Mittwoch, 6. Mai 2009

Die Verbloedungs-Maschine


Die Verblödung: Der Wert an sich


Die Maschine: Kommunikation

Das Mittel: Die Nachrichten - Inflation


Es gäbe jeden Tag weltweit nur 7 Minuten echte Nachrichten - aber viele "Sender" von Nachrichten, die damit je 24 Stunden zu füllen hätten; so ein gewisser Jon Stewart. Die Folge: Alle schreien das Gleiche gleichzeitig.

Ein kleiner Junge wurde einmal gefragt, ob er schon dieses oder jenes wüßte. Die Antwort war: wenn er morgens in die Klasse käme, würden ihm sämtliche Nachrichten des Tages sofort derart entgegengeschrien, daß er rückwärts wieder hinaustaumele. Und in der Tat, eine bessere Beschreibung für den gegenwärtigen Zustand gibt es nicht. Alle schreien, und niemand hört mehr wirklich zu. Es herrscht völlige Redefreiheit, und sie ist sinnlos geworden. Das Publikum ist eine schreiende Schulklasse - und mitunter sogar ein kreischender Kindergarten.

Ob die Nachrichtensender nun die 7 Minuten echter Nachrichten auf 24 Stunden aufblähen, um die verfügbare Zeit zu füllen, oder ob sie -da dieses bei dem Verhältnis von 7 Minuten zu 24 Stunden nicht weiter auffallen wird- bereits die 7 echten Minuten schon geopfert haben, um ja keine Irritation durch die Diskrepanz von Sinn und Unsinn aufkommen zu lassen, das sei einmal dahingestellt. Wahrscheinlich letzteres, da es sich das auf Grund der reibungsloseren Gehirnwäsche als effektiver zeigen könnte.

Denn da haben wir ihn auch schon, einen dieser Mechanismen: "kann", "könnte"- oder auch nicht. Irgend jemand hat irgend jemanden wohl einmal verklagt, weil er oder sie Geld aus der Tatsache schlagen wollte, daß es nun einmal keine 100%-ige Garantie gibt, für gar nichts; und schon schwenkten die Anbieter um. Um sich ja keine finanzielle Blöße mehr zu geben, geben sie nun gar keine Garantien mehr, ja nicht einmal mehr Aussagen von sich. Ihre Produkte "können" vielleicht etwas bewirken- oder auch nicht. Das Schöne ist, damit wird jede Aussage völlig wertlos. Dieser Stein hier zum Beispiel könnte... Beweis mir mal das Gegenteil! Eine herrliche Verdrehung von Popper...

Und wer sich darauf einläßt, ist selber schuld. Wie, es gibt keine Alternative mehr? Selber schuld. Heeeey... Das geht ja auch bei Nachrichten! Warum über das berichten, was passiert ist? Da können einem so unangenehme Fehler unterlaufen... Besser, man "berichtet" über das, was vielleicht passieren könnte... oder eben auch nicht. Oder noch besser: man berichtet über Gefühle! Da kann man noch nicht einmal im Nachhinein für verantwortlich gemacht werden, denn Gefühle sind flüchtig, man kann sie weder leugnen noch nachweisen, aber immer behaupten: Der da hat was gehen dich, Cindy liebt Mindy, ist der aber süüüß, der ist aber traurig... und wie die da hinten sich freuen kann...!

Das Ganze führt dazu, daß die Menschen kollektiv und im Wortsinne um den Verstand gebracht werden. Obwohl diejenigen, die das betreiben, ganz genau wissen, daß nichts von dem, was sie sagen, stimmt, so sind es noch nicht einmal mehr Lügen; es sind Ablenkungen. Guck mal, da hinten! Ist das nicht interessant? Nein? Oder das hier? Und das da? Na siehst Du, wir finden schon was.

Schon lange vor der "Krise", aber genau aus dem Grund, weil sie jeder kommen sah, war deshalb auf allen Kanälen Dauer- Party angesagt; vielmehr: die Berichterstattung über die "Events" der Anderen. Und nachdem klar ist, daß es gerade die ärmsten der Armen treffen wird, wird noch genüßlicher über 3000-Dollar-Haarschnitte berichtet und wie selbstverständlich so etwas doch sei... ein "Event" ist im Übrigen nur ein "Ereignis"; aber das klingt schon wieder so langweilig...

Und warum sollte es die Leute vor den Fernsehern auch aufregen, wenn ihnen zum Hohn gezeigt wird, wie ein anderer, verwöhnter Mensch das fünffache ihres eigenen Monatseinkommens für einen Haarschnitt ausgibt? So kommt das Geld ja wenigstens wieder unter die Leute. Sie würden es außerdem ja gerne selber ausgeben und das Ganze mitmachen - verkennend, daß dann 3000 amerikanische Dollar im Handumdrehen so viel wert wären wie vormals 3000 italienische Lire: nämlich gar nichts. Es inflationiert ihr Gehalt, alles ist relativ. Im Grunde ihres Herzens wissen sie das; und sie wissen auch, daß in diesen Zeiten nur der Schnelle eine schnelle Mark macht, also versuchen sie schnell zu sein - was ihnen nicht gelingt. Und im Grunde ihres Herzens wissen sie auch, daß das viele Geld nicht für einen Haarschnitt ausgegeben wird, sondern um ihresgleichen davon fern zu halten.

Das schöne und ökonomische am Massen-Medium ist doch, daß teure Mücken zu kostengünstigen Elefanten gemacht werden. Ein örtliches Ereignis betraf früher Wenige; jetzt kann es sehr ökonomisch zu eine weltweiten solchen aufgebläht werden. Das kommt viel billiger, als weltweit viele solche Ereignisse örtlich stattfinden zu lassen; es betrifft auch indirekt viel mehr, direkt aber viel weniger Menschen. Früher einmal standen in Deutschland Tausende von Männer in Unterführungen herum und amüsierten oder langweilten die Leute unter lebhafter Anteilnahme des Publikums mit der Vorführung ihrer Käsehobeln. Heute sind es nur noch drei im Fernsehen - und die Zahl der verkauften Käsehobel ist nicht geringer geworden. Früher gab es in jedem Dorf eine Erntedankfest, und alle machten mit. Heute gibt es nur noch ein großes, künstliches - aber das wird landesweit übertragen: die Teilnahme erfolgt nur noch virtuell. Merke: Verkauft wird nur noch das Produkt, nicht mehr das Erlebnis. Und so trocknen die Menschen aus. Und kaufen sich Geld von den Marktschreiern des Kapitalismus, oder wie eben jener Jon Stewart sie beschrieb: "Glatzköpfige Männer, die im Fernsehen etwas über Geld herumschreien."

Kauft, Leute, kauft!


So gerät das erschwindelte Falschgeld stiekum wieder in den Wirtschaftskreislauf; gewaschen wird beim obigen Haarschnitt hauptsächlich das Geld und nicht das Haar der Kunden. Besser wäre es, dieses zu verbrennen. Und wer sich ein wenig über die Logik der Geldfälscherei kundig machen möchte, dem sei empfohlen: "Leben und Sterben in L. A.".

Schon immer waren überteuerte Rechnungen ein Mittel Schwarzgeld und Falschgeld zu verteilen. Wie beim Auslöser der "Finanzkrise" von 2008, der heillosen Überbewertung von Immobilien. Die "Besitzer" waren nur Strohleute. Woran man das erkennt? Die Häuser stehen leer. In den USA kampieren die ehemaligen "Besitzer" auf der Straße vor dem Haus, in das sie nicht zurück dürfen; es zieht aber auch kein anderer ein, weil es niemanden gibt, der sich das leisten könnte. In Spanien wurden in den letzten 20 Jahren ganze Landstriche zugebaut, die Preise für Häuser stiegen um 1000% - und sie stehen leer. Marktgeschehen ist das nicht...

Treffen sich zwei Bauern, sagt ein alter Ostfriesischer Witz. Der eine kündigt an, seinen alten Hofhund für 10.000 Euro auf dem Jahrmarkt verkaufen zu wollen. Der andere hält das für unmöglich und wettet dagegen. Der erste geht, kommt zurück und meldet Vollzug. Sein Wettgegner zweifelt und will sich das Geld zeigen lassen. Daraufhin zeigt ihm der erste zwei Hühner, die er auf dem selben Markt für den Preis für je 5.000 Euro erstanden hat.

Genau so lief das.


Nur wo findet sich ein zweiter Bauer, der soviel Geld für Hühner ausgeben will?
Zwischen dem leeren Haus und den Kampierenden ehemaligen Bewohnern patrouilliert eine Wächter mit eine Schrotflinte. Schon 1929 wurde in den USA Weizenfelder vernichtet und brach gelassen, um die Preise hoch zu halten, während in den Städten die Menschen ihr Brot nicht mehr bezahlen konnten und für Suppen anstanden... Man könnte sagen, Schrottimmobilen zu Schrotimmobilen.

Das seltsame ist doch, daß, von außen betrachtet, einerseits in den reichen Ländern ein riesiger Überschuß an nicht abgerufenen Waren und Dienstleistungen existiert, die sich selbst die Bewohner dieser reichen Länder nicht leisten können, obwohl sie- und das ist eine oft übersehener Punkt- diese selber hergestellt haben, während es in den armen Ländern ein ebenso riesiger Mangel an eben diesen Waren und Dienstleistungen existiert. Nicht nur kann aus ganz einfachen mathematischen Gründen sich der Arme nie 1 zu 1 die Waren und Dienstleistungen aus den Händen des Reichen leisten, wenn nicht als "kostenloses" Geschenk, als Fürsorgeleistung oder Wohltätige Spende - oder eingefordert über Steuern; in dem bestehenden System kann es selbst der Reiche nicht. Er tut es nur so lange wie er seine unausweichlichen internen Verluste an andere weitergeben kann - die dadurch verarmen. Das System kennt keinen Kreislauf.

Wuff.

Übrigens: Nicht nur Gegenstände, auch menschliche Leistungen können heillos überbewertet werden, um Schwarzgeld und Falschgeld zu verteilen. Das, immerhin, kommt manchmal vor ein Gericht - welches hin und wieder völlig "maktfern" nach objektiven Kriterien - oder ganz marktgerecht durch Vergleich mit Anderen - entscheidet, daß diese mickerige Leistung wohl jene hohe Zahlung nicht rechtfertigt.


Wohlan denn.


Wuff.






Donnerstag, 9. April 2009

Das liebe Geld





Geld und Ware, Ware und Geld




Geld - als Tauschmittel und Repräsentant für Energieumsatz, Waren und Dienstleistungen - muß am Ende einer jeden Transaktion oder Einlösung eigentlich zerrissen werden. Das macht natürlich keiner - man wäre ja auch schön blöd, weil einen der Verlust zu 100% selber treffen würde.

Und so bauen sich nach und nach monetäre Schein - Vermögen auf, die keinem realem Wert entsprechen - gedeckt von einer Schein - Schuld (die den meisten gar nicht bewußt ist).

Es ist wie bei dem - nun ja, alten - Gesellschaftsspiel "Monopoly":

Wenn den Spielern das Geld ausgeht, schreiben sie einander Schuldscheine aus.

Diese sind, offensichtlich, durch exorbitant überhöhte Phantasie-Kaufpreise für Grundstücke, Häuser und Hotels auf dem Spielplan gedeckt. Oder vielmehr: nicht gedeckt.


