eine beliebige
wissenschaftliche Bibliothek zu gehen, dort aus einem beliebigen Gebiet
einen Band historischer wissenschaftlicher, damals
wohl bewiesener
Abhandlungen aus dem Regal zu nehmen und mit einer Nadel einige
Male hineinzustechen und sich die so per Zufall gefundenen Passagen
durchzulesen.
In etwa der
Hälfte der Fälle handelt es sich, aus der
jeweils
späteren Sicht, um, aus der jeweils
damaligen Sicht gesehen,
wissenschaftlich hieb- und stichfest bewiesenen
Unsinn.
Auch
die Hälfte dessen, was
heute als
"
wissenschaftlich gesichert" gilt, wird sich im Laufe der Zeit als
falsch heraus stellen -
und niemand weiß welche.
Jeder zweite "
wissenschaftlich gesicherte"
Aussage ist zu
jedem beliebigen Zeitpunkt falsch,
unendliche Zukunft vorausgesetzt.
Wuff.
Vollkommen falsch
Im Gegenteil: das
Gegenteil davon ist wahr.
Welche Hälfte das jeweils ist, das wissen sie aber nicht. Das
muß man von Fall zu Fall entscheiden. Und damit leben.
Es ist wie in ihrer
Werbung:
Die Hälfte des Geldes dafür ist rausgeschmissen.
Man
weiß nur nicht, welche... Wuff.
Es geht noch viel weiter:
Medizin ist keine Wissenschaft,
Politik
ist keine Wissenschaft,
Ökonomie ist keine Wissenschaft;
sie waren alle immerhin mal ein
Handwerk.
Das gilt auch und insbesondere für
politische Entscheidungen,
die grundsätzlich kein Feld für "
Expertenwissen"
sind, sondern
Interessenvertretung und
Willensbekundung, die noch nicht einmal ihre eigenen
Voraussetzungen kennen. Man kann politische Willensbildung und
Interessenvertretung
nicht durch Experten regeln lassen.
Wuff.
Selbst ihr eigener '
Vater der Verhaltensökonomie' gibt zu, daß:
"
Experten bei langfristigen politischen Vorhersagen keine höhere
Trefferquote haben als ein würfelnder Affe".
 |
| Da!
Ja! Tolles Ergebnis! |
Und was sei eigentlich "
mit den vielen Fällen, in denen
Experten ihre Meinung ändern, und somit das, was gestern als
Unsinn galt, zur allgemein anerkannten Wahrheit wird (oder
andersherum)?
Ein derartiges Hin und Her zeigt sich etwa im Gesundheitswesen. Es
erinnert an die Worte des amerikanischen Autors Mark Twain, der mahnte
beim Lesen von Gesundheitsratgebern vorsichtig zu sein, da man
'an einem Druckfehler sterben könnte'."
Da kann man auch Tiere aufschneiden und Knochen werfen wie früher.
Evidenz - Ärzte - Dromologie
Dromologie ist überall, und ebenso
Pareto
- Pareto
Dromologie:
Nicht nur werden
fast überall
80 % aller Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes
erreicht, und benötigen
die
verbleibenden 20 % (und das können die wichtigsten
oder unwichtigsten 20 % sein)
mit
80 % des Gesamtaufwandes den weitaus größeren
Teil desselben; in manchen Organisationen wird bereits 80 Prozent
der gesamten Arbeitszeit mit der Verwaltung der inneren Abläufe
verbraucht -
ein wenig mehr,
und sie laufen völlig ohne Außenkontakt, und das auf
Hochtouren (doch, auch solche gibt es - und das mit
Absicht! Wuff!).
Darüber hinaus
produziert die
jeweilige Quadratwurzel aus 100 % aller Produzenten nach
Derek de Solla Price
50 % aller Werte.
Oder erzielen die Hälfte aller
Tore, oder ziehen die Hälfte des Publikums in ihren Bann, etc.
Immer und Überall.
Von 100 sind das 10 - also 10 %; von 10000 sind
es aber 100, also 1 %. Auf allen Gebieten, egal wo.
Das sagt viel aus… vor Allem
über die Effizienz großer Gruppen oder Organisationen.
99 %
sind darin überflüssig...
Wuff.
Und: Wer bei irgendeinem Ziel versucht 98 oder gar 100% zu erreichen, scheitert.
Der Aufwand beträgt dann nämlich
mindestens 100%.
Oder auch: für die letzten paar Prozente riskiert man 98% des Gesamterfolgs.
Auch
das ist häufig Absicht...
Wuff.
Und noch etwas:
In keinem System, in keinem Zusammenhang,
egal wie groß,
haben je mehr als fünf
Leute das Sagen. Seltsam... aber verständlich. Mehr geht eben nicht.
Nächste Frage: Was ist mit kleinen Gruppen? Unter fünf Mitgliedern?
Knapp über fünf?
"
Alle wirklich wichtigen Entscheidungen
werden ausschließlich von Gremien getroffen, die es nicht gibt."
Walter Scheel
"
Diejenigen, die entscheiden,
sind nicht gewählt und diejenigen, die gewählt werden,
haben nichts zu entscheiden. ..."
Horst Seehofer
Anders gesagt:
Fast überall ist 80 % Blödsinn
drin.
Oder eben:
Nur 20 % der ärztlichen Behandlung sind wirksam.
Es ist deshalb eine ärztliche
Kunst,
und keine
Wissenschaft. Ein
ärztlicher Fehler heißt deshalb
Kunstfehler.