Denn das Spiel geht, das zeigt die Erfahrung, sowieso aus wie immer: Einer hat das ganze Geld. Und zwar erfahrungsgemäß immer der Selbe.

Der Witz ist nun, wozu hat man sich dann gegenseitig eigentlich diese Schuldscheine ausgeschrieben? Nun, weil man schon am Verlieren war; man wußte es, wollte es aber nicht wahrhaben.

Ohne Pleite kein Schuldschein
. Aber dann wäre das Spiel ja vorzeitig zu Ende gewesen.


Die Frage sei gestattet
: Vorzeitig?

Es ist doch sowieso irgend wann einmal zu Ende. Nur dann mit noch mehr Schulden.


Und eine zweite Frage sei ebenfalls gestattet
:

Wie hätte man verhindern können, daß die Leute sich gegenseitig ungedeckte Schuldscheine ausschreiben? Lautet die Antwort etwa: gar nicht?

Wohlgemerkt, das tat nicht die Bank.


Selbst wenn sie das Zeug nicht angerührt hätte
:

Die Spieler hätten es untereinander akzeptiert.

Dem Gewinner war es recht, er hatte ja bereits das echte Geld der Bank, plus Grundstücke, Häuser und Hotels; und den anderen Mitspielern gab es, eine Zeitlang, die Illusion des Nichtbankrotts.


Nun ist jeder Geldschein per se ein Schuldschein; wenn es die gesetzlich Währung ist, schuldet einem jeder Verkäufer automatisch den Gegenwert - er darf die Annahme nicht verweigern.

"Die auf Eigentum basierenden Gesellschaften können auch zahlenmäßig größere Völker übertreffen, weil Eigentum für die Schaffung von Geld belastet und für das Borgen von Geld in einem Kredit verpfändet werden kann. Der Geldschaffer verliert durch diese Belastung während des Kreditzeitraumes die Freiheit seines Eigentums, kann es nicht noch einmal belasten und auch nicht verkaufen oder verschenken. Dafür gewinnt er die Zinszusage seines Schuldners. Und eben für den Zins, für dieses immer mehr aus niemals länger werdenden Jahresfristen, muss erfinderisch gewirtschaftet werden." - Gunnar Heinsohn, "Söhne und Weltmacht", S.89

Eigentum an Grund und Boden dient nicht so sehr dazu, Besitz zu haben, als vielmehr einem Menschen seinen Platz zuzuordnen - auch im Gefängnis. Anders als im Lager, darf er dort sein - und nur er, und nur dort. Es geht also nicht darum, daß es einem gehört -das auch- sondern, daß man wohin gehört. Und eben das macht den Boden als Eigentum beleihbar.

Sonst wäre er viel wertloser.

Wuff.


Geld ist nicht alles

aber es hält die Kinder in Verbindung


Milliardärsspruch in einer Yachthütte


Geld ist eine Schuldverschreibung, ein Schuldverhältnis, sonst nichts.



Und das ist übrigens ur- ur- alt.

Es begann irgendwo in Afrika, wo in einigen Ecken noch heute jeder, der einem Anderen einen Gefallen tut, von diesem ein "Freundschaftsbändchen" erhält, das symbolisiert, daß der Gefallen im Notfall wieder zurückgefordert werden kann - im Grunde wie bei der Mafia; und das ist wichtig. Wer (sichtbar) die meisten Armbändchen trägt, ist ebenso sichtbar am reichsten - und am mächtigsten. Und so weiß auch jeder, wer wem was schuldet.

Und so drucken auch heute wieder einigen Menschen in Deutschland ihr eigenes Geld.

Wenn diese Bändchen (oder Zettel) auch noch weitergereicht, also gehandelt werden können, ist der nächste Schritt zum Geld schon da - modernes Geld ist nur anonymer, in dem dort auch noch der Schuldner anonymisiert wird, und deshalb die Forderungen der Gefallen fälschungssicher gemacht werden müssen.

Umgekehrt ist jedes Schuldverhältnis ein Geldverhältnis - und damit ist klar, daß man die Kriminalität nicht durch Abschaffung des Bargeldes gleich mit abschaffen kann: Ein Zettel - oder auch nur eine mündlich Aussage, wer wem was schuldet, reicht vollkommen aus, um ein Geld- und Machtverhältnis auszudrücken.

"Es ist besser, ohne Abendessen zu Bett zu gehen, als morgens verschuldet aufzuwachen." Benjamin Franklin, Anno 1757

In der Tat...

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Inflation_1914_bis_1923



Die Frage ist ernst:

Wie kann man verhindern, daß Menschen sich gegenseitig unerfüllbare Versprechen machen
?


In dem man sie hart dafür bestraft, so wie früher? Und bei Zuwiderhandlung in den Schuldturm wirft, wo sie ihre Schuld unter Zwang abarbeiten, ohne den mit falschen Versprechen gekauften Luxus? Das merkwürdige ist doch: Der Luxus ist ja da. Vorher. (Und hier kommt das Öl ins Spiel; oder das Holz, die Kohle, die Linsen)

Schon in alten Filmen und Romanen sind die Nutznießer des Luxus auf der Flucht vor ihren "Gläubigern" - denen sie die versprochene Bezahlung für diesen schuldig geblieben sind. Und dennoch ist dieser Luxus geschaffen worden - Vorher.

  • Die Häuser im Monopoly stehen ja auch bevor die Schuldscheine ausgeschrieben werden.
  • Die Häuser in der realen Wirtschaft standen bevor die Immobilien - und Hypothekenblase sich aufzubauen begann.

In der Tat baute diese sich erst auf, als weltweit der Hausbau in den Industrieländern mehr oder weniger zum erliegen gekommen war und die Stadtverwaltungen begannen, zumindest in Deutschland, ganze Stadtviertel zu sprengen, weil auch die Bevölkerung nicht mehr wuchs, sondern schrumpfte.


Die Kreditblase baute sich also in dem Moment auf, als das Spiel eigentlich zu Ende war und die Haus- und Mietpreise hätten beginnen müssen zu fallen, also Verluste einzufahren.


Das kann und darf aber in einer gewinn- und wachstumsorientierten Bilanz und Ökonomie nicht vorkommen; also begann das geforderte Wachstum und der damit geforderte Gewinn - bis zu 20 Prozent! - auf einer "Schuldschein auf die Zukunft" - Basis zu geschehen. Und irgendwer muß diese 20 Prozent jetzt aufbringen.

Eigentlich vielmehr auf "mehr Öl in der Zukunft" Basis - und eigentlich geschah es ja nicht. Das Aufschlagen in der Realität, das Einsetzen des negativen Wachstums, des Preisrückgangs, des Verlustes, ist nun um so brutaler.




Dabei geht es den Deutschen noch relativ gut
:


Wie der Mieterbund 2009 berichtet, weigerten diese sich im großen Stil, ihre von den "wachstumsorientierten" Heuschrecken der Hochfinanz aufgekauften Wohnungen denen wiederum zu deren höheren Preisen abzukaufen - womöglich gewitzt und gewarnt durch deren Vorboten auf dem heimischen Immobilienmarkt - und wegen der Nähe zum Osten.

Das Ganze geschah übrigens vor dem Hereinbrechen der "Finanzkrise" und löste sie vielleicht mit aus.

Neue Spieler sind schwer zu finden. Es gibt immer eine reale Grenze des Wachstums.


Nur:  

Wie beendet man eine Monopoly-Spiel ohne Blutverlust - in der Realität?

Wie kann man es erreichen, daß das Spiel endlos dauert, und nicht alle 60 Jahre zum Stillstand kommt?

Vielleicht wieder einmal durch einen Neubeginn? Einem Zerreißen der selbst ausgeschriebenen wertlosen ungedeckten Schuldscheine, einem "New Deal"? Durch das erneut strenge Verbot solcher Machenschaften? Oder durch Geldentwertung mit Hilfe der Inflation - wie schon so oft?

Wer weiß.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Inflation_1914_bis_1923


Wuff.


Aber daß das System alle 60 Jahre zum Stillstand kommt, daß beispielsweise die Rentenkassen alle 60 Jahre leer sind, das wußten sie.


Schon wieder kursieren Pamphlete mit dem Titel: "Wie werde ich Millionär?" - So!

Was sie meinen ist: Wie kassiere ich höhere Zinsen als die Wirtschaft abwirft; wie werde ich reich auf kosten Anderer. Die Differenz zahlen nämlich die. Oder anders gedacht: Wie verhindere ich, zu denen zu gehören, die für die Anderen zahlen. Und schon muß man es genauso wüst treiben wie die, und das Denken ist blockiert. Entgangene Gewinne werden nicht als null, sondern als Verlust gerechnet.

Da können die Zinsen ruhig bei null sein, so lange das Geld anders inflationiert wird. Das beseitigt einen Denkfehler. Immerhin. Wuff.


Im Übrigen ist es schon merkwürdig, wie alles gleichzeitig inflationiert; nicht nur das Geld, sondern auch die Waren, Informationen, Bilder, so genannte Nachrichten, usw., usf. Das geht Hand in Hand. Alles wird gleichzeitig immer mehr und immer wertloser, vorübergehender, tandiger, tinnefiger. Es gilt das vorläufige Wort, die unverbindliche Nachricht, das vorläufige Versprechen.

Schon die Nachricht, daß irgend jemand wohl vermute, es könne vielleicht etwas geschehen, ist - formal gesehen - durchaus eine Nachricht. Nur ist sie eben eine unbrauchbare, wertlose, zeitschindende Nachricht, die deshalb großen Schaden anrichtet: einmal in dem sie den Empfängern unwiederbringliche Zeit stiehlt, und zum zweiten Mal, in dem sie vom Wesentlichen ablenkt.

Die Wahrheit ist geschützt wie in einer Russischen Puppe, jede einzelne davon mit einem Code-Schloß oder Sphinx-Rätsel versehen; hat man eines davon geknackt, merkt man, das diese Wahrheit nur für diese spezielle Ebene gilt; darunter und darüber sind noch eine unbekannte Menge weiterer Ebenen versteckt, und erst auf der allerletzten Ebene, hinter der allerletzten Tür befindet sich vielleicht die Wahrheit, die frei machen würde, wenn, ja wenn die Menschen bei der Suche aus dem Labyrinth der gegenseitigen Lügen und Fehlinformationen nicht bereits soviel Zeit verloren hätte, daß sie ihnen nichts mehr nutzt, auch weil in der Zwischenzeit hinter ihrem Rücken neue gebaut wurden.

Das Gleiche gilt natürlich, mutatis mutandis, für die Herstellung unbrauchbarer und minderwertiger Ware.

Wer totes Saatgut auswirft, ruiniert das Feld und bereitet den Hunger.


Wuff.


Und nun das Wetter

Ausgerechnet diejenigen Banken und Finanzinstitute, die - und das läßt sich nachlesen -, seit dem sie dieses übernommen haben, fast immer falsch lagen in ihren Vorhersagen an die breite Öffentlichkeit, und die sich als völlig unfähig oder unwillig erwiesen haben, in Sachen Gelddingen auch nur einmal die Wahrheit zu sagen oder einmal richtige Prognosen abzuliefern: Ausgerechnet diese prognostizieren in den Medien nun auch noch das Wetter.

Auch hier heiligt natürlich der unheilige Zweckoptimismus jedes Mittel, unterlegt mit fröhlichen Melodien, und seien die realen Erwartungen noch so schlecht. Wer soll dem trauen? Traue nie einer Aussage, die mit Musik oder Lärm unterlegt wurde - oder einer, die besonders scharf betont wird. Oder einem so unterlegten Bild!



"Give me all your money!"


Wenn man sich erinnern will - schon in der legendären Narren-Goon-Show der BBC Mitte des letzten Jahrhunderts hieß das immer: "Gentlemen! There is no need to worry?" Wenn sie den Deppen mal wieder abziehen wollten; was in fast jeder Folge vorkam. Übrigens wegen dessen ewiger Geldgier:


 (Bank-Manager) CRUN: ...und nur ein einziger zweiter Mensch kennt die Kombination (für das Tresorschloß)!
 (Bank-Kunde) SPRIGGS: Wer denn?
 CRUN: Das Schwein, das gestern Nacht das ganze Geld gestohlen hat! Ohhh!!!
 (Bank-Kunden) MENGE: (Panik, Registrierkassen werden aufgerissen, Münzen klirren und fallen zu Boden)
 CRUN: Meine Herren, meine Herren! Hören Sie bitte auf, so unverschämt Ihr Geld abzuheben!


Das Hörspiel stammt aus dem Jahre 1956 - so alt ist das also schon.


Nein, es ist noch älter:

Iss und trink, solang Dir's schmeckt.
Schon zweimal ist uns's Geld verreckt.





Noch früher! So um 1920 herum hing in manchen Fluren folgender Spruch an der Wand:


Wehe dem Volk

des Bauern keine Schulden haben





Vermutlich, weil sie sonst die Städter nicht ernähren würden. Im Ernst: Ein Bauer, der nicht beim Städter verschuldet ist - warum sollte er überschüssige Nahrung anbauen und dem Städter liefern? Billige Nahrung auch noch? Das würde nicht passieren. Nicht im notwendigen Maße. Wann waren Bauern je nicht verschuldet? In den Hungerjahren nach dem Großen Krieg, dreißig Jahre später.



Wie heißt es immer?
 
"Das wird schon gutgehen. Denken Sie positiv!"

und wenn's schief gegangen ist:

"Oh. Na ja. Ist ja nicht MEIN Leben."


Letztendlich eben doch
.



Wenn also an der Börse "Vermögen vernichtet" wird - werden dann damit auch Schulden vernichtet?

Ja, in er Tat, da

Vermögen : Schulden = 1 : 1.


Wessen (real-) Vermögen dabei auch immer vernichtet wird: Damit verschwinden immer auch automatisch Verbindlichkeiten in gleicher Höhe. Nur wessen Verbindlichkeiten, das ist hier die Frage! Könnte etwas asymmetrisch ausfallen, wie so oft... Hmmm...

Wenn Schulden der Dritten Welt erlassen werden, vernichtet das wahrscheinlich Vermögen hierzulande. Wenn Vermögen hierzulande vernichtet wird, erläßt das Schulden irgendwo - nur wo?

Und deshalb gibt es an jeder Straßenecke Geldverleiher und Kreditverkäufer, denn es gilt natürlich ebenso:

Schulden : Vermögen = 1 : 1.



Übrigens
:

"Die Krise wird dadurch verursacht, daß die Banken einander nicht mehr vertrauen und sich gegenseitig kein Geld mehr leihen" - Das ist natürlich Quatsch und Propaganda.
 Das ist die übliche Kriegspropaganda: "Das, was vorher war, war gut, nur das was jetzt ist, ist schlecht. Wir müssen in den vorigen Zustand zurück"

Daß die Banken einander (im obigen Sinne als Kriminelle) vertrauten und sich gegenseitig Geld geliehen haben, ist ja gerade der Grund für den jetzigen Zustand! Im Grunde betreiben sie seit mindestens 20 Jahren (etwa der Internetblase usw...) Konkursverschleppung, und ihr billiger Optimismus hat alles noch verschlimmert. Wie sagt der Optimist, der aus dem Hochhaus fällt, als er am Erdgeschoß vorbeikommt? "Bis jetzt ist ja noch alles gut gegangen!"

Wenn einer aus dem Hochhaus springt und unten auf dem Pflaster zerschellt, sagen die Leute: "Selber schuld. Warum ist er auch gesprungen?" Vergehen zwischen Sprung und Aufschlag 20 Jahre, sagen die Leute: "Wie ist das denn passiert? Unerklärlich. Er kam aus dem Nichts. Einfach so!"

Eigentlich sollen Banken ja nur das Geld ihrer Kunden verleihen - oder? Zu altmodisch? Und was geschieht denn jetzt Anderes, als daß die auf den Bankkonten gar nicht vorhandenen, quasi im Vorgriff verliehenen Kundengelder Über die Regierungsgarantien nachgeschossen werden, und zwar zwangsweise und ungefragt?


"Oh. Na ja. Ist ja nicht MEIN Geld."

Letztendlich eben doch.


Wem schulden die Menschen eigentlich das Geld, das ihr Staat in ihrem Namen als Staatsschulden aufgenommen haben? Das sind ja immerhin -zig Tausende pro Kopf, vom Kleinkind bis zur Greisin.


WUFF!


Hören wir doch mal Kanzler Schröder zur Verkündung der Agenda 2010 im Jahre 2003:

"Wir werden Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fördern und mehr Eigenleistung von jedem Einzelnen abfordern müssen"

(Leistung = Geld; Eigen-Leistung = Eigenes Geld)



AhAAAAAAA!



Der Staat schuldet dem Einzelnen nun weniger (Kürzung künftiger Leistung, Rente etc.) - was dessen Vermögen verringert. Wer bei einer pleite gehenden Bank Kredite laufen hatte, der wäre jetzt wohl fein raus?

Vermutlich sollen auch deshalb die Banken gerettet werden:

Damit zur Zeit uneintreibbare Schulden (faule Kredite) wieder eingetrieben werden können, damit also nicht allzuviel Vermögen verloren geht - also möglichst alles so bleibt, wie es ist.

Sie nehmen jetzt "reales" Geld und stopfen damit "fiktive" Bilanzlöcher. Wo wird die deutsche Regierung die 80-100 MRD Extraausgaben wohl einsparen? Die Bürger des Landes garantieren das mit dem 1,5 fachen des gesamten Staatshaushaltes. Alle fragen, was es kostet. Zur Recht. Aber keiner fragt, wo das Geld eigentlich hingeht... ?

Es ist ja auch woanders so:

"Das Bilanzvolumen der drei führenden [bankrotten] Banken [Islands] ist zehnmal so groß wie das jährliche Bruttoinlandsprodukt. Als möglicher Ausweg werden in Reykjavik Mittel aus dem nach internationalen Maßstäben sehr großen Pensionsfonds des Landes angesehen."



https://de.wikipedia.org/wiki/RMS_Titanic

Das beantwortet ja wohl die Frage.



Wie gesagt:

Keiner fragt, wo das Geld eigentlich letztendlich landet. Wo es herkommt, das ist klar.

Oder wofor oder vor vor wem das Banksystem, oder die Währung ständig "gerettet" werden muß.


Das Geld geht ja nicht an "Die Banken" - sondern zu deren Kunden. Banken führen nicht eigene Konten, sondern fremde.

Nur: Wessen?


Wuff.



Aber man kann sich ja damit trösten, daß das Geld ja nie wirklich existiert hat, auch schon vorher nicht. Jedenfalls nicht diese Zuwächse, die Fondsmanager damit zu erwirtschaften vorgaben.



Das sieht man ja jetzt:

Das war ja alles nur Buchgeld ohne jede Entsprechung. Es hätte also nie "realisiert" werden können. Na, das passiert halt jetzt.


In anderen Worten: das verbliebene Geld wird mehr wert sein. Denn hier wird fiktives Geld vernichtet - aber bei weitem nicht genug! Es ist noch viel zuviel fiat money oder fake money im Umlauf - womit nicht etwa das klassische Falschgeld gemeint ist; und das, obwohl die Wirkung exakt die selbe ist - wenn es denn nicht erkannt werden kann. Es ist sozusagen legales Falschgeld. Und das wird immer und immer wieder diese Probleme verursachen.

Übrigens sind das alles offene Geheimnisse. Seit Jahrzehnten. Aber es hieß eben immer: "Vertraut uns!". Oder es wie jemand anderes beschrieb: Es hätten diejenigen, die diese Titanic in die Katastrophe geführt haben, angesichts der Eisberge in Sichtweite in den Maschinenraum hinuntergerufen: "Jungs - mehr Dampf!"

Und so war es, denn es ist immer so. Siehe oben, Monopoly und Schuldschein.

Und man könnte hinzufügen: Um dann, kurz vor dem großen Knall, den verpennten Ersten Offizier aus seiner Koje zu holen, ihm mit den Worten: "Hier- halt das mal!" das Steuerrad in die Hand zu drücken, und dann mit der Bordkasse in die Rettungsboote zu hüpfen.

Den Rest kennt man ja aus dem Film.

Rudert um euer Leben...


https://de.wikipedia.org/wiki/RMS_Titanic



Es gab ja auch wenig Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren, und die wären in den meisten Fällen illegal gewesen. Aussteigen ging nicht. Also hat jeder versucht den Anderen zu überholen - auf einer Lawine. Nun heißt es mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.

Die Wirtschaft wächst stetig mit etwa 4% real. Zuletzt wurden 20% Wertzuwachs gefordert - finanziell. Die 16% Differenz werden jetzt eingefordert - So in etwa.

Die Börsen müßten sinken, um nicht abzustürzen. Sie dürften ja nie mehr als das reale Wirtschaftswachstum abbilden; alles andere ist Inflation, also reale Geldentwertung.

Aber was soll's. Man muß es irgendwie überstehen. Wenn kein dritter Weltkrieg kommt in sieben Jahren, ist es gut gegangen. Wuff.


Anweisung zur Krisenbewältigung: Die Regierung, die mit Geld, das sie nicht hat, Geld garantiert, das es nie hätte geben dürfen, hat soeben beschlossen, den erhöhten Krankenkassenbeitrag stabil zu halten [°°nächstes Jahr°°] und dafür die Arbeitslosenversicherung zu senken [°°vorübergehend°°].
[°° °°] = Sehr, sehr kleingedruckt


"Anonymer Systemfehler"

Prof. Dr. Wernher von Sinnen,

bezogen auf die Finanzkrise.

Vielleicht sollten diese Leute auch die individuelle Lebensberatung und ärztliche Diagnose im Gesundheitsbereich übernehmen. Bei der Gleichgültigkeit, ja Verachtung der Realität gegenüber können sie das bestimmt - oder auch nicht.

Aber vielleicht genügt es ja, daß die Menschen beim Betreten der -seit dem tatsächlichen Beginn der Finanzkrise in den 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts- ausgerechnet nach Finanzinstituten umbenannten Sportarenen nun nicht mehr an ihre Heimat, sondern an die Clowns erinnert werden, die ihnen das Geld aus der Tasche gezogen haben, um sich diese Arenen kaufen zu können. Auch die waren ja schon vorher da...

Denn die selben Regierungen und Verwaltungen, die behaupten, ihre bedürftigen Bürger nicht mehr ernähren zu können, obwohl es gerade in Industriegesellschaften immer noch Nahrung im Überfluß gibt*, verhökern deren öffentliches Eigentum an dubiose Ausländer und kaufen es dann teuer wieder zurück, um Geld zu sparen. Nein, mehr noch: um Geld zu bekommen. Wahrlich, ein echtes Linsengericht.