Schlimmstenfalls
IatroGenese
oder
Tod durch den Arzt. So
sank in jenen ganz seltenen
Fällen im letzten Jahrhundert, wo es einen Streik der Ärzte
gab (Israel 1973; Bogota, Kolumbien 1976; Los Angeles, USA 1976), die
Sterblichkeitsrate in diesem Zeitraum. Unter diesen Umständen
würde ich mir auch das Streiken verkneifen. Wuff.
Nun, das kann viele Gründe haben: aufgeschobene Operationen zum
Beispiel. Aber dennoch gibt es bei ehrlicher Betrachtung etwa folgende
Verteilung: Ein Drittel aller Patienten gesundet so oder so, ein
Drittel wird durch den Arzt geheilt, und einem Drittel ist trotz aller
Bemühungen nicht zu helfen. Eine Praxis mit einer Erfolgsquote von
60 % ist also der Durchschnitt; viel weniger darf es nicht sein.
Schon deshalb, weil bei einer Erfolgsquote von unter 50 % keiner
mehr hingeht; und das zu Recht.
Nun, dieses Verhältnis gilt auch für Homöopathen.
Und: Von den 30 % Wirksamkeit sind vielleicht noch ein Drittel dem
Placebo-Effekt geschuldet - weißer Mantel, Zuhören
und so. So hat man in einem Versuch Leuten mit großem Erfolg nur
zum Schein das Knie operiert. Das geht. Denn Placebos wirken auch dann,
wenn die Menschen wissen, daß es welche sind. Wuff.
Bleiben also 20 % echte Wirkung übrig.
Und das ist häufig nicht die erste, sondern eine zweite,
möglicherweise sogar die dritte Behandlung. Und von zwei
Medikamenten oder Behandlungen, die zusammen angewendet werden, ist die
Gewichtung unklar. Da ist es ein verdammt schmales Brett, eine solch
notwendige Kunst "
Wissenschaftsbasiert"
zu nennen - obwohl sie es ist. Also sagt man
"
Evidenz-basiert".
Evident bedeutet
offensichtlich.
Da funktioniert auch
Handauflegen - ganz ohne Spott.
Der Placebo-Effekt ist
real.
Und Meßbar.
Wuff.
Weil man ja in der Evidenz ja von den ursprünglichen 60 %
ausgehen muß, wo eine Heilung stattfindet - und davon ist die
Hälfte spontan.
"
Evidenzbasiert" wird deshalb streng ausgelegt als
"
über jeden Zweifel erhaben".
Das wiederum drückt die Auswahl der Behandlungsmethoden drastisch,
so daß eben Homöopathie und Händchenhalten verboten
werden, um den Ausgang nicht zu verfälschen; und die Menschen, die
wegen solchem Unsinn nicht sterben wollen, fliehen.
Gegen Ende des Lebens wird es dann
asymptotisch:
Unendlich hoher Einsatz bewirkt null.
Das Brett wird immer schmaler.
Mit 20 % sind wir dann
Pareto.
In jedem
Informationshaufen,
den sich die Menschen gegenseitig ins Hirn stopfen,
in jedem menschlichen Denksystem sind deshalb
- mindestens! - 80 %
Bullshit,
Blödsinn,
Quatsch enthalten,
weil die Menschen
ideologisch Denken,
und Widersprüche nicht akzeptieren als das, was sie
sind:
Ein Hinweis
Wuff.
Zeiten haben die Eigenschaft, sich zu ändern.
Tigellinus
Aber:
Manche Menschen glauben, alle Menschen seien
gleich. Andere
glauben, alle Menschen seien
unterschiedlich. Beides ist
richtig; keines ist falsch. Und ein Drittes gibt es nicht.
Somit bleibt es eine
Glaubensfrage.
Hier lag so eine alte Zeitung rum
...mit einem Gedicht von
Thomas Brasch
über ein
legendäres Konzert
und ich les' das mal vor - Wuff:
"In dem
schönen Gedichtband
'
Der schöne 27. September'
gibt es ein
schönes Gedicht,
und das geht so:"
Und
der Sänger Dylan in der Deutschlandhalle
ausgepfiffen angeschrien mit Wasserbeuteln beworfen /
von seinen Bewunderern, als er die Hymnen /
ihrer Studentenzeit sang im Walzertakt und tanzen ließ /
die schwarzen Puppen, sah staunend in die Gesichter /
der Architekten mit Haarausfall und 5000 Mark im Monat, /
die ihm jetzt zuschrien die Höhe der Gage und /
sein ausbleibendes Engagement gegen das Elend der Welt. So sah /
ich die brüllende Meute: Die Arme ausgestreckt im Dunkel neben /
ihren dürren Studentinnen mit dem Elend aller
Trödelmärkte /
der Welt in den Augen, betrogen um ihren Krieg, /
zurückgestoßen in den Zuschauerraum /
der Halle, die den Namen ihres Landes trägt, endlich /
verwandt ihren blökenden Vätern, aber anders als die /
betrogen um den, den sie brauchen: den führenden Hammel. /
Die Wetter schlagen um:
Sie werden kälter.
Wer vorgestern noch Aufstand rief,
ist heute zwei Tage älter.
Oder, noch einmal
Hans Sahl:
... daß beim Schreiben der
Wahrheit,
Herr Brecht,
die
Schwierigkeit eben darin besteht,
daß man sie nicht
unterschlägt.