Doch wer weiß? Nach dem Zusammenbruch des Unrechts wurden schon immer Städte wieder mit dem ursprünglichen Namen bedacht...


PS:

Wer dagegen den WIRKLICHEN Wetterbericht hören möchte, der schalte Morgens um fünf BBC ein und höre den Seewetterbericht. Ein Dienst, so heißt es, aus den Anfangszeiten des Rundfunks, knochentrocken und deshalb, so heißt es weiter, "Ein Fest für Landratten auf der verzweifelten Suche nach wahrer Poesie".

Denn, so heißt es fürderhin, es gibt nur noch wenige Seeleute.


*Und wenig Bauern. Man kann sich durchaus fragen, warum der große, starke Esau sich auf so ein lausiges Geschäft für die Linsen eingelassen hat. Schließlich hatte er wahrscheinlich die Linsen am Vortage vom Feld geholt. Und überhaupt erst angebaut.

Eine kräftige Ohrfeige für den kleinen Jakob hätte es auch getan... Er wird wohl sehr erschöpft gewesen sein, der gute, starke Esau. Immer diese schwere Feldarbeit... nu, so hat er sich über's Ohr hauen lassen.

Und so ganz nebenbei steckte hier die intrigante Mutter hinter ihrem Muttersöhnchen und Mama's Liebling, Jakob dem Oberschlauen in der Küche, die sich beide von den Früchten von Esaus harter Arbeit ernährten. Das war ihnen aber nicht genug; sie wollten sich auch noch das Haus und das Grundstück erschleichen, auf dem Esau, der erstgeborene Sohn, dann als ihr Sklave gearbeitet hätte. Doch das nur so ganz nebenbei.

Wuff.


Zu guter Letzt - ein alter, ewig gültiger TAZ - Spruch zu Fußball und Finanzen:



Börsenpanik - Kursverfall
Hochinteressant!

Was macht der Ball?





Dienstag, 17. März 2009

Absatzkrise



Le Real Wirtschaft



Es wird nun behauptet, die Krise greife jetzt auf die Realwirtschaft über. Das ist nicht ganz richtig; man könnte auch sagen, sie kommt aus der Realwirtschaft: Es gibt in Zukunft weniger Öl.

Wir produzieren zu viel und das Falsche. So wie zu viel Geld produziert und in immer größeren Containern um die Welt geschippert wurde, so geschah es auch mit Ware.

Autos, die nicht mehr gebraucht werden. Und zwar weltweit. Die Menschen haben schneller als ihre Regierungen begriffen, daß es wenig Sinn macht, Autos zu kaufen, die man in Zukunft nicht mehr fahren kann. Mehr noch: Instinktiv haben sie verstanden, daß ein Großteil des Autofahrens nur zum Wohle des Autos geschieht, und um in der Autobau- und Zulieferer- Industrie zu arbeiten; und daß es da einen break-even-point gibt - und zwar nach unten, an dem die Kosten des Autos den Nutzen übersteigen.

 Wie Paoli sagt: ein Teil der Arbeit wird zu nichts anderem verwandt, als um mehr Arbeit zu ermöglichen; oder in diesem Kontext: ein Teil des Öles wird verbrannt, um mehr Öl verbrennen zu können. Das ist nicht neu: schon im steinzeitlichen Alaska wurde, einer Untersuchung zufolge, ein Großteil der geschossenen Rentiere oder Elche an die Schlittenhunde verfüttert, um eben diese jagen zu können; jedenfalls sobald die Leute weit reichende Gewehre in die Finger bekamen (von diesen verantwortlich gemacht für den plötzlichen Rückgang des Bestandes wurde natürlich der böse Wolf, der eigentlich die Prärie-Nager mit ihrem Krankheitspotential kurzhielt, wie diese Studie ebenfalls ergab).

Vielleicht brauchen die Menschen, zumindest hier, keine neuen Autos mehr; sie können sie eh nicht mehr betreiben. Und WO sie herumstehen, ist letztendlich egal. Hat jemand schon die Halden in Afghanistan gesehen? Es ist auch egal, ob das Geld zur Produktion, Lagerung und Zerstörung von Autos den Leuten direkt oder indirekt aus der Tasche gezogen wird. Es kommt auf die Notwendigkeiten der Bilanz an. Das gleiche gilt, mutatis mutandis, für ihre Immobilien.

Erstgeborenenrecht und Linsengericht


Die Dinge haben einen Bremsweg, Vor- und Nachlaufzeiten. Diese sind manchmal recht lang, über eine Generation. Und sie geraten dann in Vergessenheit, wenn sie nicht tradiert, oder wenn sie falsch tradiert werden. Woraufhin natürlich die selben Fehler zwangsläufig noch einmal gemacht werden. Und bei Wesen, die, wie Menschen, lange leben, ist auch eine Generation eine lang Zeit... und die Zeit der wiederholten Fehler ebenso lang. Fehler kann man nicht einfach so beseitigen. Ein abgeholzter Wald, der fehlt, wird auch durch die Erkenntnis des Fehlens nicht am nächsten Tag wieder vorhanden sein; sondern leider erst 30 Jahre nach Erkenntnis und Behebung des Fehlers. Und wurde auch die Erde davongetragen, so dauert es womöglich sogar 30 000 Jahre. Die Menschen glauben, man kann Fehler wie Fahrfehler im Auto mit sofortiger Wirkung korrigieren. Versucht das mal in einem Öltanker, oder wenn der Unfall durch den Fahrfehler bereits geschehen ist. Der Mensch kann Bäume nicht erzeugen.

Früher wurden solche Erkenntnisse in Sagen und Mythen und später in Religionen tradiert, und das Meiste gilt heute noch, auch wenn es für Wanderhirten und -bauern geschrieben wurde. Zum Beispiel war fast überall auf der Welt der Wucher verboten; nicht etwa aus moralischen Gründen, sondern aus praktischen: er bringt jedes Wirtschaftssystem zum erliegen. Und Wucher beginnt fast weltweit überall bei etwa 20%; das ist so die Grenze dessen, was aus einem System, bereits weit jenseits aller echten Rentabilität, gepreßt werden kann, bevor es abgewürgt wird. Und welche Rendite verlangten die Kapitalanleger wenige Wochen vor dem Zusammenbruch der Banken? 25%.

Als der sagenhafte Herkules vor 3000 Jahren die Hydra durch Niederbrennen des Waldes bekämpfte, sagte man damit, daß die Quellen im Tal nur dann im Sommer Wasser liefern, wenn die Wälder über ihnen nicht zu Holzkohle verarbeitet werden - und sperrte diese für die Öffentlichkeit, indem man sie dem Schreckens-Gott Pan widmete. Man wußte Bescheid... heute heißt ein solcher Wald "catchment-area" (Wassereinzugsgebiet) und wird zum Naturpark erklärt.

All das ist seit dem letzten Großen Krieg bekannt, wurde von dieser Versammlung in Rom veröffentlicht und von seltsamen grünen Parteien in Angriff genommen. Es ist fast schon langweilig. Vorsichtsmaßnahmen sind immer langweilig.

Eigentlich braucht heute jeder Mensch - möglichst früh in seinem Leben - nur drei Bücher gelesen zu haben: Schöne neue Welt von Aldous Huxley, Farm der Tiere und 1984 von George Orwell. In diesen drei schmalen Bänden ist die gesamte Welt der Moderne konzentriert, alles vor vielen Jahrzehnten niedergeschrieben. Und niemand liest sie. Ist ja auch unangenehm. In ihnen ist kein Optimismus weit und breit zu finden. Sicher, man kann sich nebenher auch noch mit Lloyd deMause und Lévi-Strauss amüsieren, Lem, Dickens, den Schwestern Brontë, Saint-Exupéry und und vielen Anderen mehr. Aber das sind Randerscheinungen. Früher las man dazu die Bibel oder andere religiöse Schriften, in denen die Regeln das Zusammenlebens beschrieben werden, zum Beispiel die Geschichte von dem Erstgeborenenrecht und Linsengericht; nur decken diese in Zeiten der Industrialisierung und Ölförderung nicht mehr alles Notwendige ab. Wenn die Menschen allerdings sich lieber mit Trivialitäten vollstopfen und blind durch's Leben taumeln wollen... dann dürfen sie sich eben nicht wundern. Tun sie dann aber doch. Oh Wunder.

Es gab einmal, im vorigen Jahrhundert, kurzzeitig eine wissenschaftliche Verbindung von Ökologie und "risk assessment"- Risiko-Abschätzung. Das wurde aber schnell wieder eingestellt bzw. nur noch leise und unter Ausschluß der Öffentlichkeit betrieben. Zuviel Negativität, zuviel Pessimismus. Statt dessen wurde öffentlich brüllend in den blinden Optimismus gerannt - alles, was nur irgendwie eine "Chance" auf irgend etwas zu bieten schien, mußte angenommen werden - und zwar von Gesetzes wegen. Daß "a game of chance" ein (von allen Religionen verbotenes) Glücksspiel bedeutet, wurde den blinden Optimisten erst klar, als sie anfingen vom "Kasino-Kapitalismus" und "Zockerei" zu reden - im Nachhinein, nachdem es schief gegangen war. Wer so eine Fluggesellschaft betreiben würde oder eine Ölplattform, oder auch nur Häuser bauen, hätte bald keine Kunden mehr. Sie wären tot. Das vorsichtige, ja ängstliche ("konservative") Abschätzen von Risiken und das Einbauen von doppelten Sicherungs-Mechanismen ("failsafe", versagenssicher) läßt Vierhundert-Tonnen-Flugzeuge sicher fliegen, die Golden Gate Brücke bis heute stehen, Menschen vom Mond zurückkommen, und was weiß ich was sonst noch alles. Es schadet nichts. Im Gegenteil. Es nützt. Es ermöglicht.

"Menschliches Versagen" ist es nämlich auch dann, wenn der Mensch ein versagendes Maschinenteil konstruiert hat.

Wer Fehler nicht erkennt, ist gezwungen, sie zu wiederholen.

 
Oder so ähnlich.

Immerhin taucht das Wort "Überproduktion" inzwischen schon mal auf und das Lob auf das Zurückfahren derselben, inklusive Verringerung der täglichen Warenproduktion, um die Krise zu meistern. Allerdings so leise, daß diese Ansage im Internet, das doch sonst alles weiß, auch Tage später nirgendwo zu finden ist - Erinnerungen an 1929 werden wach. Ach, jahhh... damals war auch wirklich viel los.

Was einen als niederes Lebewesen doch sehr wundert: Eine erwartete Verringerung der Produktion um nur 5% hat in einem der reichsten Länder dieser Welt anscheinend katastrophale Folgen auf dem Finanzsektor... seltsam...

Die Menschen fürchten sich vor einer Rezession, vor 6% weniger. 6% weniger von was? Waren? Die können sie locker verkraften, vor allem wenn es die umlaufenden 6% an Killefit, Schund und Tinnef sind. Im Gegenteil: das hält die Lager sauber. Ach ja, die haben sie ja nicht mehr... Aber 6% weniger Inlandsflüge wären auch nicht zu verachten...

Nein, 6% weniger Geld in ihren Bilanzen, davor fürchten sie sich. Und zwar zu recht. Das verkraften sie nicht; diese Bilanzen sind darauf nicht eingerichtet. Sie sollten es aber schleunigst werden, da es von nun an mangels Öl jedes Jahr konstant 2% weniger Waren und Geld geben wird. Wenn alles gut geht.

Die Börsen, wie bereits gesagt, nehmen das nur vorweg. Die "Finanzkrise" ist nur der Ausdruck dessen, daß die Menschen es zwanzig Jahre lang versäumt haben, ihre Bilanzen auf die unausweichliche Rezession der wirtschaftlichen Leistung nach Peak Oil vorzubereiten und statt dessen, finanztechnisch gesehen, an der Spitze der Förderkurve vom eigenen Schwung getragen am Steuer verkrampft weiter gerade aus nach oben fahren zu wollen. Im Grunde genommen trat die eigentliche "Finanzkrise" bereits vor mindestens zwanzig Jahren ein (wie gesagt, die Börsen rechnet auf 30 Jahre voraus...), und der untaugliche Versuch zu ihrer Beherrschung war eine maßlose Aufblähung des Geldvolumens, um wenigstens die Illusion künftigen Wachstums aufrechtzuerhalten. Das Zurückstürzen auf den Boden der Tatsachen wird ihnen nun sehr weh tun.

Wuff.

Andererseits gibt es die in Zeiten immer knapper werdenden Öls ebenfalls geradezu alberne Ansicht, es gäbe weltweit eine Überproduktion von Solarmodulen. Die kann es unter diesen Umständen gar nicht geben... Die Begriffe der Finanzwelt beziehen sich eben wie immer auf eine Scheinwelt. Hier wäre eigentlich ein Investitionsbedarf ohne Ende. Ein Autobahnbau mit Sinn, mit realem ROI statt ein weiteres Instrument für den Energieverbrauch.

Nur: Wird die Wichtigkeit von Landfläche für Solarenergie die Welt re- feudalisieren, oder verhindert die notwendige Technisierung gerade dieses?

Fragen über Fragen.


Wuff.


Sonntag, 22. Februar 2009

Fool's Gold, Falschgeld, Narrengold



Geld arbeitet nicht.



In gewisser Weise ist die "Finanzkrise" die Strafe Gottes für all' jene Abweichler, die vom christlichen Glauben abgefallen sind und entgegen allen Beteuerungen lieber in Geld investierten als in Menschen. Weil ihr Geld doch arbeiten muß. Obwohl das noch nie jemand beobachtet hat... Das Resultat sind faule Kredite. Die liegen einfach nur so herum. Und müssen jetzt in eine extra Bank ausgelagert werden, wo sie auf Kosten der Allgemeinheit ausgelöst werden sollen. Faule Kredite sind faules Geld. Verbrennen will man sie ja nicht, in einem Fegefeuer der Eitelkeiten... obwohl das richtig wäre; denn eitel bedeutet hohl, leer, wertlos. Eine Fege-Feuer nach einem Kehraus: Müllverbrennung. Tja, das kommt davon, wenn man sich selbst und anderen nicht mehr traut. Baal, Mammon und die anderen alten Gottheiten sind nun einmal rachsüchtig und bösartig. Ihr habt für euer Geld gearbeitet? Eben.

Daß "die Banken einander kein Geld mehr leihen wollen" wie es zuerst hieß, liegt daran, daß sie genau wissen, daß da keins ist - nur daß das jetzt eben Alle wissen. Das hat ja gerade die Krise verursacht, daß sie einander nicht vorhandenes Geld geliehen haben. Wechselreiterei nannte man das zu meiner Zeit und es war auch zu meiner Zeit noch verboten... Wer allerdings eine Deutsche Pfandbriefanstalt in mehreren Schritten auf krummen Wegen in eine windige und nichtssagende "Hypo Real Estate" umwandeln läßt mit Sitz in Irland, Island, Ausland, wer weiß schon wo genau, der braucht sich nicht anschließend zu wundern, daß auch das Geld weg ist. Die Einzelheiten dieses Betruges sind dabei höchstens vom technischen Interesse und unwichtig. Natürlich werden genau diese verbreitet und diskutiert, um von dem fröhlich weitergehenden Betrug abzulenken. Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter. Soll das jetzt wieder an uns gelegen haben?


Wuff!


Na schön, also gut: Wechselreiterei. Leihst du mir Geld, dann leih ich es dir zurück, und wir verdienen beide prächtig an den Zinsen! Daß sich dabei das Kapital in Wohlgefallen und Zinsen auflöst, wissen alle, die sich an die Anfänge vor 20, 30 Jahren erinnern: das Schrubben der Anlegerkonten durch Börsenmakler durch ständiges Kaufen und Verkaufen von Aktien, bis sich das Geld auf dem Konto vollständig in Gebühren und Courtage umgewandelt hatte. Das Schöne war doch: Diese Arbeit erledigte ein Computer automatisch und innerhalb weniger Tage. Man brauchte nur einen zu schröpfenden, möglichst dummen und gierigen "Geldgeber". Die eigene Arbeit bestand darin, diesen zu ködern und zur Überweisung der Penunze zu veranlassen.

Das Geld wurde auch nicht in einem "Kasino" "verspielt", wie immer behauptet wird - dann hätte es ja jemand, dem man es wegnehmen könnte. Es wurde vielmehr "vermehrt" - genau so wie man es den Leuten versprochen hatte.

Und auf welchen Wegen das künstlich vermehrte Geld in das System , also auch zum ursprünglichen Anleger, zurückgeschleust wurde, spielt keine Rolle. Aber das es x-fach zurückgegeben wurde, zeigt sich ja gerade daran, daß es zum allergrößten Teil immer noch in den Kellern der Banken herumliegt und nur nicht ausgegeben werden darf.

Irgendwann, gegen Ende des letzten Jahrhunderts, gab's die Doofen nicht mehr, weil alle arm und schlau geworden waren und die Masche sich bei den potentiellen neuen Opfern herumgesprochen hatte... man erfand halt etwas neues. Und das Wunderschöne an dem neuen System war nun, daß man nun noch nicht einmal diese ursprünglichen "Geldgeber" brauchte, da das Geld durch den gegenseitigen Kredit (10.000 für diesen kunstvoll gedrechselten Aschenbecher...) im Vorgriff von selber entstand, und nun erst jetzt, in der Krise, im Nachhinein und gezwungenermaßen durch völlig unbeteiligte und ungefragte Steuerzahler eingeschossen wird.

Und jetzt wollen die Kleinanleger ihr Geld zurück. Vom Staat, von den Steuerzahlern, also von sich selbst. Eben wollten sie es noch geben - im Grunde ihre Arbeit. Welche Arbeit? Welches Geld? Das, was sie umsonst haben wollten? Das war die erste Idee, damals bei der telekom. Ich habe einen Anrecht auf einen Gewinn! Ja, so funktionieren die Kaffee-Fahrten, immer noch, und deren Gewinne sind auch sehr, sehr teuer.

Dabei haben die Banken mit ihren ungesicherten Krediten auf eine als glorreich definierte Zukunft den Ausbruch der Wirtschafts-Krise um etwa 20 Jahre hinausgezögert. Und darum, nur darum, haben sie alle, alle mitgemacht...

Oder wollen sie etwa das Geld, was sie dafür hergegeben haben? Das ist jetzt das Neue: 'Ich will mein Geld zurück!' Gut, bei Maggie Thatcher hat das funktioniert; sie war Staatschefin und hatte das Öl der Nordsee zur Verfügung. Sie konnte erpressen. Und man wollte damals wohl das große Geheimnis des großen Spiels noch nicht verraten: Da ist nämlich gar kein Geld. Da war niemals und nirgendwo Geld. Deshalb kann es auch nicht zurückgezahlt werden. Es gibt gar keinen Dagobert-Duck-Geldspeicher in Regierungshänden, so wie Einige es immer noch vermuten. Und wenn da einer stünde, dann wäre er leer. Mehr als das: die Regierungen sind bereits bis zum Anschlag verschuldet. Euer Geld, das haben wir wieder eingesammelt, damit dieser Wahrheit genüge getan wird. Recycling nennt man das, ganz ernsthaft - beispielsweise das "Recyclen der Petro-Dollars" - wer das mal nachlesen will. Euer Geld ist unser Geld. Und dafür gibt es nur so lange etwas, wie es etwas dafür gibt. Und ihr, ihr wart euer Geld einfach nicht wert; versucht doch mal, es auszugeben. Ihr werdet es sehen: Die Preise steigen. Das nennt man Marktgeschehen.

Das alles gilt natürlich nur statistisch und nicht individuell. Niemand braucht sich angesprochen zu fühlen! Ach, übrigens, die Wahre Erkenntnis, die Apokalypse, steht uns allen noch bevor. Denn, so heißt es doch bis heute jedes Mal, 'Alles ist noch viel schlimmer als bisher angenommen!' - nein, eigentlich nur viel übler als bisher zugegeben.

Zuerst ging es um Bankenrettung: Rettet die Banken. Da ist mein Geld drauf! Nun erschallt der Ruf: "Rettet Menschen statt Banken!" Gemeint ist: Das finanzielle Einkommen der Menschen. Das Falschgeld auf den Banken, das zur Zeit vom Staat durch Steuergelder ersetzt wird, gehört aber auch jemandem - möglicherweise als Pensionsfonds denen, die da schreien, es möge nicht gerettet werden. Oder meinen sie etwa: Beides soll aus von ihnen selbst erhobenen Steuern ersetzt werden? Wollen sie sich ihr Erspartes noch einmal bezahlen, und künftig auch ihr Einkommen?


Es ist schon merkwürdig, wenn Unternehmen, die etwas produzieren, das Geld für ihre Produkte nicht mehr von ihren Kunden erhalten, weil keiner diese Produkte kaufen will oder kann - zumindest nicht zu dem Preis, den sie nun einmal in ihrer Herstellung kosten. Die Unternehmen erwirtschaften kein Geld mehr, sondern betteln darum. Sie möchten das Geld nicht als Einnahmen aus Verkäufen, sondern als "Kredit" erhalten.

Oder vom "Staat". Wie übrigens auch die Arbeitnehmer laut den Gewerkschaftsreden vom 1. Mai 2009 (und seit der Agenda 2010 sowieso). Der Staat- das sind sie alle. Hat der real existierende Sozialismus also doch gewonnen?

Und jetzt rennen sie genau jenen anonymen ausländischen "Investoren" hinterher, denen sie -ob zu Recht oder nicht- die Schuld an der soeben stattgefundenen Pleite in die Schuhe schieben. Das Szenario erinnert unschwer an alte Goon-Show- und Donald-Duck-Satiren. Gestern noch wüteten sie gegen den Ausbeuter, heute flehen sie darum, in der Ausbeutung nicht vernachlässigt zu werden.


Wuff.


Kredit bedeutet doch: Ich glaube daran, daß Du mir eines Tages das Geld plus Zinsen zurückgibst... Und wenn ich es dann nicht tue...? Tja... fang mich doch. Was sich Als "Finanzkrise" darstellt, ist auch ein Finanzkrieg: Es kommt immer darauf an, wer wem was wegnehmen kann.

Investoren wollen Geld nicht geben, sondern holen - was gerne vergessen wird. Kredit also, und auf welchen zukünftigen Gewinn, bitte? Keinen; denn was die Leute heute nicht kaufen, kaufen sie morgen auch nicht, weil sie morgen noch weniger Geld - weniger Öl - haben werden als heute. Genau deshalb erhalten die Produktionsfirmen von den Banken keinen Kredit. Also möchten sie die Gelder aus der Erhebung von Steuern bekommen, also von denjenigen, die sich ihre Produkte eben nicht kaufen, und zwar ohne daß diese ihre Produkte erhalten - oder zumindest nur einige von ihnen. Ein merkwürdiges System des Zwangskaufs und ein Ausdruck dessen, daß viel zuviel von allem da ist - jedenfalls hier.
Außer Öl. Das hat man ja bei der Herstellung dieses Überflusses verbrannt. Gäbe es ein Bedürfnis nach diesen Produkten, wo man sie sich leisten kann, dann gäbe es auch einen zu ihrer Herstellung notwendigen Kredit.

Das gilt, wohlgemerkt, schon in der Steinzeit. Dort, in der Kalahari, sind es Freundschaftsbänder und Amulette: Du schuldest mir noch einen Gefallen. Das neue Wort heißt Absatzkrise: Die Menschen werden ihre Produkte, ihre Gefallen nicht mehr los...

Eines der schönsten Sätze ist: Wenn das nun alle machen würden!


Tja.


Dann wären wir wohl alle wieder in der Steinzeit, wie immer, wenn ALLE das selbe tun wollen. Es reicht ja offensichtlich schon, wenn zu viele das selbe tun wollen.

Kredit! Kredit! Kredit! Kredit!


Sie schreien an der Kasse nach Kredit wie Kinder nach Süßigkeiten. Das Neueste auf dem Banken Kredit zu geben, die diese an die Käufer von Autos weitergeben sollen, damit diese Bürger mit diesem Steuerzahler- oder Bürgerkredit Autos kaufen können, deren Produktion ebenfalls erst über Steuerzahlerkredit finanziert werden soll. Und warum? "Weil so viele Arbeitsplätze daran hängen".
Gebiet ist, daß die Steuerzahler - also alle Bürger, auch die zukünftigen - Kredite aufnehmen sollen, um den

Der Kredit zur Produktion von Waren dient also unter Anderem dazu, den Produzenten der Ware ihre Löhne zu finanzieren, damit diese aus ihrem kreditfinanzierten Lohn eben jene kreditfinanzierte Waren kaufen, die sie produzieren; und wenn der kreditfinanzierte Lohn dazu nicht ausreicht - und das tut er nicht, weil das Geld aus fremden Ländern fehlt - dann gibt es einen vom Steuerzahler kreditfinanzierten Kredit von der kreditfinanzierten Bank dazu.

Die Sparkassen nehmen wir da mal aus; die scheinen tatsächlich noch mit dem Ersparten der Leute zu arbeiten. Noch. Eine Bank oder Kasse, übrigens auch eine Kranken- oder Pensionskasse, ist, das haben die meisten Menschen inzwischen wohl vergessen, etwas, wo man etwas einzahlt - und nicht, wo man herausnimmt, was nicht drin ist, und einen Schuldschein hinterlegt. Oder diesen angeblich woanders hinterlegen ließ.

Ist das nun freie Marktwirtschaft, oder schon der Endsieg des Kommunismus? Die Deutsche Demokratische Republik hat doch gewonnen? Es spricht so einiges dafür. Aber das kommt halt davon, wenn in den Bilanzen der Unternehmen Kredite auf der Haben-Seite verbucht werden dürfen. Nicht jedoch, das sei hier einmal vermerkt, bei den Verbrauchern dieser Ware. Das vergessen diese inzwischen auch ganz gerne, was wahrscheinlich von der blöden Idee der "Ich-AG" herrührt - oder dahinführt.

Doch insgesamt macht das System irgendwie Sinn: Der Kredit für die Produktion wird mit Krediten für die Verbraucher bezahlt.

So werden, wie überall, die Schulden, die bei der Produktion aufgenommen werden, mit diesen Produkten an die Endverbraucher der Produkte weitergereicht; und so wird, so ganz nebenbei, auch die Luft aus der Finanzblase in die Realwirtschaft, und damit in die Kassen der Bürger gedrückt.

Und das bei vollem Bewußtsein: Jeder weiß, daß die Bürger der USA ihre Privatschulden nicht mehr bezahlen können und sie die Hypotheken für ihre Häuser auf Privatkredit finanziert haben. Nun solle das auch für Europäer geltend gemacht werden.


Es standen hierzulande, vor nicht allzu langer Zeit, einige Bankangestellte vor Gericht, weil sie Kredite an Zahlungsunfähige vergeben hatten. Sie taten es nur bevor das Vergeben von Krediten an Zahlungsunfähige gesetzlich erlaubt und geboten wurde.

Am Ende bleiben die Endverbraucher auf den eigenfinanzierten Krediten sitzen, denn sie können sie ja nicht weitergeben. Oder doch? An ihre Nachkommen zum Beispiel? Ewige, steigende Schuldknechtschaft ist die unausweichliche Folge...


Denn Abhängige sind nicht frei. Und damit ihre Abhängigkeit auch spürbar und wirksam wird, werden so ganz nebenbei, und nicht nur hierzulande, über die gerade noch rechtzeitig fertig gewordene Hartz-Gesetzgebung ("Agenda 2010"!) so an die 25% der Wahlbevölkerung direkt oder indirekt vom staatlichen Wohlwollen abhängig gemacht, indem sie wiederum etwa 25% ihres Lohnes direkt oder indirekt von der eigenen Regierung als Almosen erhalten- bei eigenem Wohlverhalten, versteht sich. Andere Länder fanden ähnliche Lösungen.

Schön ist dabei, daß sie diese Almosen über die staatliche Verschuldung und Kreditaufnahme ja selber finanzieren, und so sie sie auch noch zurückzahlen müssen... was sie nicht können werden. So sitzen die Widerhaken fest im Fleisch... 25% sind eine feine, billige Sperrminorität; gerade nicht so viel, daß eine Mehrheit in Widerstand geraten könnte; aber dennoch genug, um unliebsame Abweichungen vom vorgesehene Pfade der Tugend zu unterbinden.

Pferden zum Beispiel legt man zu diesem Behufe einen Eisenklotz in den Unterkiefer und sticht ihnen in die Seite. Uns Hunden legt man Stacheln um den Kehlkopf. Man schlägt uns und sie mit Peitschen. Wenn ich es richtig sehe, machen die Menschen das inzwischen untereinander auch, und führen sich das gegenseitig als neue Freiheit vor. Was ist denn schon dabei?

So werden nach und nach die Errungenschaften der Bürgerlichen Revolution, die ja auch das Recht auf privates Eigentum und die Verfügungsgewalt über eigenes Geld gegenüber meinem Herren durchsetzte, mit diesem Blödsinn vertändelt. Das Gefährliche daran ist, daß solche Probleme am Ende mit Gewalt und Ungerechtigkeit gelöst werden. Wir hatten das doch schon... Schade, daß die Menschen das bereits nach einer Generation immer vergessen.


Wuff.


Steuern und Subventionen, das sollten sie inzwischen wissen, sind allgemein gesehen weder Gewinn noch Verlust, sondern Umverteilung; sie sollten notwendige Gemeinschaftsaufgaben finanzieren. Ebensowenig kann es ein Versagen der Banken in einer Wirtschaftskrise geben, in der es offensichtlich keine Gewinner gibt. Das Versagen lag in dem Versuch der Menschen, Gewinn ohne Verlust zu schaffen. Eine win-win Situation gibt es nun einmal nicht, und das nicht nur wegen des Anglizismus.Wenn alle, die auf so etwas spekuliert haben, verlieren, ist das nicht ungerecht, sondern unbarmherzige Realität.

Denn real verlieren sie nichts; sie erhalten nur nicht die vom Himmel herab versprochenen Gewinne. Was es nicht gibt, kann auch nicht verteilt werden.

Wäre es anders, könnten gleichzeitig alle Menschen, und der Staat, also noch einmal alle Menschen, durch gemeinsames Lottospielen reich werden.


Na also.


Das Schöne am Lotto ist doch, daß der unausweichliche Verlust von 50-100% beim Einzahlen sofort abgebucht wird!


Wuff.

 

Geldmacherei - Falschmünzerei


"Mein Geld ist nicht weg, es hat nur ein Anderer!"

'Geld verschwindet nicht, Geld wechselt immer nur den Besitzer' - diese alte Kaufmannsweisheit gilt natürlich nur bei konstanter Geldmenge.

Was aber die letzten Jahrzehnte geschehen ist, als sich das Problem begann abzuzeichnen - das Problem, daß man auf Grund des zurückgehenden Öls die Produktion nicht noch weiter erhöhen oder verbilligen konnte - es begann die Falschmünzerei.

In alten Zeiten mischte man minderwertiges Metall unter Silber und Gold und erhöhte so die Geldmenge bei fallendem Wert. Mit der Einführung der Banknoten begann man eben diese nachzudrucken, innerhalb und außerhalb der staatlich beauftragten Geldmanufakturen, und mischte sie unter die bereits vorhandenen, mit dem gleichen Effekt. Heute, nach der Einführung der Kredit-Wirtschaft, vergibt man Kredite über den Rahmen des Eigenkapitals heraus.

Der Effekt ist wieder der gleiche: Es wird Geld gemacht, wo vorher keines war. Die Geldmenge wird erhöht, bei notwendig gleichzeitiger Entwertung. Auch hierbei wird , wie bei den alten Noten- und Münzfälschern, gefälschtes Geld mit realem vermischt und weitergegeben, und für gefälschtes Geld wird reales entgegengenommen, gegebenenfalls mit einem Abschlag. Gutes Geld gab ich für schlechtes, Gold gab ich für Eisen, das ist die Geschichte vom vermeintlichen Hans im Glück.

Der englische Begriff für Aufpumpen, insbesondere mit Luft, ist Inflation.

Also frage ich, so Pater Braun, wo versteckt ein weiser Mann ein Blatt? In einem Wald. Und wo versteckt ein weiser Mann eine Leiche? Auf einem Schlachtfeld. Wohl gemerkt solche, die nie gefunden werden sollen.

Die Fälscher selber wissen natürlich sehr genau, welches Geld wertvoller ist als das ihre: immer das, das sie bekommen. Da aber auch dieses Geld durch die Vermischung mit ihrem gefälschtem immer wertloser wird, muß immer mehr Geld "gemacht werden"- und das immer schneller; nur um der eigenen Fälscherei davonzulaufen. Früher nannte man das "die Notenpresse anwerfen"; heute vergibt man überbewertete Kredite und nennt es "Rendite". Warum nicht mal einen Aschenbecher mit 10000 bewerten? Wer weiß, vielleicht bringt er einmal soviel? Wer alte italienische Filme kennt, weiß das. Man kann in ihnen diesen Prozess bei der Lira beobachten.


Wuff.


Es ist, wie es scheint, bereits zu viel Geld im Umlauf - vielleicht 10 bis 100 mal, gar bis 1000 mal soviel wie notwendig. Es besäße dann nur noch ein Zehntel oder Hundertstel bis ein Tausendstel seines nominalen Wertes. Vertrauen in die Finanzmärkte erzeugt nur, wer dieses Geld zerstört; nicht wer noch mehr Geld durch Kredite schafft - es sei denn, diese neuen Kredite ersetzen die alten (und enteignet so die alten Gläubiger/ Vermögenden). Eigentlich die Unvermögenden.

So oder so, bis auf ein Zehntel bis ein Hundertstel wären damit alle monetären Vermögen - und das bedeutet auch monetären Ansprüche - verloren. Unser alter verbündeter, die Türkei, hat es gerade vorgemacht. Warum sieht da nur keiner hin?


Wuff.


"Wirf nie gutes Geld schlechtem hinterher" - noch so eine alte Kaufmannsweisheit.

Nun ja, es gibt ehrenwerte Berufe, und solche, die sie ausüben; und es gibt ehrlose Schlitzohren, denen man früher den Zunftring aus dem Ohr gerissen hatte. Schön, daß sich heute Verbrechererbanden als "Ehrenwert" bezeichnen lassen...

Wer hat die Geldfälscherei erlaubt? Und wer hat sie veranlaßt?

Das wäre noch zu fragen...



Wuff.

Dienstag, 13. Januar 2009

Der Tanz






5 Kochveranstaltungen die Woche im Fernsehen, das ist der Tanz auf dem Vulkan.



Manche Menschen werden lange glauben, das zeitliche Zusammenfallen von "Piek Öl"* und "Finanzkrise" 2008 sei ein reiner und bösartiger Zufall. Es gibt aber keine Zufälle, nur Zusammenhänge, die wir noch nicht kennen.


(*"Peak Oil", wie die Amerikaner sagen, ist die historisch höchstmögliche jährliche Fördermenge an Erdöl)



Sie werden darauf hinweisen, daß es ja noch genügend Erdöl gibt, und daß der Preis ja sogar gefallen ist. Das ist alles richtig. Es ist ja auch noch Geld da, in rauhen Mengen. Es kann nur nicht mehr angelegt werden, weil es keine profitable Zukunft mehr gibt; nicht einmal im Ölgeschäft. Die Börse wettet auf die Zukunft, nicht auf die Gegenwart, und zwar auf die nächsten 30 Jahre. Das ist für dreißigjährigen Menschen ein überschaubarer Zeitraum: Es ist die Investition in ihre eigene Altersversorgung.

Und da ist ohne Erdöl kein Wachstum mehr möglich. Vorerst jedenfalls. Da hilft es auch nichts, wie man sieht, sämtliche Regeln außer Kraft zu setzen und den Zins auf Null zu senken. Der Zins ist Null und war es schon längst. Es wurde damit nur die Realität in Zahlen gefaßt. Er wird es bleiben. [Verdienstvollerweise weniger grausam hier dargestellt]

Auf dem Scheitelpunkt einer Kurve ist die Tangente waagerecht; sie hat die Steigung Null. Danach wird die Steigung - oder die Steigerung, wenn man will - negativ. Der Zins fällt real unter Null - egal was man in die Bücher zu schreiben versucht. Und schon ab jetzt gelten ganz neue Regeln. Sie müssen allerdings noch schnell geschrieben werden; und zwar so bald wie möglich, um die Zeit der Anarchie möglichst kurz und schmerzlos zu halten. Fliegen heißt Landen, wie es so schön heißt; wer fliegen will, muß landen können. Dazu gehört auch eine negatives Wachstum, Schrumpfen, Verlust - alles Dinge, die im herrschenden Wirtschaftssystem nicht positiv bilanziert werden können. Es folgt das berühmte Heulen und Zähneklappern nach der Offenbarung am Ende einer Ära, wenn der Schleier der Selbsttäuschung gehoben wird und die vier Apokalyptischen Reiter sichtbar werden: Gerechtigkeit, Krieg, Mangel, und Tod und Verderben. Manchmal heißen sie auch Armut, Krieg, Tod und Seuche. Aber es ist kein Zufall, daß sie immer gemeinsam über die Lande reiten.


Wuff.

Flüssiges Gold: flüssiges Geld


In einer schönen Zusammenfassung in dem obigen, inzwischen verschollenen Papier beschreiben Experten den Zusammenhang wie folgt:


http://www.klima-allianz.ch/blog/mythen-auf-den-grund-gehen Ist das moderne Bankwesensystem von billigem Öl völlig abhängig?


Die Antwort ist Ja!

Das globale finanzielle System ist völlig abhängig von einer konstanten Zunahme des Öl- und Erdgasverbrauchs. Wie wir bereits erklärten, hängen alle modernen ökonomische Aktivitäten, angefangen mit Nahrungsmitteltransport bis zur industrieller Produktion ab vom Ölverbrauch. Geld ist tatsächlich ein Symbol für Öl und Gas. Der Kolumnist Robert Wise bemerkte einmal:


Obwohl es nicht mathematisch ist, ist es dennoch wahr: Geld = Energie. Der wahre Reichtum ist die brauchbare Energie. Es kann mit Treibstoff, Arbeit oder jedem anderen Produkt geändert werden, hergestellt durch menschliche Bemühung oder von Maschinen, die Benzin verwenden. Die wahren Kosten reflektieren die Energiekosten, die benötigt werden, etwas zu machen: Der wirkliche Wert reflektiert die Energie, die verbraucht wurde, um etwas zu herzustellen. Fast alle Arbeit der Weltwirtschaft -alle industriellen Produktion, Gebäudebauten und der Transport- wird mit Hilfe der Energie aus fossilen Treibstoffen geleistet. Die Arbeit aus physischer Bemühung der Menschen ist winzig im Vergleich. So gehört der Löwenanteil vom Weltreichtum den Öl- und Erdgas- Ressourcen.


Wie Dr. Colin Campbell in "Die finanziellen Folgen des Ölgipfels (Peak Oil)" beschrieb, ist das andauernde Wachstum der Weltwirtschaft nur möglich, wenn der Ölverbrauch wachsen kann:


Es wird offensichtlich, daß die Finanzwelt inzwischen begann, die Realität vom "Erreichen des Höchststandes beim Öl" zu akzeptieren, was gleichzeitig die Hälfte des "Ölzeitalters" beendet. Sie akzeptierte die Tatsache, daß die Banken ihre Kapital bis dahin dadurch schufen, daß sie sich mehr borgten, als sie auf ihren eigenen Konten hatten, in Zuversicht auf das von der Energie aufrechterhaltenen folgenden Wirtschaftswachstums, basierend auf billigem Öl. Der Rückgang des Öls, des Hauptantriebs des Wirtschaftswachstums, unterhöhlt jedoch die Gültigkeit dieser Politik, und bestimmt so den Zusammenbruch der Börsenwerte.


Solange noch das Öl der Schlüssel des "Wirtschaftswachstums" ist, spricht Dr. Campbell von der Notwendigkeit, daß Menschen, Geschäftsleute und Regierungen ihren Schulden bezahlen, um nicht in den Bankrott zu geraten, sobald die Ressourcen abzunehmen beginnen. In demselben Ton schreibt der ökonomische Analyst John La Grou in seinen Bericht, den "Ölgipfel" betreffend:

Das Soll erfordert ein Wirtschaftswachstum proportional der Größe der Schulden. Heute haben die industrialisierten Schulden den höchsten Wert in "echten Dollars" in der menschliche Geschichte. Die privaten Schulden, die Schulden der Industrie und die staatlich Schulden - alle sind auf dem höchsten jemals festgestellten Stand und nehmen zu an Hand einiger hoher Zinssätze. Daher müßte das Niveau des Wirtschaftswachstums, um solche Schulden aufrecht erhalten zu können, auch äußerst hoch sein.

Die Verbindungen zwischen der Versorgung mit Öl und dem finanziellen System werden von den mit dem "Ölgipfel" befaßten Leuten übersehen oder ignoriert. Tatsächlich aber sind diese Dinge außerordentlich einfach: Wenn Sie ein Darlehen aufnehmen, erwarten Sie, daß Sie zukünftig mehr Geld haben werden, als Sie jetzt haben, und wenn auch nur dafür, das Darlehen zurückzuzahlen, und die entsprechenden Zinssätze! Aber, wie wir früher erklärten, ist das Geld nicht mehr als ein Symbol für Öl. Also, wenn Sie heute ein Darlehen aufnehmen, erwarten Sie -ob das nun passiert oder nicht- daß es in Zukunft mehr Öl gibt als Heute. Aber wenn dies nicht geschieht, wenn die Geld-/Ölressourcen weniger sein werden als jetzt, wenn Sie Ihre Schulden bezahlen müssen - dann werden Sie nicht in der Lage sein, Ihre Schulden zu bezahlen.


Soweit dazu.


Na denn!


Man kann es natürlich noch schneller verbrauchen, um noch für kurze Zeit Wirtschaftswachstum zu erzeugen und damit das Bankensystem vor dem Kollaps zu retten - auf Kosten der Dauer und der Zukunft, natürlich. Denn endlos sind die Ölreserven ja auf keinen Fall.

Wohlgemerkt: es geht hier nicht um den Zank um Einzelheiten, obwohl bereits das Maximum und damit auch unausweichlich der anschließende Rückgang der Erdölförderung auf dem nationalen Territorium der USA mit bemerkenswerter Präzision im Jahre 1956 auf das Jahr 1971 vorausgesagt wurde.

Auch global peak oil, das globale Ölfördermaximum - das bei gleichbleibendem oder gar steigendem Ölverbrauch unabänderlich eintreten muß, da das Erdöl Jahrmillionen zu seiner Bildung braucht, aber nur wenigen Jahrzehnte oder Jahrhunderte zu seiner Vernichtung,  - wurde recht präzise auf etwa das Jahr 2008 vorherberechnet. Würden die fossilen Energieträger nicht wesentlich konzentrierter sein als alles, was der Planet zeitgleich, "in Echtzeit", wie es ja heute heißt, so hergibt, nun, so bräuchte man sie ja nicht.

Es geht auch nicht um die möglichen Lösungen, oder um die Frage, ob das Ende der Welt gekommen sei. Gekommen ist der Anfang vom Ende der heutigen Welt. Es geht um die Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Finanzwelt. Und die sind -bis heute- nun einmal auf eine ständige steigende Zufuhr an Energie angewiesen. Vielmehr: sie sind darauf ausgerichtet.

Denn Energie ist Geld, und Geld ist Energie. Und wir haben die Auswirkung von Peak Oil lokal schon einmal beobachten dürfen, bei der ebenfalls vorherberechneten Bankrottierung des Sowjetischen Imperiums, das ebenso lautlos in sich zusammenbrach wie andere zuvor, nachdem deren Ölförderung 1987 ihren Höchststand erreichte. Der Zusammenhang gilt nämlich für alle Wirtschaftssysteme.


Der Rest ist Geschichte


Versucht man nun, das System künstlich im Scheitelpunkt der Kurve zu halten, kann man aus der Vergangenheit nicht mehr extrapolieren. Das System wird in seinen Reaktionen erratisch und unberechenbar. Mathematisch gesehen tritt chaotisches Verhalten ein. Vor allem aber wird die reale Bilanz sofort negativ, weil es mehr kostet, das Finanz- und Wirtschaftssystem dort zu halten, als dieses abwirft. Es sackt durch- im günstigsten Fall.

Beim Fliegen nennt man das Überziehen, beim Auto Übersteuern. Lenkt man nicht ein, wie es die alte deutsche Sprache so schön formuliert, gerät die Steuerung außer Kontrolle. Die Kurve, die mit Gewalt unterdrückt wurde, wird ruckartig wieder erreicht. Man wird das schon in der nächsten Zeit beobachten können.

So ganz nebenbei: Erdöl wird nicht nur zur Energiegewinnung und damit zur Profiterzeugung genutzt, sondern ist, wie zuvor und immer noch die Kohle, auch Rohstoff. Und das Ausweichen auf Kohle nutzt auch nichts, denn peak coal ist ebenfalls bereits erreicht.

Auch andere Rohstoffe gehen zur Neige oder sind vielleicht bereits zur Neige gegangen.1972 berechnete der Club of Rome das voraussichtliche Ende der bekannten Rohstoffquellen und die Unmöglichkeit, den heutigen Verbrauch aufrechtzuerhalten. Zum einen sei auf dem ganzen Planeten von bestimmten Ressourcen nicht genügend vorhanden, zweitens würden sich Rohstoffquellen und -lager irgendwann erschöpfen. Daran ist nicht zu rütteln; auch wenn diese sich in geologischen Zeiträumen, das heißt Jahrmillionen, wieder erneuern, so beutet der Mensch sie schneller aus als sie sich wieder füllen - in wenigen Jahrzehnten.

Und wiederverwerten lassen sich streng genommen nur anorganische Materialien, das heißt Metalle; alle organischen, ja schon die amorphen Stoffe wie Glas werden nicht "recycled" sondern bestenfalls degradiert: sie durchlaufen eine Kette immer schlechterer Produkte und landen wie alles schließlich doch in der Umwelt, aus der sie einst kamen. Im Übrigen ist auch "recyclen" nicht umsonst: Es kostet Energie, die danach unwiederbringlich verschwunden ist. Energie läßt sich nicht recyclen.

Es geht darüber hinaus aber auch um die negative Auswirkungen des Tuns der Menschen. Und das nicht zum ersten Mal. Das Buch "Der Stumme Frühling" (Silent Spring, 1962) von Rachel Carson bewirkte zwar ein (mehr oder weniger weltweites) Verbot des DDT, aber dessen Auswirkungen auf das Tierreich sind bis heute zu spüren. Und Molina und Rowland beschreiben 1974 sehr präzise die "Ozonloch" genannte Wirkung der gängigen Kühlmittel auf die Atmosphäre - lange bevor diese Eintrafen. Sie traten anschließend genau so und genau dann ein, und es hat sich trotz (reichlich spät) erfolgendem FCKW-Verbot noch nicht wieder geschlossen.


Der Rest ist wissenschaftliche Routine.


Was soll also der Zank der bezahlten Berufsoptimisten um ein oder zwei Jahre oder die zweite Stelle hinter dem Komma? Natürlich, ohne Optimismus würde niemand ein Schiff besteigen oder auch nur morgens aufstehen. Und diejenigen Optimisten, die ihren eigenen Vision folgen, sind mutige und ehrenwerte Menschen. Gäbe es mehr davon, gäbe es allerdings auch weniger Optimisten. Wie jemand sagte, ist die Menschheit gerade dabei, ihr Auto über die Klippe zu fahren, und sich zu fragen, was sie da gerade machen. Immerin dauert eine Menschengeneration 30-60 Jahre.

Es ist also wohl nicht so sehr die Frage, ob ein Ereignis dieses oder nächstes Jahr eintritt, sondern ob in dieser oder in der nächsten Generation, wenn die Verursacher bereits tot sind - also, ob man selber noch davonkommt. Umstritten ist ja schließlich alles, was man bestreitet oder leugnet.

In der Zwischenzeit führt nach Meinung einiger Experten der Zwang, "negative Erfahrungen zu mißachten, die Schwierigkeiten bei der Lösung größerer Probleme herunterzuspielen und viel Wert auf positives Denken legen" bei den davon betroffenen zu einer schweren Persönlichkeitsstörung - was ja auch keine Wunder wäre... positives Denken ist kindliches Denken. Auch Kinder beschweren sich nicht, sondern gewöhnen sich an Alles... es ist ein weiteres Zeichen der gerade stattfindenden Selbst- Infantilisierung der Menschen. Optimismus ist Feigheit!


Wie sehr dieses System auf ständiges "Wachstum", d. h. auf ständige Steigerung der Energiezufuhr, angewiesen ist, um seine Bilanzen fahren zu können (man muß schon fast sagen: angewiesen war), zeigt sich darin, daß es jedesmal sofort stehen bleibt, wenn das Wachstum ausbleibt - und zwar endgültig. Und dafür ist es, anders als zyklische oder beständige vorindustrielle Systeme, nicht eingerichtet.

Zum Vergleich: 1937 hatte die Kohle-Förderung in England den Höhepunkt erreicht: Peak Coal GB. Die Kriegsflotten aller Länder wurden auf Öl umgestellt, ebenso der die Logistik der Heere (von Eisenbahn zu Lastwagen). Der Erste Weltkrieg 1914-1918 war bereits ein Streit um die Kohlegruben Europas - und teilweise um jene dieser Welt in Küstennähe, welche die zivilen und militärischen Dampfschiffe betrieben. Der Zweite bereits eins um die Ölfelder.

Wer zur See weiter mit Kohle fuhr (erkennbar an der schwarzen Rauchfahne) wurde versenkt (oder versenkte sich, wie ein Großteil der Deutschen Flotte in beiden Weltkriegen, selbst; ein etwas kindischer Schachzug, während es die Angelsachsen gewohnt waren, versenkte Schiffe zu heben und wieder in den Dienst zu stellen). Und das hiesige Heer fuhr (vergeblich) mit seinen Panzern die Ölspur ab von den versiegenden Quellen in Deutschland über den Balkan und Nordafrika in Richtung Baku und Bagdad.

Anschließend versank auch das Britische Weltreich in der eigenen Verschuldung. Es hatte, unter Anderem, im mittleren Osten und in Ostindien den Zugang zum Öl verloren. Wenn man so will, ein später Erfolg der Achsenmächte.

Ach ja, die Goldenen Zwanziger des vorigen Jahrhunderts: der erste Tanz auf dem Vulkan. Eigentlich schon der zweite. Couplets, gewagte Schlager, Striptease, Kabarett, gewagte Bilder, überall Gesang und Tanz, eine Unmenge von Schriftstellern und Reklame überall. Er endete schlagartig durch eine Finanz- mit anschließender Wirtschaftskrise mit folgendem Weltkrieg, der das System wieder auf Null stellte; moderne Kriege, so sagte jemand, seien der "Reset"-Knopf der Wirtschaft - und das ist ganz konkret so.

Heute sind es endlose Comedy-Shows, Dauerparty mit zwanghafter Fröhlichkeit und Dauergejohle, "public Viewing"- was soll eigentlich diese Fremdsprache den Menschen sagen? Das ist sowieso nichts für euch? Und fünf Kochsendungen die Woche im Fernsehen (wobei die Hälfte der dort zubereiteten Nahrung bereits selber aus Erdöl besteht - ungefähr so viel, wie gleichzeitig in ihre Autos gekippt wird), "Erotik" überall, Casting-Shows, jeder will singen und tanzen und reden oder schreiben, weil es nichts Anderes mehr zu tun gibt - und weil fast jeder Mensch mit dieesen Fähigkeiten -nicht unbedingt Talenten- geboren wurde.

Und die, die sonst nichts können, essen einfach bis zum Erbrechen und übergeben sich öffentlich, wie in der Spätrömischen Dekadenz.


Römische Dekadenz - Wikipedia
Mehr nackte Menschenfrauen auf die Bühne!

Klein-Kunst eben und Dauer-Amüsement. Wenn so etwas die Menschen amüsiert - oder wenigstens ihnen die Zeit vergehen läßt. Nicht endend wollende Reklame für Sachen, die niemand will und niemand braucht. Auch das gab es damals schon. Dazu die ständige rüpelhafte Aufforderung durch grinsköpfige Menschen, doch einmal wieder zu lachen; das sei doch so gesund.

Was sie da vorführen ist, womöglich, eher das Gelächter von Irren, der Verzweiflung und der Langeweile. Es ist alles nur eine wenig kindischer als damals - oder 'kindischa_' in der heutigen Konnotation; damals hätte es 'kindischerr' geheißen. Bzw. gemessen daran... vor 100 Jahren... sammer scho wieder so weit.

Der mir daher nicht ganz unbekannte Eindruck, von Irren, bestenfalls von Irrenden in der Regierung zeigt sich, unter Anderem, in dem Versuch, den Absturz zu verhindern, ach was, hinauszuzögern, indem man eine zu Neige gehende Ressource - billiges Öl - schneller verbraucht. Dieser Eindruck wird verstärkt durch folgende Aussagen, die häufig zeitnah fallen:

  • Das Klima wird wärmer! Dreht die Ölhähne auf!
  • Die Umwelt muß geschont werden! Wir brauchen mehr Wachstum!
  • Trinkwasser ist ein kostbares Gut! Wascht eure Joghurtbecher, bevor ihr sie wegwerft!

Und so weiter.


Gut, wenn sie sich die Augen verschließen und noch einmal kräftig auf die Pauke hauen wollen... auch die Römer feierten Orgien und gingen ins den Zirkus, heute gibt es die entsprechenden Krawallsendungen im Fernsehen. Vermutlich wollen die Menschen einfach nur wegsehen, bevor es sie selber erwischt. Ablenkung. Es geht ihnen tatsächlich zu gut, und das wissen sie.

Sie können diesen Zustand nicht halten. Nach den biblischen sieben fetten Jahren kommen nun die sieben mageren Jahre. Und "sieben Jahre" beschreiben in der Bibel nur höchst vage einen längeren Zeitraum. Und Fett bedeutet Erdöl.

Denn was sollen eigentlich die ständigen Wirtschaftsmitteilungen in den Medien bewirken? Die, die es wissen sollten, brauchen sie nicht, und die, die es betrifft, nutzen sie nichts. Es beeinflußt sie nur als eine Art Gehirnwäsche, wie es scheint. Nur läßt sich die Realität nicht von Worten beeindrucken.

Es ist vielmehr umgekehrt:


http://www.passionsspiele.at/der-totentanz-von-alois-lippl-theaterauffuehrung-maerz-2010/Die Bilder von Heute sind die Ereignisse von Morgen; das gilt, wie man festgestellt hat, auch für die Worte von heute.

Diejenigen, die das wissen, versuchen, durch öffentliches plazieren von Worten wie "Kauflaune" und "Optimistisch" das Bild zu verfälschen, und verfolgen diejenigen, die darauf nicht hereinfallen wollen, als Ketzer und Häretiker. Sie versuchen es mit Psychologie und behaupten, diese sei das Blut der Wirtschaft.

Was sie damit eigentlich meinen, ist die Manipulation von Börsenkursen zu ihrem Vorteil über die öffentlichen Medien. Diese Falschmünzerei geht jedoch schief, da sich die Realität nun mal nicht von Blendern beeindrucken läßt. Höchstens die so vom medialen Licht und Lärm Geblendeten und Betäubten.

Aber auch das ändert an den Tatsachen nichts; es ermöglicht den Räubern nur die ungehinderte Flucht mitsamt der Beute. Denn diese bleibt verschwunden, auch wenn die Piraten ihre Schiffe versenken und die Mannschaft sich in alle vier Winde zerstreut. Die Investmentbanken haben sich aufgelöst, die Mitarbeiter ihre Habseligkeiten in Pappkartons nach Hause getragen. Und das Geld ist "weg".


Früher hat man den Schatz auf Inseln vergraben, deren Ort durch verwirrende Angaben verschleiert und Mitwisser mundtot gemacht. Und was macht man heute? Man schreibt Bücher. Das sind die neuen Schatzkarten.


Wuff.


"Wenn es einen Weg zum Besseren gibt, beginnt er mit einem vollen Blick auf das Schlimmste." - Thomas Hardy


www.totentanz-online.de/tagungen/Presse/Pressemappe-Duesseldorf.pdf